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→     Das Leben in der DDR









DDR-Geschichte auf Ostsee-Rundschau.de - In der DDR - so war es damals -  Die DDR bestand als souveräner Staat vom 07.Oktober 1949 bis 03.Oktober 1990.  Grafik / Zeichnung: Eckart KreitlowDDR-Erinnerungen auf Ostsee-Rundschau.de - Erinnerungen an das Leben in der DDR. Die DDR bestand als souveräner Staat vom 07.Oktober 1949 bis 03.Oktober 1990.  Grafik / Zeichnung: Eckart Kreitlow










Deutschland - Interne Kolonialisierung: Wie die DDR ausverkauft wurde - Die DDR war ein gefundenes Fressen für westdeutsche Wirtschaftsmagnaten.






Die Machenschaften der Treuhand - Die Verteilung des DDR-Vermögens unter der Treuhandfuchtel - Die DDR war ein gefundenes Fressen für westdeutsche Wirtschaftsmagnaten.






Die Machenschaften der Treuhand - Die Verteilung des DDR-Vermögens unter der Treuhandfuchtel - Die DDR war ein gefundenes Fressen für westdeutsche Wirtschaftsmagnaten.











Gegen rechte Geschichtspolitik unter linker Flagge - Eine Gegenposition - Die Thüringer Linkskoalition orientiert auf völlige Delegitimierung der DDR und den Anschluss an antikommunistische Geschichtsbilder - von Ludwig Elm und Ekkehard Lieberam - PDF













Alles in allem überwog in der DDR in der Gesamtheit  eindeutig die Positivseite. Leider werden die Tatsachen jedoch geleugnet - Ostsee-Rundschau.de







Alles in allem überwog in der DDR in der Gesamtheit  eindeutig die Positivseite. Leider werden die Tatsachen jedoch geleugnet - Ostsee-Rundschau.de







Großer Zapfenstreich der NVA - Ehrenparade der Nationalen Volksarmeee - Ostsee-Rundschau.de











Vom Ende der Sprachlosigkeit - Seit Sachsens Integrationsministerin Petra Köpping über die harte Nachwendezeit spricht, kommen erschütternde Geschichten ans Licht. Diese Aufarbeitung aber passt nicht allen. Von Stefan Locke - FAZ.NET






Bundeskanzler Helmut Kohl in den neunziger Jahren: In der DDR war nicht alles falsch und im Westen nicht alles richtig! - Der Deutschlandfunk erinnerte kürzlich an ein vertrauliches Gespräch, das Helmut Kohl und der Historiker Fritz Stern in den neunziger Jahren führten. Kohl sagte, dass er es versäumt habe, offen darüber zu reden, das in der DDR nicht alles falsch und im Westen nicht alles richtig gewesen sei.











    Die Machenschaften der Treuhand - Ostsee-Rundschau.de







    Zum Mord an Treuhandchef Detlev Karsten Rohwedder



    Hintergründe zur Treuhandpolitik und zum Tod von Detlev Karsten Rohwedder









    Die Verteilung des DDR-Vermögens unter der Fuchtel der Treuhand















Kein Land in Sicht von Günter Klebingat - Erschienen: 1. Auflage September 2017 - Verlag: Ebozon Verlag







Aus dem Posteingang auf Ostsee-Rundschau.de - Über die elektronische Post von Andrea Kurschus und Günter Klebingat haben wir uns sehr gefreut. Die studierte Philosophin Frau Andrea Kurschus und Herr Günter Klebingat, der als Filmproduzent des Fernsehens auf vielen Kontinenten unterwegs war, wanderten vor einiger Zeit aus Deutschland aus und leben nun in der spanischen Stadt Las Palmas de Gran Canaria, der größten Stadt auf den Kanarischen Inseln.









-----Original-Nachricht-----
Betreff: Wahlergebnisse in "Ostdeutschland"
Datum: 2017-09-28T00:47:48+0200
Von: "Kurschus&Klebingat" Kurschus-Klebingat@t-online.de
An: "eckartkreitlow@t-online.de" eckartkreitlow@t-online.de





Lieber Eckart,

viel zu lange nix mehr voneinander gehört oder gelesen … Wir hoffen, dass Du wohlbehalten und - trotz aller Sorgen - fröhlich und munter bist!

Inspiriert von der spanischen Presse (vor allem “El Pais”, was eine wirklich schlaue Zeitung mit ungewöhnlich langen und sehr gut recherchierten Reportagen ist)

habe ich mich zu einem Essay bezüglich der deutsch-deutschen Wahlergebnisse gedrängt gefühlt (anbei).

Ok, Spanien hat selbst derzeit genügend bizarre Probleme mit inländischem Nationalbestreben - noch dazu wird aus katalanischem Lager begründend

mit einer erzwungenen Königshochzeit von vor (nur!) 500 Jahren argumentiert …

Dennoch macht man sich auch hier Gedanken zu der scheinbar andauernden Trennung zwischen den beiden Deutschlands, die sich in den aktuellen Wahlergebnissen offenbart hat.

Du sitzt ja mittendrin, auch wenn Leipzig und andere offene “Ost”-Großstädte lobenswerterweise anders gesonnen sind.

Vielleicht gibt es neue und/oder andere Antworten auf die vielen offenen Fragen, die sich (auch) mir dazu stellen?

Ein Austausch oder Diskurs wäre sehr erhellend und beglückend - zumal ja auch wir auf eine lange eigene und weitgehend sehr schöne Geschichte in diesen Gegenden zurückschauen …

Liebe Grüße von der Insel: ANDREA KURSCHUS






https://derschreibstock.wordpress.com/2017/09/27/wahl-zeichen-der-zeit-von-andrea-kurschus/









Absurde Politstatements - Zitat von Halina Wawzyniak, Bundestagsabgeordnete DIE LINKE,  auf Twitter: Im Kern war die SED eine rechte Partei. Autoritär, nationenbezogen, ausgrenzend  von allem, was nicht ‚normal‘ war. – Zitatende. - Einige Führungskader erzeugen Wut und Kopfschütteln. Manches ist kaum noch zu toppen! - Ostsee-Rundschau.de








Mal kurz gefragt? - Ostsee-Rundschau.de










-----Original-Nachricht-----
Betreff: Linke-Bundestagsabgeordnete Halina Wawzyniak sieht SED als rechte Partei!
Datum: 2017-08-14T20:13:47+0200
Von: "Eckart Kreitlow" eckartkreitlow@t-online.de
An: "Marianne Linke" marianne.linke@web.de





Liebe Marianne,

was hältst Du davon?

Die Linke-Bundestagsabgeordnete Halina Wawzyniak, ehemalige stellvertretende Vorsitzende der Linken,

erklärt die SED zur rechten Partei!

Einige unserer Führungskader erzeugen bei mir Wut und Kopfschütteln. Manches ist kaum noch zu toppen!

Wie siehst Du das?


Beste Grüße!

Eckart



https://www.welt.de/politik/deutschland/article167648972/Linke-Abgeordnete-erklaert-SED-zur-rechten-Partei.html






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Absurde Politstatements - Zitat von Halina Wawzyniak, Bundestagsabgeordnete DIE LINKE,  auf Twitter: Im Kern war die SED eine rechte Partei. Autoritär, nationenbezogen, ausgrenzend  von allem, was nicht ‚normal‘ war. – Zitatende. - Einige Führungskader erzeugen Wut und Kopfschütteln. Manches ist kaum noch zu toppen! - Ostsee-Rundschau.de





Aus dem Posteingang - Dr. Marianne Linke auf die Anfrage zum Statement von Halina Wawzyniak, Bundestagsabgeordnete DIE LINKE,  auf Twitter: Lieber Eckart, ich halt davon ebenso viel wie Du - gar nichts! Es unterminiert die Glaubwürdigkeit der Partei. Du weißt, geliebt wird der Verrat, nicht der Verräter. Es wird Halina nichts bringen.









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-----Original-Nachricht-----
Betreff: Re: das sollte man lesen!!!
Datum: 2017-08-17T09:37:44+0200
Von: "Marianne Linke" marianne.linke@web.de
An: "Carsten Hanke" hanke.lambrechtshagen@web.de





Lieber Carsten,

haben wir doch schon...

Spahn (CDU) ist nur zuzustimmen. Die Frage, die der Junge Union Vorsitzende aufgeworfen hat, ist interessant "war der 13. August" so etwas wie "linke Gewalt"?

Solche Fragen werden sicher auch von anderen Jugendlichen gestellt. Da kann man gut auf die damaligen Reaktionen der Amerikaner oder anderer westlicher Politiker verweisen.


Mein Gott, nun antwortet gerade Halina, das ist doch nicht der Rede wert,

grüsse Dich

Marianne



Von meinem iPhone gesendet



Am 17.08.2017 um 09:18 schrieb Carsten Hanke hanke.lambrechtshagen@web.de:


Info

Carsten Hanke

www.hanke-mv.de


Gesendet: Dienstag, 15. August 2017 um 08:47 Uhr

Betreff: viel Spaß bei der Wahl –



https://www.welt.de/politik/deutschland/article167648972/Linke-Abgeordnete-erklaert-SED-zur-rechten-Partei.html




Absurde Politstatements







Deutschland Halina Wawzyniak

Linke-Abgeordnete erklärt SED zur rechten Partei


Stand: 14.08.2017 | Lesedauer: 2 Minuten

Quelle: picture alliance / dpa


Halina Wawzyniak, ehemalige stellvertretende Vorsitzende der Linken, hält die SED „im Kern für eine rechte Partei“.

Auch bezüglich des SED-Erbes der Linken hat sie eigene Ansichten.

Im Netz gibt es dafür viel Kontra.


48 Kommentare


Linke-Politikerin Halina Wawzyniak hat auf Twitter für mächtig Aufsehen gesorgt.

„Im Kern war die SED eine rechte Partei“, schrieb sie am Abend.

„Autoritär, nationenbezogen, ausgrenzend von allem, was nicht ‚normal‘ war.“




Anstoß ihrer Aussage war ein Streit über den Tweet des Bundesvorsitzenden der Jungen Union, Paul Ziemiak.

Er schrieb: „Jedes Jahr erinnert die Junge Union an den Tag des Mauerbaus! Mahnung an alle

in der SPD, die behaupten es gäbe keine ‚linke Gewalt‘.“


Die Ex-PDS-Abgeordnete Angela Marquardt kommentierte die Aussage mit

Was für ein widerlicher und ahistorischer Tweet. Unglaublich“.


Daraufhin fragte der Publizist und Buchautor Hugo Müller-Vogg bei dieser nach:

„Waren die SED-Genossen, die die Mauer gebaut haben, etwa Rechte?“


Linke-Politikerin Halina Wawzyniak findet ja. Und schaltete sich mit ihrer Aussage in die Unterhaltung ein.



Daraufhin hagelte es im Netz Unverständnis. Der CDU-Abgeordnete Jens Spahn schrieb:

„Macht die Linkspartei aus Honecker jetzt einen Nazi? Und was ist mit all den SEDlern, die bis heute in der Linkspartei sind?

Auch alles Rechte?“



Wawzyniak stellte klar:

„Ich sprach von rechter Partei, nicht von Nazis, es gibt da einen Unterschied.

Das Programm der Linken ist komplettes Gegenteil von der SED.“

Von den 2,3 Millionen SEDlern seien in der Linken nicht mehr viele übrig.



Mao, Stalin, Ho Chi Minh – auch alles Rechte?


„Zumindest keine Linken“, beteuert die Bundestagsabgeordnete.

„Auch wenn sie sich selbst ggf. so bezeichnet haben.“


Auf die Nachfrage nach den politischen Absichten von Gregor Gysi und Dietmar Bartsch kommentiert Wawzyniak nur:

„Keine Ahnung was die in der SED gemacht haben. In jedem Fall seit 1990 viel gelernt.“


















Die dritte Schuld - Der Westen ist totalitär geworden - Die DDR war zu einem in der internationalen Staatengemeinschaft hoch geachteten Mitglied geworden… Weiterlesen.












Abschiednahme - Trauerfeiern - Beisetzungen auf Ostsee-Rundschau.de







Egon Krenz in seiner Trauerrede für Armeegeneral a.D. Heinz Keßler am 07.06.2017 in Berlin: Heinz Keßler diente in der einzigen deutschen Armee, die nie einen Krieg geführt hat.
Bericht von der Trauerfeier für Armeegeneral a.D. Heinz Keßler und der anschließenden feierlichen Urnenbeisetzung in Berlin am 07.06.2017 auf Ostsee-Rundschau.de







→    Traueransprache von Egon Krenz für Heinz Keßler am 7. Juni 2017- PDF





Die Nationale Volksarmee führte als einzige deutsche Armee keinen Krieg! - Ostsee-Rundschau.de







Bewegender Abschied des Verbandes zur Pflege der Traditionen der Nationalen Volksarmee und der Grenztruppen der DDR e.V.  von Armeegeneral a.D. Heinz Keßler am 07.06.17










Traueranzeige der Familie Keßler






→    Zusammenfassende Berichterstattungen von der Trauerfeier für Armeegeneral Heinz Keßler - PDF

















200. Geburtstag von Karl Marx 2018 -  Karl Marx - geboren am 5.Mai 1818 in Trier - gestorben am 14. März 1883 in London - größter deutscher Denker, Philosoph und Gesellschaftsanalytiker - Ostsee-Rundschau.de




Aufruf von Dr. Gregor Gysi - Präsident der Europäischen Linken - zur Ehrung von Karl Marx, des größten deutschen Denkers, Philosophen und Gesellschaftsanalytikers,  anlässlich seines 200.Geburtstages am 5.Mai 2018



Alma Mater Lipsiensis - 1409 gegründet - Namensgebung Karl-Marx-Universität Leipzig am 30. April 1953 -  1991, zwei Jahre nach dem Mauerfall, wurde die Karl-Marx-Universität leider wieder in Universität Leipzig umbenannt - Ostsee-Rundschau.de



Namensgebung Karl-Marx-Universität Leipzig am 30. April 1953 -  1991, zwei Jahre nach dem Mauerfall, wurde die Karl-Marx-Universität leider wieder in Universität Leipzig umbenannt.









    Wie aus anfänglich Mosel bereits zwei Jahre später der Edelstein  TOPAS wurde - TOPAS Rainer Rupp jahrelang im Allerheiligsten der NATO in BrüsselVeranstaltung mit Rainer Rupp in Prohn in der Nähe der Hansestadt Stralsund, Landkreis Vorpommern-RügenVeranstaltung mit Rainer Rupp in Prohn in der Nähe der Hansestadt Stralsund, Landkreis Vorpommern-Rügen




    Zur aktuellen Politik der USA und deren Auswirkungen auf das Kräfteverhältnis in der Welt

    Wie aus anfänglich Mosel bereits zwei Jahre später der Edelstein  TOPAS wurde - TOPAS Rainer Rupp jahrelang im Allerheiligsten der NATO in Brüssel

    Eine exzellente Veranstaltung mit "TOPAS" Rainer Rupp, der von 1977 bis 1993 in der Politischen Abteilung im NATO-Hauptquartier in Brüssel arbeitete

    Prohn / Hansestadt Stralsund. Am Samstagvormittag, dem 1.April 2017, zu um 10 Uhr hatten die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten, VVN-BdA-Gruppe Stralsund und der Rotfuchs Förderverein zu einer Gemeinschaftsveranstaltung mit "Topas" Rainer Rupp nach Prohn unmittelbar vor den Toren der Hansestadt Stralsund in die Gaststätte "Kurve" eingeladen. Eröffnet wurde die Veranstaltung von der Vorsitzenden der VVN-BdA-Gruppe Stralsund und ehemaligen Sozialministerin von Mecklenburg-Vorpommern Genossin Dr. Marianne Linke, die alle herzlich willkommen hieß.

    Zahlreiche Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren gekommen. Das Thema der Veranstaltung lautete "Zur aktuellen Politik der USA und deren Auswirkungen auf das Kräfteverhältnis in der Welt". Doch ging es thematisch darüber hinaus, da der Referent Rainer Rupp auch interessante Details aus seiner Tätigkeit in der Politischen Abteilung im NATO-Hauptquartier in Brüssel preisgab, wo er von 1977 bis 1993 in dem NATO-Lagezentrum für den Auslandsnachrichtendienst der DDR Hauptverwaltung Aufklärung (HVA) anfänglich mit dem Decknamen "Mosel" und zwei Jahre später unter dem Decknamen "Topas" arbeitete.

    Dort, in diesem "Allerheiligsten" der NATO, wie er selbst sagte, in dem alle Nervenstränge zusammenlaufen, hatte Rainer Rupp sogar den Vorsitz der Current Intelligence Group (CIC) inne. In dieser herausgehobenen Funktion innerhalb des Nordatlantik-Paktes hatte Rainer Rupp auch Zugriff auf die Akten der höchsten Geheimhaltungsstufe "COSMIC TOP-SECRET", so dass er stets sehr präzise und detailliert über alle Aktivitäten der NATO im Bilde war.

    Bei dieser Offenbarung bzw. bei diesem Wissen waren natürlich schon eine interessante Veranstaltung mit einer interessanten Diskussion quasi vorprogrammiert. Und so kam es dann auch. Von Anfang bis Ende ein äußerst interessanter Vortrag durch viele Details, die man ansonsten wahrscheinlich nie erfahren würde. Auch zum Hauptthema, der aktuellen Politik der USA unter dem neuen Präsidenten Donald Trump und die Auswirkungen auf das Kräfteverhältnis in der Welt, vermittelte Rainer Rupp, der am 21. September 1945 in Saarlouis im Saarland geboren wurde, in Saarburg bei Trier aufwuchs und an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz Volkswirtschaft studierte, zahlreiche Fakten.

    In der Diplomatie würden die USA aus der Position der Stärke verhandeln. Die "militärische Faust" sei immer mit am Verhandlungstisch, so Rainer Rupp. Wenn einige Politiker von Atomwaffen in Deutschland fabulierten, so sei diese Forderung absurd. Der Besitz und die Stationierung von Atomwaffen in Deutschland käme einem Selbstmord gleich, da dann im Kriegsfalle in jedem Fall mit einem atomaren Gegenschlag zu rechnen wäre, bei dem nicht nur Deutschland, sondern zumindest der größte Teil Europas in eine atomare Wüste verwandelt werden würde.

    Mit seiner Analyse der gegenwärtigen Lage in vielen Teilen der Welt zeichnete er ein düsteres Bild. Von einer Entspannungspolitik zwischen Ost und West seien wir weit entfernt. Die äußerst angespannte Lage könne jederzeit außer Kontrolle geraten. Auf die Frage, ob der US-Präsident Donald Trump "fest im Sattel" sitze, antwortete Rainer Rupp, dass er sich nicht ganz sicher sei, ob US-Präsident Donald Trump die vierjährige Amtsperiode überstehen werde. Das hänge von verschiedenen Faktoren ab. Zurzeit würde Donald Trump zwar in den USA noch eine breite Unterstützung haben, aber man wisse zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht, ob dies künftig auch so bleibe.

    Im Verlaufe der Diskussion schilderte Rainer Rupp unter anderem, dass es sehr gefährlich zugespitzte Situationen gegeben habe, wo unmittelbar aus dem Kalten Krieg ein mit Nuklearwaffen ausgetragener "heißer" Krieg drohte, der nicht nur Europa in Schutt und Asche gelegt hätte. Besonders brenzlig sei die Situation im Jahre 1983 gewesen. In dem Jahr 1983 fand vom 7. bis 11.November die NATO-Kommandostabsübung "Able Archer 83" (zu deutsch "tüchtiger Bogenschütze") statt. In einem derzeit besonders angespannten Verhältnis zwischen den USA und der Sowjetunion sei mit einem hohen Realitätsgrad ein Atomkrieg simuliert worden. Zugleich wurde dabei auch die höchste USA-Alarmstufe "DEFCON 1" simuliert. Alles lief unter höchster Geheimhaltung ab.

    Das kleinste Versehen hätte ausgereicht und die Katastrophe wäre nicht mehr aufzuhalten gewesen. Die sowjetischen strategischen Atomstreitkräfte sowie die Luftstreitkräfte der DDR und Polen waren auch bereits in höchster Alarmbereitschaft. Durch das sehr realistisch ablaufende Szenario der NATO-Übung "Able Archer 83" kam die sowjetische Führung zu der Einschätzung, dass ein Nuklearangriff unmittelbar bevorstehe.

    Durch die Übermittlung der Geheiminformationen aus dem NATO-Hauptquartier durch "TOPAS" Rainer Rupp, ein Atomkrieg werde nur simuliert, ein "echter" Krieg stünde nicht bevor, beruhigte sich die äußerst gefährlich zugespitzte Lage wieder. Es kann deshalb davon ausgegangen werden, dass durch die Übermittlung der sehr wichtigen Geheiminformationen ein Krieg zwischen den USA, der Sowjetunion sowie der NATO und dem Warschauer Vertrag verhindert worden ist. Dass es nicht zum Äußersten kam, ist und bleibt vor allem ein Verdienst des Kundschafters Rainer Rupp mit dem Decknamen "Topas", der sich zu einem echten Edelstein der DDR Hauptverwaltung Aufklärung entwickelte und sich wegen seiner sehr erfolgreichen Tätigkeit als ein solcher erwies.

    Eckart Kreitlow






    Das Buch Deckname TOPAS über Rainer Rupp - der aktivste Agent aller Zeiten






    Rainer Rupp - der aktivste Agent aller Zeiten






    →   Das unsichtbare Visier - sechsteilige sehr erfolgreiche Fernsehserie der DDR









Ostsee-Rundschau.de


Karte zum 80.Geburtstag von Egon Krenz, ehemaliger Generalsekretär des ZK der SED und Vorsitzender des Staatsrates der DDR - Ostsee-Rundschau.deHerzlichste Glückwünsche zu Deinem 80.Geburtstag, lieber Egon! - Gratulation von Egon Krenz, ehemaliger Generalsekretär des ZK der SED und Vorsitzender des Staatsrates der DDR, zu seinem 80.Geburtstag - Ostsee-Rundschau.de



Herzlichste Glückwünsche zu Deinem 80.Geburtstag, lieber Egon - PDF







Die wahre Geschichte der DDR





Bei Egon Krenz auf der Terrasse









Wer lügt wirklich bei der Aufarbeitung der DDR-Geschichte?





Lügen wie gedruckt - von Dr. Klaus Huhn, Autor vieler polemischer Bücher zur DDR Vergangenheitsbewältigung  - 25 Jahre Anti-DDR-Feldzug oder: Wie sie uns unsere Geschichte erklären - Das Buch der kleinen DDR-Lügen










Die wahre Geschichte der DDR









Wie war es damals wirklich? Über das Leben in der DDR auf Ostsee-Rundschau.de. Die DDR bestand als souveräner Staat vom 07.Oktober 1949 bis 03.Oktober 1990.  Grafik / Zeichnung: Eckart KreitlowDie DDR und ihre Geschichte - Buchlesung mit Egon Krenz, ehemaliger Generalsekretär des ZK der SED, ehemaliger Vorsitzender des Staatsrates der DDR und ehemaliger Vorsitzender des Nationalen Verteidigungsrates der DDR, zu Walter Ulbricht. Foto: Eckart Kreitlow









Wer lügt wirklich bei der Aufarbeitung der DDR-Geschichte?










Die wahre Geschichte der DDR








Dr. Diether Dehm (MdB) - Wiedergefunden: Moneta an Biermann - Kategorie: Fragen zur linken Hegemoniearbeit - Veröffentlicht: 29. März 2018








Stasihexenjagd östlich der Elbe und der Werra noch immer eine unendliche Geschichte - Neue Unabhängige Onlinezeitungen (NUOZ) Ostsee-Rundschau.de - vielseitig, informativ und unabhängig - Präsenzen der Kommunikation und der Publizistik mit vielen Fotos und  bunter Vielfalt








Aus der Rede von Oskar Lafontaine bei der Gedenkveranstaltung der Linksfraktion im Bundestag  zum 70. Jahrestag der Befreiung vom Faschismus. Weiterlesen: http://www.oskar-lafontaine.de/links-wirkt/details/t/neue-verantwortung/







Stasihexenjagd östlich der Elbe und der Werra noch immer eine unendliche Geschichte - Stasibeauftragte offenbar unzufrieden mit ihrer DDR-Geschichtsbildvermittung - Die Landesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen sind voller Sorge - Schuld der Weichspüler? - Von Hans Fricke







Wer lügt wirklich bei der Aufarbeitung der DDR-Geschichte?







DDR-Wirklichkeit - In der DDR gab es keine gigantische Kluft zwischen Arm und Reich







Neue Verantwortung Deutschlands für Frieden, Freiheit, Demokratie und Gerechtigkeit - Rede von Oskar Lafontaine bei der Gedenkveranstaltung der Linksfraktion im Bundestag  zum 70. Jahrestag der Befreiung vom Faschismus. Weiterlesen: http://www.oskar-lafontaine.de/links-wirkt/details/t/neue-verantwortung/







Was wahr ist, muss wahr bleiben! Gegen Umdeutungen der Geschichte!









Ostsee-Rundschau.de


DDR-Fliegerkosmonaut Sigmund Jähn - der erste Deutsche im All umkreiste mit Waleri Bykowski 125 Mal unseren blauen Planeten - Ostsee-Rundschau.de



Herzlichen Glückwunsch zum 80.Geburtstag, lieber Sigmund - DDR-Fliegerkosmonaut Sigmund Jähn - der erste Deutsche im All umkreiste mit Waleri Bykowski 125 Mal unseren blauen Planeten - Ostsee-Rundschau.de


DDR-Fliegerkosmonaut Sigmund Jähn - der erste Deutsche im All - PDF








DDR-Wirklichkeit - In der DDR gab es keine gigantische Kluft zwischen Arm und Reich








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Skandalöse Bespitzelung in den Jahren 2006/2007 - Startseite: Der tiefe Staat schlägt zurück - Rot-Rot-Grünes Projekt vom Stasi-Torpedo getroffen - Rationalgalerie.de - Autor des Beitrages:  Ulrich Gellermann - Datum: 16. Januar 2017







Mit dem Mauerfall begannen in der DDR auch die Abwicklungen - Ostsee-Rundschau.de







Der Freitag - Zeitgeschichte - Tim Herden: Ende einer Dienstfahrt - zu den Ereignissen 1990 im Zusammenhang mit der Abwicklung der Sektion Journalistik der Karl-Marx-Unioversität Leipzig







Biografisches Lexikon der Kommunikationswissenschaft - BLexKom-Feature: Journalistik in der DDR - Professor Hans Poerschke: Ich habe gesucht







Aus der Rede von Oskar Lafontaine bei der Gedenkveranstaltung der Linksfraktion im Bundestag  zum 70. Jahrestag der Befreiung vom Faschismus. Weiterlesen: http://www.oskar-lafontaine.de/links-wirkt/details/t/neue-verantwortung/







Was wahr ist, muss wahr bleiben! Gegen Umdeutungen der Geschichte!







Neue Verantwortung Deutschlands für Frieden, Freiheit, Demokratie und Gerechtigkeit - Rede von Oskar Lafontaine bei der Gedenkveranstaltung der Linksfraktion im Bundestag  zum 70. Jahrestag der Befreiung vom Faschismus. Weiterlesen: http://www.oskar-lafontaine.de/links-wirkt/details/t/neue-verantwortung/







Unseriöser Hetzblatt-Journalismus - Verstöße gegen die Programmgrundsätze und -richtlinien des Rundfunkstaatsvertrages


Rationalgalerie.de - Das kann nur der Russe gewesen sein - Unseriöser Hetzblatt-Journalismus - Verstöße gegen die Programmgrundsätze und -richtlinien des Rundfunkstaatsvertrages







Solidaritätsseite für den Sozialwissenschaftler Dr. Andrej Holm, Institut für Sozialwissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin - Ostsee-Rundschau.de













Russlands sarkastische Replik: Duma verurteilt Annexion der DDR durch die BRD













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    -----Original-Nachricht-----
    Betreff: Die erstaunlichen Wirkungen imperialistischer Gehirnwäsche selbst bei sehr linken, kritischen Köpfen
    Datum: 2016-11-14T12:40:58+0100
    Von: "Dr. Günter Hering" guenterhering@gmx.net








    Liebe MitstreiterInnen,


    zu den heute in der JW veröffentlichten Thesen des OKV (http://www.jungewelt.de/2016/11-14/012.php) habe ich einen Leserbrief geschrieben, den ich Euch zur Kenntnis gebe:

    Die Thesen des OKV sind goldrichtig, bis auf These 12.

    Da hat die jahrzehntelange Gehirnwäsche (die ja lange vor der "Wende" begann) ihre Spuren hinterlassen:

    " Im Zentrum der Diffamierung der sozialistischen Eigentumsordnung steht das staatliche Eigentum, das in der DDR in der Tat die dominierende Größe war. Es ist unstrittig, dass bei der Verstaatlichung der Bogen überspannt wurde und auch Kleinunternehmen, Gewerbetreibende und Einzelhandel weitgehend staatlich waren..."

    Es war, wie auch in den anderen Thesen korrekt formuliert, Volkseigentum und kein staatliches Eigentum.

    Staatliches Eigentum gab es natürlich auch, z.B. Reichsbahn, Deutsche Post, Staatsbank. Aber die Mehrzahl der Betriebe war volkseigen, zwar staatlich verwaltet und gelenkt, aber volkseigen!

    Und der Einzelhandel war auch nicht "überwiegend staatlich", denn da gab es den genossenschaftlich organisierten KONSUM, der die Hauptlast der Versorgung trug und in den ländlichen Räumen der einzige Akteur blieb.

    Es muss uns beunruhigen, wie sehr die Geschichtsklitterung sogar die kritischsten Köpfe zu beeinflussen mag!


    --

    Mit herzlichen und sozialistischen Grüßen

    Günter Hering








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    -----Original-Nachricht-----
    Betreff: wichtige Post von Egon Krenz
    Datum: 2016-10-21T21:26:18+0200
    Von: "Carsten Hanke" hanke.lambrechtshagen@web.de





    Liebe Freunde, Liebe MitstreiterInnen,

    mich erreichte heute von Egon Krenz aus Peking ein wichtiger Beitrag, der von historischen Wert ist. Bitte aufmerksam lesen.

    Mit solidarischen Grüßen

    Carsten Hanke

    www.hanke-mv.de






    -----Original-Nachricht-----
    Gesendet: Freitag, 21. Oktober 2016 um 13:59 Uhr
    Von: "Egon"
    An: "Carsten Hanke" hanke.lambrechtshagen@web.de
    Betreff: Lieber Karsten, einen herzlichen Gruß aus Peking,
    wo ich an der Konferenz über den Marxismus im 21. Jahrhundert teilnehme
    und heute den unten folgenden Beitrag gehalten habe.
    Wenn Du willst, kannst Du ihn gern verbreiten:





    „Über geschichtliche Ereignisse beklagt man sich nicht, man bemüht sich im Gegenteil, ihre Ursachen zu verstehen und damit auch ihre Folgen, die noch lange nicht erschöpft sind.“ (Friedrich Engels).



    Thema des Forums:

    Der Marxismus im 21. Jahrhundert.

    Themenkreis für die Diskussion:

    «Der Zusammenbruch des Sowjetblocks und die Wiederbelebung des Sozialismus»


    Thema des Diskussionsbeitrages von Egon Krenz, ehemaliger Vorsitzender des Zentralkomitees der SED und Vorsitzender des Staatsrates der DDR:

    «Die Niederlage der DDR –Teil des Zusammenbruchs des real existierenden Sozialismus in Europa»


    Meine Damen und Herren, liebe Genossinnen und Genossen,

    Rolf Berthold, langjähriger Botschafter der DDR in der Volksrepublik China, und ich sind als Zeitzeugen zu dieser bedeutenden Konferenz gekommen. Gern nehme ich auch seine Redezeit für mich in Anspruch.

    Seit 1984 habe ich an den Beratungen des Rates für Gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW) und der Staaten des Warschauer Vertrages auf höchster politischer Ebene teilgenommen.

    Aus eigenem Erleben kann ich daher bezeugen, dass die Partei- und Staatsführungen der sozialistischen Staaten Europas auf die seit Anfang der achtziger Jahre entstandene tiefe Systemkrise nicht vorbereitet waren. Im Oktober 1981 hatte KPdSU-Generalsekretär Breschnew Erich Honecker mitteilen lassen, dass sich die Sowjetunion in einer ähnlich schwierigen Lage befände wie Sowjetrussland 1918 vor Abschluss des Brester Friedensvertrages. Das konnte ja nur bedeuten: Es ging um Sein oder Nichtsein der Sowjetmacht!

    Die Tragik besteht darin, dass diese dramatische Mitteilung nie durch die Staaten des Warschauer Vertrages kollektiv erörtert wurde und folglich daraus auch keine Schlussfolgerungen gezogen wurden. Das Nachlassen der ökonomischen Leistungskraft der RGW-Länder hatte große wirtschaftliche, soziale und schließlich auch politische, ideologische und moralische Auswirkungen auf die Bevölkerung. Das Vertrauensverhältnis zwischen Volk und Staat wurde in allen Ländern der sozialistischen Staatengemeinschaft erheblich gestört.

    Versäumt wurde, die ökonomischen Potentiale mit dem Ziel zu vereinen, den Rückstand in der Arbeitsproduktivität gegenüber dem Kapitalismus aufzuholen. Die Staatengemeinschaft erwies sich als unfähig, den Sozialismus mit der wissenschaftlich-technischen Revolution zu verbinden. Ansätze unterblieben in der Regel stecken aus nationalem Egoismus von Teilnehmerstaaten. Gleichzeitig gab es keine kollektive Zurückweisung der Provokation von US-Präsident George Bush Senior, der die NATO Länder aufgefordert hatte, die Sowjetunion – ich zitiere – « in die Wertegemeinschaft des Westens» zu holen, was gleichbedeutend mit der Liquidierung des Sozialismus war.

    Die «Perestroika»- und «Glasnost-Politik» der sowjetischen Führung gab keine konstruktive Antwort auf die entstandene Systemkrise. Sie trug nicht zu einer «Erneuerung des Sozialismus», sondern zu seinem europäischen Niedergang bei. Aus der von Gorbatschow beabsichtigten «zweiten Oktoberrevolution» wurde letztlich eine Konterrevolution, die von verschiedenen Fraktionen in der KPdSU initiiert wurde und letztlich zur Zerschlagung der UdSSR führte.

    Das Schicksal der DDR war in guten wie in schlechten Zeiten auf das Engste mit dem der Sowjetunion verbunden. Auch wenn sich die DDR kalendarisch vor der Sowjetunion aus der Geschichte verabschiedet hatte, ist ihr Untergang ursächlich mit dem der Sowjetunion organisch verbunden. Die UdSSR stand 1949 an der Wiege der DDR und sie hat schließlich auch mit ihrer Unterschrift unter den «Zwei plus Vier – Vertrag» ihren Untergang besiegelt.

    Mit dem Verschwinden des europäischen Sozialismus von der politischen Landkarte wurde die deutsche Zweistaatlichkeit obsolet, verlor die DDR ihre Daseinsberechtigung als selbständiger Staat. Für zwei kapitalistische deutsche Staaten gab es weder objektiv noch subjektiv eine Notwendigkeit.

    Bemerkenswert in diesem Zusammenhang ist aber, dass das Streben der von den USA-geführten NATO um die Neuordnung der Welt eng verbunden ist mit einem erbitterten ideologischen Kampf um die Deutungshoheit der Geschichte des 20. Jahrhunderts und damit auch des real existierenden Sozialismus auf dem europäischen Kontinent.

    Der Sozialismus des vergangenen Jahrhunderts war legitim. Der Begriff «realexistierender Sozialismus» bedeutete ja nicht – wie das gewisse Ideologen unterstellen – dass wir den Sozialismus bereits in Vollkommenheit verwirklicht glaubten. Vielmehr wurde damit das dialektische Verhältnis von Ideal und Wirklichkeit betont. Es galt, die Realität am Ideal auszurichten, was selbstverständlich als ein langwieriger historischer Prozess verstanden wurde. Zudem bedeutete dieser Begriff eine Abgrenzung von allen möglichen pseudosozialistischen Theorien, die im Gegensatz zu Marx, Engels und Lenin standen, vor allem zu der Utopie, es könnte einen fehlerfreien Sozialismus ohne Widersprüche geben.

    Die historisch korrekte, differenzierte und damit gerechte Bewertung des vergangenen Sozialismus ist ein Zukunftswert. Wer für einen neuen Sozialismus kämpfen will, muss sowohl die Vorzüge als auch die Unvollkommenheiten des vergangenen analysieren. Dies schließt ein, Antworten auf die Fragen zu finden: Was ist bewahrenswert am gewesenen Sozialismus und was darf sich nicht wiederholen? Dabei ergeben sich zwei Grunderkenntnisse. Zum einen hat sich erwiesen, dass Sozialismus auch im Zentrum Europas möglich ist. Zum anderen wurde deutlich, dass der Sozialismus auch in der DDR im Wettbewerb der beiden Weltsysteme noch nicht bestehen konnte.

    Gegenwärtig erleben wir eine absurde Erinnerungskultur. Die Schuld an der Spaltung des europäischen Kontinents wird einseitig der Sowjetunion angelastet. Mit einem nur auf Fehler, Mängel und Unzulänglichkeiten des realen Sozialismus sowie auf die Person Stalin verengten Blick wird die Geschichte Europas auf den Kopf gestellt.

    Zur Interpretation der Geschichte des 20. Jahrhunderts wird vor allem die Totalitarismusdoktrin benutzt. Sie hat eine antikommunistische und antisowjetische Ausrichtung. Sie enthält die Behauptung, rot sei gleich braun, d. h. Sozialismus sei gleich Faschismus. Das ist nicht nur eine Diskreditierung des gewesenen Sozialismus. Es ist vor allem auch eine Verharmlosung des deutschen Faschismus.

    Der weltweit geschätzte deutsche Schriftsteller Thomas Mann wandte sich frühzeitig gegen die Gleichsetzung von Sozialismus und Faschismus als er schrieb:

    »Den russischen Kommunismus mit dem Nazifaschismus auf die gleiche moralische Stufe zu stellen, weil beide totalitär seien, ist bestenfalls Oberflächlichkeit, im schlimmeren Falle ist es – Faschismus. Wer auf dieser Gleichstellung beharrt, mag sich als Demokrat vorkommen, in Wahrheit und im Herzensgrund ist er damit bereits Faschist und wird mit Sicherheit den Faschismus nur unaufrichtig und zum Schein, mit vollem Hass aber allein den Kommunismus bekämpfen.»


    Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges war die Gründung eines Staates in Ostdeutschland weder von der UdSSR noch von der SED gewünscht. Die UdSSR hatte an einer Spaltung Deutschlands aus eigenen Sicherheitsgründen kein Interesse. Wäre es nach dem Willen der UdSSR sowie der Kommunisten und Sozialdemokraten der sowjetisch besetzten Zone gegangen, wäre aus Deutschland – ich zitiere - „ein antifaschistisches, demokratisches Regime, eine parlamentarisch-demokratische Republik mit allen demokratischen Rechten und Freiheiten für das Volk“ geworden.

    So steht es im Aufruf der Kommunistischen Partei Deutschlands vom 11. Juni 1945, der mit Stalin vereinbart worden war. Und weiter heißt es dort: „Wir sind der Auffassung, dass der Weg, Deutschland das Sowjetsystem aufzuzwingen, falsch wäre, denn dieser Weg entspricht nicht den gegenwärtigen Entwicklungsbedingungen in Deutschland“.

    Die DDR entstand also erst, nachdem die Westmächte im Mai 1949 die Bundesrepublik Deutschland gegründet hatten. Die DDR wurde nicht gegründet, um Deutschland zu spalten. Deutschland war bereits gespalten, als die DDR gegründet wurde. Die Geschichte zwischen 1945 und 1990 in Deutschland war eine permanente Auseinandersetzung zwischen zwei konträren Weltsystemen, zwei feindlichen Militärblöcken, zwei gegnerischen Staaten, zwei grundverschiedenen Idealen und zwei andersartigen Entwürfen für die Zukunft. Wer die DDR einen «Unrechtsstaat» nennt, lässt solche grundlegenden geschichtlichen Zusammenhänge außer Acht.

    Wenige Tage nach ihrer Proklamierung - zunächst nur als provisorischer Staat - erhielten die Repräsentanten der DDR ein bemerkenswertes Telegramm aus Moskau. Es enthielt die konzentrierte sowjetische Strategie in der Deutschlandfrage. Der Absender war Stalin. Er schrieb:

    „Die Bildung der Deutschen Demokratischen friedliebenden Republik ist ein Wendepunkt in der Geschichte Europas» . Um jedes Missverständnis auszuschließen, die Gründung der DDR könne doch als Spaltung Deutschlands verstanden werden, endet das Telegramm mit dem Satz: „Es lebe und gedeihe das einheitliche, unabhängige, demokratische friedliebende Deutschland.“

    Der erste Kanzler der Bundesrepublik, Konrad Adenauer, handelte jedoch nach dem Grundsatz „Lieber das halbe Deutschland ganz, als das ganze Deutschland halb.“ Gegenüber dem französischen Außenminister prahlte er sogar: „Vergessen Sie nie, dass ich der einzige Regierungschef bin, der die Einheit Europas der Einheit seines Vaterlandes vorzieht.“ Die deutsche Nachkriegsgeschichte vollzog sich nicht vordergründig im Nationalen, sondern im Spannungsfeld der Großmächte. Deshalb kann man die DDR auch nicht isoliert vom Verhalten der Großmächte und auch nicht von dem der Bundesrepublik Deutschland betrachten.

    1952 hatte die Sowjetunion gesamtdeutsche Wahlen für ein gesamtdeutsches Parlament vorgeschlagen. Die Westmächte, einschließlich die Bundesrepublik, lehnten ab. Sie betrachteten die sogenannte Stalinnote als sowjetische Propaganda. Seitdem wurden die Bedingungen für die deutsche Einheit von Jahr zu Jahr aussichtsloser. Die deutsche Spaltung wurde durch die Westintegration der Bundesrepublik zementiert.

    Erst jetzt kam in der DDR 1952 der Aufbau des Sozialismus auf die Tagesordnung. Und das unter Bedingungen eines gespaltenen Landes. Die daraus entstandenen Schwierigkeiten - wie die Spaltung einer früher einheitlichen Währung und Wirtschaft, die Zugehörigkeit zu einem der sich feindlich gegenüberstehenden militärischen Bündnissen, das Grenzregime zwischen ihnen und der Reiseverkehr der Bürger zwischen den Staaten - haben die DDR bis zu ihrem Ende belastet.

    Den Westalliierten und den meisten Bundesregierungen war eine gleichberechtigte Vereinigung der BRD und der DDR stets suspekt. Sie setzten auf die »Befreiung des Ostens». Von Adenauer stammt das Bekenntnis: „Was östlich von Werra und Elbe liegt, sind Deutschlands unerlöste Provinzen. Daher heißt die Aufgabe nicht Wiedervereinigung, sondern Befreiung. Das Wort Wiedervereinigung soll endlich verschwinden. Es hat schon zu viel Unheil gebracht. Befreiung ist die Parole."

    So ist es keineswegs verwunderlich, dass die deutsche Einheit 1990 nicht ein gleichberechtigter Zusammenschluss der beiden deutschen Staaten war, sondern ein Anschluss der DDR an die Bundesrepublik Deutschland. Das Gesellschafts- und Rechtssystem der Bundesrepublik wurde der DDR administrativ diktiert, woran das Zusammenleben der Deutschen bis heute leidet.

    Bestimmte bürgerliche Historiker verdrängen, dass beide deutsche Staaten von 1949 bis 1989 in einem erbitterten Bürgerkrieg standen. Kein heißer zwar, aber ein kalter, immer auch am Rande einer möglichen atomaren Katastrophe. Statt sich zu freuen, dass aus dem kalten kein heißer Krieg wurde, hat sich die politische Elite der alten Bundesrepublik 1990 dafür entschieden, alles Ungemach der Spaltung Deutschlands allein der DDR anzulasten. Deshalb wird bis in die Gegenwart hinein die wahre Geschichte der europäischen und deutschen Spaltung verzerrt dargestellt.

    Trotz ihrer Defizite hat die DDR im Interesse der Menschen Beachtliches geleistet. Sie hatte ein menschenfreundliches Wirtschafts- und Gesellschaftsmodell. Entscheidendes Motiv war nie das Profitinteresse, sondern die Beseitigung der Ausbeutung des Menschen durch den Menschen. Sie hatte ein geschlossenes System der sozialen Sicherheit, das Arbeitslosigkeit, Obdachlosigkeit, Kinder- und Altersarmut nicht kannte. Sie verfügte über ein einheitliches Bildungssystem, in dem es gleiche Chancen für alle Kinder des Volkes gab, ohne vom Geldbeutel der Eltern abhängig zu sein.

    Unbestreitbar bleibt aber vor allem: Solange die Sowjetunion und mit ihr auch die DDR existierten, gab es in Europa keinen Krieg. Im Umkehrschluss bedeutet das allerdings auch: Das Verschwinden der DDR von der politischen Landkarte ist ebenfalls ein europäischer Wendepunkt. Zum ersten Mal nach 1945 wurde Krieg in Europa – sogar mit deutscher Beteiligung – wieder möglich.

    Die Vision eines friedliebenden Europa, die nach dem Zweiten Weltkrieg möglich schien, zerschellte, als die US-geführte NATO Jugoslawien bombardierte. Das atlantische Bündnis machte auf diese Weise aus dem Kalten einen heißen Krieg - mitten in Europa.

    Ich bin überzeugt – das wäre zur Zeit der Existenz der UdSSR undenkbar gewesen. Das Datum der Zerschlagung der Sowjetunion war für die NATO das Signal, ihr 1990 gegebenes Versprechen zu brechen, sich nicht nach Osten auszudehnen. Aus dieser Gewissheit heraus, teile ich auch die Analyse des Präsidenten Russlands, Wladimir Putin, dass die Zerschlagung der Sowjetunion eine globalpolitische Katarstrophe war.

    Die Auswirkungen dieses Dramas erleben wir bis heute auf Schritt und Tritt. Vieles, was seit Anfang der neunziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts in der Welt durcheinandergeraten ist – ob in der Ukraine, in Syrien, im Irak, in Libyen oder anderen Teilen der Welt – ist eng verbunden mit den Folgen der Zerschlagung der UdSSR und den Absichten der USA, den Rest der Welt nach ihren Vorstellungen zu formen.

    Für den Untergang der DDR gibt es einen ganzen Knäuel von Ursachen: Objektive und subjektive, nationale und internationale, ökonomische und politische, vermeidbare und unvermeidbare. Viele von ihnen gehen weit vor das Jahr 1989 zurück und über die Grenzen der DDR hinaus.

    Müsste ich diesen ganzen Komplex in einem Satz zusammenfassen, würde ich an das Leninwort erinnern: «Die Arbeitsproduktivität ist in letzter Instanz das Allerwichtigste, das Ausschlaggebende für den Sieg der neuen Gesellschaftsordnung.“

    Wahrscheinlich haben wir damals in allen Staaten der europäischen sozialistischen Gemeinschaft nicht begriffen, dass dieser Satz im Umkehrschluss auch eine Warnung enthält, nämlich die: Die neue Gesellschaftsordnung wird unterliegen, wenn sie keine höhere Arbeitsproduktivität erreicht als der Kapitalismus.

    Der historischen Gerechtigkeit wegen ist anzumerken, dass dies genau der Ausgangspunkt für die die strategischen Überlegungen Walter Ulbrichts Anfang der sechziger Jahre war. Mit dem Neuen Ökonomischen System sollte zu einer Leitung der sozialistischen Wirtschaft mit vorwiegend ökonomischen Mitteln übergegangen werden. Dieser hoffnungsvolle Versuch wurde leider 1970 abgebrochen, weil er nicht kompatibel war mit der Politik der KPdSU.

    Es gibt viele Versuche, das Ende der DDR zu erklären. Es greift aber zu kurz, es lediglich auf nationale Gegebenheiten zu reduzieren. Selbst unter den Linken in Deutschland ist die einseitige Ansicht verbreitet, die DDR «sei an sich selbst gescheitert».


    Mindestens zwei weitere Komponenten haben Wesentliches mit dem Untergang der DDR zu tun:

    Erstens:

    Die Herrschenden in den USA und ihre Verbündeten wollten den Sozialismus vom ersten Tage seiner Existenz an liquidieren. Natürlich griffen sie Ende der achtziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts die Gelegenheit beim Schopfe und halfen kräftig nach.

    Gorbatschow sprach damals vom «Neuen Denken». Die Sache hatte nur einen Haken: Der Westen dachte überhaupt nicht daran, neu zu denken. Die NATO rüstete auf, während die UdSSR das militär-strategische Gleichgewicht aufgab, das viele Jahre der Garant dafür war, dass aus dem kalten kein heißer Krieg wurde.

    Rückblickend auf 1989, erklärte Brent Scowcroft, Sicherheitsberater mehrerer amerikanischer Präsidenten: „Wir hatten einen Plan, Gorbatschow nicht.“

    Das scheint mir der Kern der Sache zu sein, den ich mit eigenem Wissen aus meiner politischen Tätigkeit ergänzen kann: Zur Jahreswende 1988/89 gab mir Erich Honecker eine streng geheime Information zum Lesen. Er hatte sie von einer zuverlässigen Quelle aus dem Weißen Haus erhalten. Darin stand: „Der neue US-Präsident denkt nicht daran, eine strategische Partnerschaft zwischen den USA und der UdSSR, wie sie Gorbatschow anstrebt, einzugehen. Nicht die USA müssten Gorbatschow entgegenkommen, sondern Gorbatschow müsse den USA entgegenkommen“.

    Der Plan der USA wurde auf dem NATO-Gipfel in Brüssel Ende Mai 1989 erörtert. Die USA sahen in Folge der Entwicklung in der Sowjetunion die Chance, zu erreichen, was ihnen durch keinen heißen Krieg möglich geworden wäre: Die UdSSR zur Kapitulation zu zwingen.

    In diesem Plan der Destabilisierung der sozialistischen Gemeinschaft besaß die DDR die Rolle eines Eckpfeilers. Mit der Beseitigung der DDR – so die Überlegung – würde die Sowjetunion einen strategischen Partner und ihr vorderstes Schild gegen die NATO verlieren.

    Inzwischen ist klar, dass es den USA keineswegs nur um die deutsche Einheit ging. Sie war nicht ihr Hauptziel. Sie war ein Mittel, um die Streitkräfte der UdSSR aus dem Zentrum Europas zu drängen. Der Warschauer Vertrag wurde einseitig aufgehoben. Die NATO blieb. Die russischen Streitkräfte zogen aus Mitteleuropa ab. Die USA setzten sich hier fest. Sie haben in Deutschland nach wie vor Atomwaffen stationiert. Condoleezza Rice, die spätere Außenministerin der USA, bekannte freimütig: Mit dem vereinten Deutschland, eingebettet in die NATO, war «Amerikas Einfluss in Europa gesichert.»


    Zweitens:

    Die DDR war Teil eines Ganzen. Untergegangen ist ein vorwiegend sowjetisch geprägtes Sozialismusmodell, das vom Stillen Ozean bis an die Elbe und die Werra reichte. Die DDR war ohne Bündnis mit der Sowjetunion nicht lebensfähig. Dieses Bündnis wurde Ende der achtziger Jahre durch die sowjetische Führung aufgekündigt. Nicht verbal, aber durch Tatsachen hinter dem Rücken der DDR-Führung.

    Kürzlich haben Gorbatschow-Vertraute 1400 Seiten Protokolle über das politische Konzept ihres Chefs in den letzten Jahren der Sowjetunion veröffentlicht. Darin sind bemerkenswerte Aussagen auch zur »deutschen Frage« enthalten. Wenn wahr sein sollte, was da drinsteht, trifft zu, dass Gorbatschow spätestens seit 1987 die DDR als Pfand nutzte, mit dem er wucherte, um das Vertrauen der USA und der alten Bundesrepublik zu bekommen.

    So erscheint auch mein Gespräch, das ich am 1. November 1989 in Moskau mit ihm hatte, in einem neuen Licht. Ich fragte ihn: „Michael Sergejewitsch, welchen Platz räumt die Sowjetunion beiden deutschen Staaten im gesamteuropäischen Haus ein? Im Westen gibt es Spekulationen, dass im Europäischen Haus für die DDR kein Platz mehr ist. “

    Gorbatschow machte auf mich den Eindruck, als habe er meine Frage nicht verstanden. Ich ergänze daher: «Die DDR entstand nach dem Zweiten Weltkrieg und im Ergebnis des Kalten Krieges. Sie ist also auch ein Kind der Sowjetunion. Es ist für mich wichtig zu wissen, ob die Sowjetunion zu ihrer Vaterschaft steht?“

    „Wo denkst du hin?“ fragte er und informiert mich, dass seine Mitarbeiter kürzlich mit Brzezinski gesprochen hätten. Sie hätten ihn gefragt, „ob sich die USA eine Wiedervereinigung Deutschlands vorstellen könnten?“

    Brzezinski habe geantwortet, „für ihn wäre das der Zusammenbruch“. Als ahnte Gorbatschow mein Misstrauen, sagte er:

    „In meinen jüngsten Gesprächen mit Thatcher, Mitterrand, aber auch mit Jaruzelski und Andreotti ist klargeworden, dass sie von den Realitäten der Nachkriegszeit, einschließlich der Existenz zweier deutscher Staaten, ausgehen. Die Fragestellung nach der Einheit Deutschlands wird von allen als äußerst explosiv betrachtet. Sie wollen auch nicht, dass der Warschauer Vertrag und die NATO aufgelöst werden. Sie sind für ein Verbleiben Polens und Ungarns im Warschauer Vertrag. Das Gleichgewicht in Europa darf nicht gestört werden, weil niemand weiß, welche Folgen das hat.“

    Das waren klare Worte, die er noch einmal bekräftigte, als er zusammenfasste: «Die Einheit Deutschlands steht nicht auf der Tagesordnung. Darüber hat sich die Sowjetunion mit ihren früheren Partnern aus der Zeit der Anti-Hitler-Koalition geeinigt. Genosse Krenz, übermittle dies bitte den Genossen des SED-Politbüros“ .


    Das, liebe Anwesende, erklärte mir der ranghöchste sowjetische Politiker noch am 1. November 1989!

    Ich konnte mir damals nicht vorstellen, dass die Führung der Sowjetunion hinter unserem Rücken die DDR zur Disposition stellt.

    Liest man heute allerdings, was sein Mitarbeiter Anatoli Tschernjajew nur wenige Tage später seinem Tagebuch anvertraut haben will, dann wird die Heuchelei deutlich, mit der die DDR behandelt wurde: „Eine ganze Epoche des sozialistischen Systems“ so heißt es dort, „ist zu Ende gegangen… Das ist das Ende von Jalta… Seht, was Gorbatschow gemacht hat. In der Tat, er hat sich als groß erwiesen…“.

    Noch am 24. November 1989 schickte mir der sowjetische Präsident aber eine Information über die Vorbereitung seines Treffens mit Präsident Bush auf Malta. Darin versicherte er: «Die DDR war und bleibt unser strategischer Verbündeter».

    Was ich damals nicht wusste, aber inzwischen durch den außenpolitischen Berater von Bundeskanzler Helmut Kohl, Herrn Horst Teltschik, dokumentiert ist: Drei Tage vorher übermittelte ein Vertrauter Gorbatschows an Bundeskanzler Kohl eine «sieben Seiten umfassende aktuelle Moskauer Erwägung für ein vereintes Deutschland».

    Diese Doppelzüngigkeit konnte zwar mein Verhältnis zur Sowjetunion nicht erschüttern, hat aber meine Meinung über Gorbatschow mitgeprägt. Die Tragik besteht darin, dass seine Politik einherging mit der Zerstörung einer Weltmacht, die trotz aller Unvollkommenheiten eine Alternative zum Kapitalismus war.

    Einer Weltmacht, die wesentlich dazu beigetragen hat, dass Europa von 1945 bis 1990 die längste Friedensperiode seiner neuesten Geschichte erlebte.

    Einer Weltmacht, ohne deren Beitrag zur Zerschlagung des deutschen Faschismus die Menschheit möglicherweise in die Barbarei zurückgefallen wäre.

    Diese welthistorischen Leistungen dürfen trotz notwendiger Kritik am Vergangenen niemals vergessen werden. Hitler konnte im heißen Krieg die Sowjetunion nicht zerschlagen. Das geschah erst 45 Jahre später infolge des Kalten Krieges, den beide gesellschaftlichen Weltsysteme gegeneinander geführt haben.

    Die Welt von heute ist weder gerechter noch sicherer geworden. 1991 kam nicht, wie viele Menschen gehofft hatten, ein besserer Sozialismus, sondern die Rekapitalisierung Osteuropas.

    Auch Deutschland ist nach 1990 nicht friedlicher, nicht sozialer, nicht gerechter geworden. Es ist staatsrechtlich zwar vereint, aber sozial, ökonomisch und auch mental weiter gespalten. Die Gegensätze innerhalb des Landes verlaufen zwischen oben und unten, zwischen arm und reich.

    Das Volkseigentum der DDR wurde liquidiert. 5 Prozent davon kam in Privateigentum Ostdeutscher, 85 Prozent ging in westdeutschen und 10 Prozent in internationalen Besitz über.

    Im Osten gibt es eine höhere Arbeitslosigkeit als im Westen, die Löhne und Renten sind hier auch noch niedriger. Der Grundsatz, gleicher Lohn für gleiche Arbeit und gleiche Renten für gleiche Lebensleistungen ist nicht verwirklicht.

    Über 100 000 Wissenschaftler der DDR wurden quasi über Nacht zu Rentnern, Frührentnern oder Arbeitslosen. Gegen Amtsträger der DDR wurden Zehntausende Strafverfahren eingeleitet, mit über 1 000 Verurteilungen, einschließlich hoher Freiheitsstrafen.

    Obwohl Ostdeutschland ca. 20% der Bevölkerung der Bundesrepublik stellt, sind nur ca. 5% der Ostdeutschen in Führungspositionen von Politik, Justiz, Armee, Medien, Kultur und Vorständen von Unternehmen. Dass Bundespräsident und Bundeskanzlerin aus dem Osten kommen, hängt nicht mit deren DDR-Biografien zusammen. Vielmehr wurden sie gewählt, nachdem sich westdeutsche Kandidaten für diese Funktionen politisch-moralisch verbraucht hatten.

    Die soziale Spaltung in Deutschland zieht die politische nach sich. Die aufgestaute Unzufriedenheit von Bürgern mit der aktuellen Politik der Merkel-Regierung, ihre Enttäuschungen über die etablierten Parteien, ihre Verbitterung über nicht eingehaltene Versprechen haben dazu beigetragen, dass sich in Deutschland innerhalb kurzer Zeit eine rechts von den Regierungsparteien CDU/CSU ausgerichtete Partei etablieren konnte.

    Diese Partei steht für Ausländerfeindlich. Sie nennt sich «Alternative für Deutschland». Der Name ist irreführend, weil ihr reaktionäres und nationalistisches Programm für Deutschland keine Alternative ist. Ich unterscheide zwischen den geistigen Brandstiftern einerseits und jenen, die – aus welchen Gründen auch immer – diese wählen. Die etablierten Parteien werden begreifen müssen, dass weder Wählerbeschimpfungen noch das Nachplappern rechter Parolen verlorenes Vertrauen zurückbringen, sondern nur die Hinwendung zu den tatsächlichen Problemen des Lebens.

    Vor nunmehr 99 Jahren begann die Oktoberrevolution, die die Welt erschütterte und veränderte. Auch wenn es Historiker und Politiker gibt, die sie inzwischen als «Staatsstreich», als «Putsch» oder «Aufruhr» herabwürdigen, ist sie nach meiner Überzeugung jene Revolution, die nach der Französischen von 1789 von der Geschichte zu Recht das Attribut «Große» erhielt.

    Ich stelle mir da schon die Frage: Was wäre wohl aus Europa und der Welt geworden, wenn die Sowjetunion dem deutschen Faschismus nicht den entscheidenden Schlag versetzt hätte? Wie hätten sich die Kolonialmächte gegenüber ihren Kolonien verhalten? Der Zerfall des Kolonialsystems ohne die Wirkungen der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution ist nicht vorstellbar. Ohne den Sozialismus hätte es möglicherweise nicht nur einen kalten, sondern einen neuen, dritten heißen Weltkrieg gegeben.

    Die Geschichte ist kein gradliniger Weg zum gesellschaftlichen Fortschritt. Es gibt auch Epochen des Rückschritts und der Stagnation. Die Entwicklung der Produktivkräfte mit allen ihren Auswirkungen geht trotzdem voran. Damit werden früher oder später neue und sicher aussichtsreichere Versuche zustande kommen, die Gesellschaft grundlegend zu ändern. Ich bin da ein Optimist.

    In diesem Zusammenhang erinnere ich an ein Wort des von den deutschen Faschisten ermordeten Vorsitzenden der Kommunistischen Partei Deutschlands, Ernst Thälmann. Er schrieb angesichts des revolutionären Aufschwungs in China im April 1927: „Die Augen der ganzen Menschheit sind auf China gerichtet, wo das älteste und größte Kulturvolk der Erde die imperialistischen Fesseln sprengt, in die es ein Jahrhundert lang geschlagen war.“

    Wieder schaut die Welt auf China. Wer wirklich Sozialismus will, kommt an den Erfahrungen Ihres Volkes nicht vorbei. Mir scheint besonders wichtig, dass es ein Sozialismus mit nationaler Prägung ist, der nicht – wie der untergegangene - ein Modell für alle Länder sein will. Ein Sozialismus als Ziel, als ein Jahrhundertprojekt, das eine sehr langfristige Entwicklung anvisiert. Ein Sozialismus, der aktiv an der Weltwirtschaft und damit an der internationalen Arbeitsteilung teilnimmt und so zu raschen Fortschritten in der Produktion und im wissenschaftlich-technischen Fortschritt gelangt, was dem Wohl des Volkes zugutekommt. Die ökonomische Stärke und der Einfluss der VR China auf die Weltwirtschaft ist bereits so stark, dass sie sie auf andere Länder ausstrahlt.

    Am 1. Oktober 1989 hatte ich Gelegenheit in einer persönlichen Begegnung mit Deng Xiao Ping Gedanken über Reformen im Sozialismus auszutauschen. Auch daraus ist meine Überzeugung gewachsen: Wenn die sozialistische Staatengemeinschaft in Europa in den achtziger Jahren zusammen mit China den Weg der Reformen gegangen wäre, stünde der Weltsozialismus heute stärker da. Der eingeschlagene Weg der KP Chinas wird neue Probleme und andere Schwierigkeiten hervorbringen als der untergegangene Sozialismus. Der weitere Erfolg wird aber wesentlich von der aktiven Rolle der Kommunisten und der Qualität ihrer ideologischen Arbeit abhängen, vor allem vom Vertrauensverhältnis der Bürger zu ihrem Staat.


    Liebe Genossinnen und Genossen,

    ich habe darauf verwiesen, dass nach dem Anschluss der DDR an die Bundesrepublik ca. 100 000 Wissenschaftler aus Akademien, Universitäten, Hochschulen und Forschungseinrichtungen der DDR entfernt wurden. Darunter auch ein ehemaliger Kollege von Ihnen, Professor Alfred Kosing. Er war Bereichsleiter für Dialektischen Materialismus des Institutes für marxistisch-leninistische Philosophie der Akademie für Gesellschaftswissenschaften in der DDR. Er hat seit 1990 dennoch privat seine Forschungsarbeit fortgesetzt und sein 1985 in der DDR erschienenes «Philosophisches Wörterbuch» überarbeitet. Entstanden ist ein umfangreiches «Marxistisches Wörterbuch der Philosophie», das durchaus ein streitbarer Beitrag zum Thema dieser Konferenz sein kann. Ich erlaube mir, es Ihnen zu überreichen.


























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    -----Original-Nachricht-----
    Betreff: Willenserklärung
    Datum: 2016-10-04T09:59:55+0200
    Von: "Carsten Hanke" hanke.lambrechtshagen@web.de





    Liebe MitstreiterInnen,


    im OKV sind eine Vielzahl von verschiedenen linksorientierten Verbänden organisiert.


    Folgende Willenserklärung zum 3.Oktober 2016 wurde im Ergebnis der gestrigen beeindruckenden Veranstaltung im UCI-Kinowelt Berlin verabschiedet.


    OKV


    WILLENSERKLÄRUNG

    anlässlich der »Alternativen Einheitsfeier« des Ostdeutschen Kuratorium von Verbänden e.V. am 3. Oktober 2016
    __________________________________________________________________________________________


    Das Ostdeutsche Kuratorium von Verbänden e.V. führt zum zehnten Mal in Folge am „Tag der Deutschen Einheit“ eine Alternative Veranstaltung durch.

    Wir – die 500 Teilnehmer – bekunden damit unseren unveränderlichen Willen, an diesem staatlich festgelegten Feiertag auf die eklatanten

    politischen, wirtschaftlichen, sozialen und juristischen Mängel nach 25 Jahren staatlicher Einheit aufmerksam zu machen.

    Das Volk der Deutschen Demokratischen Republik wurde niemals demokratisch darüber befragt, ob es unter den Bedingungen der kapitalistischen Bundesrepublik leben will.

    Die Abstimmung des Volkes über eine seinen Interessen entsprechende gesamtdeutsche Verfassung wird bis heute verwehrt.

    Wir stellen fest, dass wesentliche Regelungen des Grundgesetzes durch die herrschende Politik unterlaufen werden.

    Elementare Bestimmungen für eine Friedenspolitik und soziale Gerechtigkeit werden verletzt.

    Die Herstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse Ostdeutschlands mit den Ländern der alten Bundesrepublik ist in der wirtschaftlichen Leistung, den Löhnen

    und Sozialleistungen bis heute nicht realisiert.


    Unter dem Motto unserer heutigen Veranstaltung


    „Frieden. Freiheit. Solidarität“


    erheben wir besonders unsere Stimme gegen


    - die Beteiligung Deutschlands an Angriffskriegen in vielen Ländern dieser Welt;

    - den Export von Vernichtungswaffen im Interesse kapitalistischer Konzerne;

    - die wirtschaftliche Ausplünderung und soziale Ausgrenzung des eigenen und anderer Völker;

    - die Verunglimpfung und Schikanierung von Menschen, die durch Kriege und Ausbeutung aus ihrer Heimat fliehen mussten.


    Wir fordern endlich wirksame Maßnahmen gegen das Massensterben an den EU-Außengrenzen!

    Wir fordern eine menschenwürdige Einbürgerung von Flüchtlingen in die reichen Staaten!

    Unser – den Traditionen der DDR verpflichtetes – Verständnis von „Frieden. Freiheit. Solidarität“ ist ein anderes als das hohler Phrasen und inhaltsleerer Beteuerungen.


    Frieden bedeutet für uns, die Ursachen für dieses schlimmste Verbrechen an der Menschheit zu beseitigen:

    Die Ausbeutung anderer Völker und die Missachtung deren Recht auf Selbstbestimmung über die Gestaltung ihrer Gesellschaft.


    Wir sind gegen den Export „westlicher Werte“ als Staatsdoktrin!

    Freiheit ist für uns keine hohle Phrase.

    Persönliche Freiheiten sind nur dann zu erreichen, wenn die Menschen dafür über die lebensnotwendigen Voraussetzungen verfügen.

    Deshalb gehören Freiheit, Frieden und soziale Gerechtigkeit untrennbar zusammen.

    Solidarität ist eine Kategorie des Kampfes für ein menschenwürdiges Leben in Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit, gegen Krieg, Ausbeutung und Unterdrückung,

    sie stellt für uns nicht allein und vorrangig das Sammeln von Spenden dar. Es erfordert vielmehr die solidarische

    Unterstützung der unterentwickelten Länder und nicht die Ausplünderung ihrer Naturreichtümer und ausgebildeten Arbeitskräfte für den Profit des Kapitals.

    Angesichts des Versagens der im Parlament vertretenen Parteien zur Gestaltung einer besseren Gesellschaft setzen wir uns dafür ein und fordern dazu auf,

    Menschen unterschiedlicher Herkunft und politischen Anschauung zur außerparlamentarischen Durchsetzung dieser Ziele

    zusammenzuführen.



    Mit solidarischen Grüßen

    Carsten Hanke

    www.hanke-mv.de


















Erinnerungen an die X. Weltfestspiele der Jugend und Studenten 1973 in der damaligen Hauptstadt der DDR Berlin - DDR-Erinnerungen - Ostsee-Rundschau.de - Neue Unabhängige Onlinezeitungen (NUOZ)





Dean Reed - Schauspieler, Sänger, Regisseur - www.deanreed.de - Homepage von Dean Reed und Internationale Online-Zeitung für Frieden, Humanismus, Völkerverständigung und Kultur
American Rebell auf deanreed.de - Internationale Online-Zeitung für Frieden, Humanismus, Völkerverständigung und Kultur - American Newspaper - www.DeanReed.de






Über das Leben in der DDR auf Ostsee-Rundschau.de. Egon Krenz  auf dem Treffen von Freunden anlässlich des 70. Jahrestages der Gründung der FDJ: Unsere Lebensläufe änderten zwangsläufig ihre Richtung. Viele schafften es, sich eine neue Existenz aufzubauen. Manche wurden Kleinunternehmer mit Selbstausbeutung. Andere trafen sich auf dem Arbeitsamt oder in berufsfremden Branchen wieder, nicht wenige wurden trotz hervorragender Ausbildung Hilfsarbeiter oder blieben Hartz IV-Empfänger...










Die ehemalige Ministerin für Volksbildung der DDR


Margot Honecker


verstarb am 6.Mai 2016 in Chile





•    Kondolenzschreiben zum Ableben von Genossin Margot Honecker








Erinnerungen an das Leben in der DDR auf Ostsee-Rundschau.de





Erster frei gewählter Rektor Prof. Dr. Heinrich Fink stellt seine Erinnerungen vor: "Wie die Humboldt-Universität gewendet wurde"


Staatszirkus der DDR

Manfred Wekwerth

Bertolt Brecht

Gisela May

Hanns Eisler


DDR-Kabinett Bochum

DDR-Fliegerkosmonaut Sigmund Jähn

Peter Sodann Bibliothek Staucha

Kosmonautenzentrum "Sigmund Jähn"

Radsportmuseum "Course de la Paix"

Freundeskreis Palast der Republik

DDR-Luftverteidigung - Luftstreitkräfte der DDR

Verband zur Pflege der Traditionen der NVA und der Grenztruppen der DDR

DDR-Passkontrolle

DDR-Nationalhymne

Traditionsverband Nationale Volksarmee e.V.

Auszeichnungen der DDR

VOLKSKAMMER - DAS DESIGN RESTAURANT

DDR-Urlaub - Anreise zur Ostsee

Walzerbahn Fahrgeschäfte in der DDR

Publikationen von Klaus Blessing

Erstes Berliner DDR-Motorradmuseum

Die EJB am Werbellinsee

Erinnerungen an die Erdgastrasse

Trabbi Freunde Witten

Web-Radio DDR-MV

DDR-im-Web.de

Trabant-Club Sputnik e.V.

DDR-Interflug

DSR-Seeleute e. V.

DDR-Binnenschifffahrt

DDR-Museum Pirna

Technikmuseum Pütnitz

Die Geschichte der DDR-Computertechnik

DDR-Museum Klettenberg

DDR-Museum Burg/Spreewald

DDR-Spielzeugmuseum Ilmenau

Ausschnitte aus DDR-Kindersendungen

DDR-Filmarchiv

Museumsbaracke "Olle DDR" Apolda

DDR-Museum Tutow

DDR-Museum Malchow

Zweiradmuseum Sievertshagen

DDR-Museum "Ostalgie-Kabinett"

DDR-Museum Dargen

DDR-Museum Wernitzgrün

Kaufhalle des Ostens

DDR-Spielzeugmuseum Aschersleben e. V.

Arbeitsgemeinschaft "DDR-Spezial"

DDR-Restaurant Domklause

DDR-Design-Hostel Berlin

DDR-Museum Waren (Müritz)

DEFA-Stiftung

Comics in der DDR

Fahrzeugmuseum Suhl

DDR-Modellbahn-Museum

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Schalmeien-Orchester "Fritz Weineck" Berlin

Ostmusik.de

Singeclub Ernesto Che Guevara

Frank Schöbel

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Was war die DDR?









"In der DDR steckte die Aufbauleistung von Generationen"
"mdw"- Herausgeber und Chefredakteur André Wannewitz
im Zeitzeugen-Gespräch mit Egon Krenz









Für eine ehrliche Presse! Gegen lügende Medien!






Wer lügt wirklich? | Beitrag in der Neuen Rheinischen Zeitung | Lügen zum Jahrestag der 1990 geschaffenen Währungsunion BRD/DDR | So nicht, Herr Schäuble! | Von Hans Fricke



















Historische Reden und Aussagen












Neue Verantwortung Deutschlands für Frieden, Freiheit, Demokratie und Gerechtigkeit - Rede von Oskar Lafontaine bei der Gedenkveranstaltung der Linksfraktion im Bundestag 
 zum 70. Jahrestag der Befreiung vom Faschismus. Weiterlesen: http://www.oskar-lafontaine.de/links-wirkt/details/t/neue-verantwortung/




















Wer lügt wirklich bei der Aufarbeitung der DDR-Geschichte?













•    Rede von Egon Krenz "70 Jahre nach der Befreiung Europas vom deutschen Faschismus" in PDF-Format














Historische Reden und Aussagen















70 Jahre nach der Befreiung Europas vom deutschen Faschismus

(Rede von Egon Krenz, ehemaliger Vorsitzender des Staatsrates der DDR und Generalsekretär des ZK der SED, auf Veranstaltungen zum 8./9. Mai 2015)



Liebe Freunde,

kürzlich erhielt ich eine mich sehr bewegende E-Mail aus Russland. Ein russischer Freund, mit dem zusammen ich vor 50 Jahren in Moskau studiert hatte, schrieb mir:


„Wir haben den Krieg gewonnen und letztlich doch verloren. An unseren Grenzen steht die NATO. Fremde Truppen in der Nähe unserer Heimaterde, das sollte
es nach den furchtbaren Erfahrungen des deutschen Überfalls vom 22. Juni 1941 nie wieder geben. Dafür starben Millionen meiner Landsleute. Siebzig Jahre
danach wird Russland von Deutschland wieder bestraft, nicht mit einem Überfall, aber mit einem Wirtschaftskrieg und mit übler Hetze gegen mein Heimatland.“




Soweit Gedanken und Gefühle eines Russen, der als junger Mann noch Kriegsteilnehmer war.

Eine Einzelmeinung? Oder nur die Äußerung eines verbitterten alten Mannes? Keineswegs!

Die Russen haben aus ihrer Geschichte heraus ein gutes Gefühl dafür, wer ihrem Land Gutes will und wer es demütigt.

Die USA, die offen den Beitrag Russlands als Sieger über den Hitlerfaschismus verkleinern und das Land als gleichberechtigten Faktor der Weltpolitik ausschalten wollen,

stoßen auf Gegenwehr nicht nur bei Putin, sondern vor allem bei der Mehrheit der Bevölkerung.

Viele Russen gehen davon aus, dass Deutschland an der Seite der USA steht, was seit Monaten zum erheblichen Prestigeverlust der deutschen Politik in Russland geführt hat.

Das beeinflusst auch negativ die vermeintliche deutsche Vermittlerrolle im Konflikt mit der Ukraine, weil Deutschland einseitig Partei gegen Russland ergreift.

Wer sich hierzulande bemüht, über solche Zusammenhänge auch nur nachzudenken, für den wurden neue Wörter erfunden.

„Russlandversteher“ oder „Putinversteher“ heißen sie.

Bestimmte Medien benutzen sie gar als Schimpfwort gegen Menschen, denen die antirussichen Ausfälle hierzulande missfallen und diese als „Russenphobie“ kritisieren.




Was wahr ist, muss wahr bleiben! Gegen Umdeutungen der Geschichte!




Für mich ergibt sich aber die Frage:

Kann eine deutsche Regierung überhaupt konstruktive Russlandpolitik machen, wenn sie sich nicht bemüht, das Land zu verstehen,

sich in die Probleme Russlands hineinzudenken oder auch nur hinein zu fühlen?


Das muss ja durchaus nicht bedeuten, alle russischen Entscheidungen zu akzeptieren.

Doch sich verstehen ist notwendig, um überhaupt zusammen leben zu können.

Wer sich weigert, die Politik seines Nachbarn zu verstehen, der wird keinen freundschaftlichen Zugang zu ihm finden können.

Dies ist letztlich zum Nachteil Deutschlands.


Jede verpasste Chance in den Beziehungen zu Russland, ist immer auch eine vertane Zukunftschance für Deutschland.


Deutschland hat eine sichere Zukunft nur mit und nicht gegen Russland.

Das wusste schon der Eiserne Kanzler Bismarck.

Wenn Regierende heutzutage über die Beziehungen Deutschland zu Russland sprechen, halten sie es nicht einmal für erwähnenswert, dass es mehr als 40 Jahre lang eine enge Gemeinschaft UdSSR/DDR gab,

die auch bei notwendiger differenzierter Betrachtung viel Gutes für uns Deutsche brachte.

DDR Bürger haben einen enormen Anteil daran, dass sich in der Nachkriegszeit das Bild vom verbrecherischen Deutschen, der das Sowjetland verwüstet hatte, von Grund auf veränderte.

Aus Gegnern wurden Freunde. Das ist auf deutscher Seite in erster Linie das Verdienst der DDR.

Wenn bei Umfragen Ostdeutsche heutzutage oft ein anderes Russlandbild haben als Menschen, die im Westen groß geworden sind, dann hängt das mit der DDR zusammen.




Was wahr ist, muss wahr bleiben! Gegen Umdeutungen der Geschichte!




Hier wurde die Antisowjethetze bekämpft.

In Ostdeutschland wurde schon gleich nach dem Krieg damit begonnen, Wahrheiten über die Russen zu verbreiten, während sich in Westdeutschland oft das von den Nazis verbreitete Bild vom „bösen Russen“ hielt.

Für einen Russen ist es nach all dem heute schwer zu verstehen, dass die deutsche Verteidigungsministerin so kurz vor dem „Tag des Sieges“ ins Baltikum fährt, um die „deutsche Speerspitze“ einer Eingreiftruppe

zu bekräftigen.

Abgesehen vom Inhalt, fehlt bei solchen Aktionen jedes Einfühlungsvermögen in die deutsch-russische Geschichte und auch in die russische Mentalität.

Ich gestehe, mich hat die oben erwähnte E-Mail aus Moskau sehr betroffen gemacht.

Sie hat auch bei mir Emotionen frei gesetzt.

Unwillkürlich erinnerte ich mich an mein Treffen mit Gorbatschow am 1. November 1989.

Ich hatte ihn damals daran erinnert, dass die DDR im Ergebnis des Sieges der UdSSR im Zweiten Weltkrieg und des folgenden Kalten Krieges entstanden war.

Also auch ein Kind der Sowjetunion war. Ich fragte ihn, ob die Sowjetunion angesichts der Situation im Herbst 1989 weiterhin zu ihrer Vaterschaft stünde.

Er erklärte mir, dass es daran keinen Zweifel gebe.

Und er sagte auch warum:

Solange nämlich NATO und Warschauer Vertrag bestünden, solange werde es keine deutsche Einheit geben.

Der einzige Grund für ihn, so Gorbatschow damals, über die deutsche Einheit nachzudenken, wäre die gleichzeitige Auflösung der beiden sich feindlich gegenüberstehenden Militärblöcke.

Das aber, so der sowjetische Präsident, könne sich kein ernsthafter Politiker in der Welt vorstellen, weder in den USA, noch in Frankreich, Großbritannien oder sonst wo.


Das war – wie gesagt – noch am 1. November 1989!


Bald änderte Gorbatschow seine Meinung. Schon Anfand Dezember 1989 erklärte er gegenüber dem amerikanischen Präsidenten bei stürmischer See auf Malta den Kalten Krieg einseitig für beendet.

Ziemlich vertrauensselig wunderte er sich darüber, dass Bush sen. es ihm nicht gleich tat, sondern die USA zum Sieger im Kalten Krieg ausrief, während er, Gorbatschow, naiv dafür warb,

dass es keine „Sieger und Besiegte“ des Kalten Krieges, sondern nur „Gewinner“ gebe.


Gorbatschow ließ sich von den USA über den Tisch ziehen,


gestand der NATO ihre weitere Existenz trotz Auflösung des Warschauer Vertrages zu und machte hinter dem Rücken der DDR-Führung den Weg zur

deutschen Einheit frei, ohne dafür vertraglich bindend politische Gegenleistungen zu fordern.


Das Ergebnis: Das Territorium der Warschauer Militärkoalition, das einst die Sowjetarmee befreit hatte,

wurde innerhalb kurzer Zeit nicht blockfrei, sondern dem Militärbündnis des politischen Gegners zugeschlagen.



Gorbatschow gab sich leichtgläubig mit einer mündlichen Versicherung zufrieden, dass sich die NATO nicht weiter nach Osten ausdehnen würde.


Zwar bestreiten einige Politiker nachträglich, dass es je eine solche Zusicherung gegeben habe.


Doch die Archive sprechen eine andere Sprache.




Was wahr ist, muss wahr bleiben! Gegen Umdeutungen der Geschichte!




Der damalige NATO-Generalsekretär Wörner hatte am 17. Mai 1990 öffentlich bekannt gegeben:

„Schon der Fakt, dass wir bereit sind, die NATO-Streitkräfte nicht hinter den Grenzen der BRD zu stationieren, gibt der Sowjetunion feste Sicherheitsgarantien.“


Das war – wie gesagt - im Mai 1990. Da gab es die DDR noch.


Das heißt: Die Sicherheitsgarantie der NATO lautete eigentlich sogar:

Östlich von Elbe und Werra, also den damaligen Ostgrenzen der BRD, sollten keine NATO-Truppen stationiert werden.

Das bedeutet: Auch auf dem Territorium der DDR nicht!


Dass Monate nach dieser Erklärung die UdSSR zerschlagen wurde, kann nicht als Vorwand dafür gelten, die gemachten Zusagen der NATO nicht einzuhalten.

Bekanntlich ist die Sowjetunion nicht durch Volkes Willen aufgelöst worden.

Nicht durch einen Volksaufstand. Eine Volksbefragung hatte dagegen ergeben, dass die Mehrheit der Sowjetbürger für den Erhalt der Union war.

Die Sowjetunion wurde von Teilen der sowjetischen Elite von oben zerschlagen. Das hat Gorbatschow und Jelzin die Sympathie des Westens gesichert.

Mit dem ständig alkoholisierten Jelzin hatten die USA und ihre Verbündeten zudem ein leichtes politisches Spiel.

In den Vorzimmern der Macht saßen US-amerikanische Berater.

Damit und mit der Verschleuderung des russischen Volksvermögens an US- amerikanische und internationale Konzerne wie es der Oligarch Chodorkowski betrieb, hat Putin Schluss gemacht.

Er stellt wieder russische Interessen in den Vordergrund.

Das bringt ihm im eigenen Lande hohe Sympathiewerte.


Damit hat er aber auch den Haß jener Kräfte auf sich gezogen, die Russland als gleicberechtigten Teilnehmer an der Lösung internationaler

Probleme ausschalten wollen und das Land lediglich - wie es Obama frank, frei und arrogant verkündete - nur als “Regionalmacht” betrachten.

Ziel ist es, in Russland ein dem Westen zugewandtes Regime zu installieren.





Was wahr ist, muss wahr bleiben! Gegen Umdeutungen der Geschichte!




Nichts lieber hätten diese Leute als einen Maidan auch auf dem Roten Platz in Moskau.

An diesem Punkt muss angesetzt werden, wenn es um die Ursachen der Konflikte in der Welt geht. Vieles, was heute in der Welt durcheinandergeraten ist, die Konflikte im Irak, in Syrien, in Libyen, im Jemen,

aber auch in der Ukranine, hängen mit den Jahren 1989 bis 1991 zusammen als die Sowjetunion zerschlagen wurde.

Die UdSSR war bis dahin eine Barriere gegen die Weltmachtambitionen der USA.

Undenkbar, dass es bei ihrer Existenz einen so breiten Gürtel von Bürgerkriegszonen gegeben hätte, wie wir sie jetzt im Nahen und Mittleren Osten erleben, wo der Westen unter der Losung

des “Sturzes von Diktatoren” und der Menschenrechte im Prinzip Bürgerkrige erst möglich gemacht hat.

Ohne die Sowjetunion fehlt jedes Korrektiv. Den USA ging es 1989 nur zweitrangig um die deutsche Einheit, viel wichtiger war für sie, dass Russland seine Streitkräfte aus Mitteleuropa

abzog und sie sich selbst hier festsetzten und ihre Atomwaffen weiter stionieren konnten. Nicht die Rückkehr der altrussischen Krim in die Russische Föderation ist die Ursache dafür,

dass Russland und sein Präsident vom Westen verteufelt werden.

Es gibt Beispiele genug, wie das lange vor der dem Staatsstreich in der Ukraine entstand.

Ich erinnere auch an die antirussische Propaganda im Zusammenhang mit den olympischen Winterspielen in Sotschi.

Geschichtsinteressierten dürfte noch gut bekannt sein, dass einst die Nazis Vorurteile, Feindschaften und Hass gegen die Sowjetunion schürten,

um die Deutschen für einen Krieg reif zu machen.


Was ja auch gelang. Allein dieser geschichtliche Umstand sollte daran erinnern, dass Russenphobie kein Ersatz für konstruktive Politik sein kann.

Russlands Abwehr der Osterweiterung der NATO kommt ja nicht wie Phönix aus der Asche. Putin hat den Westen rechtzeitig gewarnt, den Bogen nicht zu überspannen.

Vor dem Deutschen Bundestag sagte er schon im September 2001, als an den Staatstreich in der Ukraine noch nicht zu denken war, in einwadfreiem Deutsch, also für jeden verständlich:


„Wir haben immer noch nicht gelernt, einander zu vertrauen… Mal verlangen wir Loyalität zur NATO, mal streiten wir uns

über die Zweckmäßigkeit ihrer Ausbreitung.

Wir können uns immer noch nicht über die Probleme im Zusammenhang mit dem Raketenabwehrsystem einigen….

Die Koordinationsorgane geben Russland keine realen Möglichkeiten, bei der Vorbereitung von Beschlüssen mitzuwirken.

Heutzutage werden Entscheidungen ohne uns getroffen. Wir werden dann nachdrücklich gebeten, sie zu bestätigen…

Wir sollten uns fragen, ob das normal ist, ob das eine echte Partnerschaft ist? … “



Und weiter: „ …wir (haben) uns bis jetzt noch nicht von vielen Stereotypen und ideologischen Klischees des Kalten Krieges befreit …“.




Das war vor fast 14 Jahren!



Auf der 43. Münchener Sicherheitskonferenz im Februar 2007 wurde er noch deutlicher:



„Nebenbei gesagt, lehrt man uns - Russland – ständig Demokratie.

Nur die, die uns lehren, haben selbst, aus irgendeinem Grund, keine rechte Lust zu lernen ...”

Man darf”, forderte er, “ die UNO nicht durch die NATO oder die EU ersetzen ...

Ich denke, es ist offensichtlich, dass der Prozess der NATO-Erweiterung keinerlei Bezug zur Modernisierung der Allianz selbst oder zur Gewährleistung der Sicherheit in Europa hat.

Im Gegenteil, das ist ein provozierender Faktor, der das Niveau des gegenseitigen Vertrauens senkt.

Nun haben wir das Recht zu fragen: Gegen wen richtet sich diese Erweiterung?

Und was ist aus jenen Versicherungen geworden, die uns die westlichen Partner nach dem Zerfall des Warschauer Vertrages gegeben haben?”



Soweit Auszüge aus bekannten Reden, an die in Deutschland kaum noch erinnert wird.

Die USA und die NATO sind auf Russlands Bedenken nie eingegangen.

Dagegen ist oft von den “Ängsten der Polen und Balten” vor den Russen die Rede, obwohl es dafür keine ernsthaften Gründe gibt.

Putin hat das mehrfach gesagt.

Die Ängste der Russen dagegen spielen in der politischen Öffentlichkkeit keine Rolle, obwohl sie durch die Politik der USA und der NATO angeheitzt werden:


Ende Februar zum Beispiel stellte sich im estnischen Narva ein US-Panzer mit Sternenbanner am Grenzübergang zu Russland auf.

Bei einem solchem Bild erinnere ich mich an den 27. Oktober 1961, als sowjetische und amerikanische Panzer sich in Berlin gefechtsbereit gegenüber standen und die Welt

von einem Dritten Weltkrieg nur durch einen weißen Grenzstrich in der Berliner Friedrichsstraße getrennt war, wie Chruschtschow das damals ausdrückte.

Im März dieses Jahres fanden sich 3.000 NATO-Soldaten mit 750 Panzern und schwerem Gerät zu Manövern im Baltikum ein.

NATO-Marine-Schiffe probten im Schwarzen Meer.

Stützpunkte an Russlands Grenzen werden erweitert und neue Militär-Strukturen dort geschaffen.

Die von den USA dominierte NATO agiert mit zunehmender Aggressivität.


Das verschärft die Lage! Macht Angst vor einem Krieg.

Da frage ich einfach mal: Wie würden wohl die USA reagieren, würde Russland beispielsweise gleiches in Venezuela oder auf Kuba tun?

Zu dieser Vorstellung brauchen wir ja nicht einmal viel Phantasie.

Es gibt ja ein historisches Beispiel aus dem Jahre 1962, als die Menschheit kurz vor einem von den USA angedrohten Atomkrieg stand.


Nein, liebe Freunde, die Zukunftsvision eines friedliebenden Europa zerschellte nicht in der Ostukraine, auch nicht auf der Krim.

Sie zerbrach schon in den neunziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts, als NATO - Staaten Jugoslawien bombardierten.

Sie machten damit aus dem Kalten einen heißen Krieg. Erstmals seit 1945. Und das mitten in Europa.

Russland und Putin werden hierulande politisch instrumentalisiert, um deutsche Verantwortung in der Welt militärisch zu begründen, die Aufrüstung

der NATO- Staaten zu rechtfertigen und mehr Geld für die Aufrüstung zu bekommen.

Dazu wird suggeriert, Putin wolle die Sowjetunion wieder herstellen.

Was für ein Quatsch!

Putin ist Oligarch und weit davon entfernt, Sozialist oder Kommunist zu sein.

Sicher weiß auch er, dass es für die Wiederherstellung der UdSSR gar keine politischen Voraussetzungen gibt.

Mir geht es auch nicht um seine Ideologie, wohl aber um die Rolle seines Landes, das aus vielerlei Gründen einen gleichberechtigten und sicheren Platz

in der Völkerfamilie verdient hat.

Ich gehöre zu jenen Deutschen, die der Meinung sind, dass die Nichtteilnahme der Bundeskanzlerin an der Militärparade anlässlich des „Tages des Sieges“

in Moskau ein politischer wie moralischer, vor allem aber ein strategischer Fehler ist.

Sie hat dem Druck der USA nachgegeben, die die Russische Föderation als „Regionalmacht“ demütigen wollen.

Dazu ein kurzer Blick in die Geschichte: Als Hitlers Krieg gegen die UdSSR begann, sagte US-Senator Truman, der spätere US-Präsident:


"Wenn wir sehen, dass Deutschland siegt, sollten wir Russland helfen, und wenn wir sehen, dass Russland siegt, sollten wir Deutschland helfen …“



Das ist genau jenes Muster, das kürzlich George Friedmann, Chef eines zwar privaten, aber weltbekannten US-amerikanischen Instituts für Strategische Studien,

in aller Offenheit für die Politik der USA seit über 100 Jahren eingestanden hat.

Er bekannte: Den USA sei es immer darum gegangen, eine Allianz zwischen Russland und Deutschland zu verhindern.

Sie berge nämlich das gefährlichste Potential in sich, denn eine solche würde eine Verbindung zwischen deutscher Technologie und deutschem Kapital

und russischen natürlichen und menschlichen Ressourcen nach sich ziehen.



Das heißt:


Deutschland und Russland sollen gegeneinander aufgehetzt werden,


damit beide Länder geschwächt werden und die USA die siegreichen Dritten sind.



Das ist eine verblüffende Offenheit.

Sie ist zwar zynisch, aber leider wahr.


Wer meiner Interpretation des Auftritts von George Friedmann misstraut,

kann sich jederzeit ein entsprechendes Video im Internet ansehen.

Er wird dies bestätigt finden.



Dass die Kanzlerin trotz des Drucks aus den USA am 10. Mai am „Grabmal des Unbekannten Soldaten“ in Moskau einen Kranz niederlegen will,

hat emotional wohl viel mit ihrem ersten Leben in der DDR zu tun.

Hier wurde der 8. Mai schon kurz nach Gründung der DDR als „Tag der Befreiung“ begangen.

Hier gehörte es zum politischen Alltag, die Befreier Deutschlands zu würdigen. Die aus der UdSSR und die ihrer Alliierten.


Frau Merkel lässt aber außer Acht, dass das Sicherheitsbedürfnis Russlands gerade auch aus einem Datum deutscher Geschichte resultiert.

Dies ist der 22. Juni 1941, als Nazideutschland wortbrüchig die UdSSR überfiel. Wer mit dieser geschichtlichen Schuld belastet ist, darf

weder „Strafaktionen“ noch „NATO Sperrspitzen“ gegen Russland unterstützen.

Vielmehr müssen alle Gelegenheiten genutzt werden, die Russland und Deutschland näher bringen.

Zu Beginn dieses Jubiläumsjahres gab Bundespräsident Gauck im Januar der DPA ein Interview.

Darin behauptet er:

„Anders als noch vor drei Jahrzehnten ist es heute in Deutschland anerkannt, dass der 8. Mai 1945 ein Tag der Befreiung war“.


Herr Gauck macht damit den Eindruck, als wäre er schon damals Bundesbürger gewesen. Die DDR zählt er inzwischen gar nicht mehr zu Deutschland.

Als gewesener DDR-Bürger müsste er doch wenigstens wissen, dass in der DDR 1985 der 8. Mai schon zum 40. Male begangen worden war.

Er war Gedenktag und von 1950 bis 1966 und erneut 1985 sogar gesetzlicher arbeitsfreier Feiertag.

Der 8. Mai markiert nicht – wie das heute fälschlicherweise heißt - das Weltkriegsende.

Der Weltkrieg war erst am 2. September 1945 zu Ende, nachdem auch Japan kapituliert hatte. Zuvor hatten die USA dort noch zwei Atombomben eingesetzt.

Der 8. Mai markiert vielmehr, dass Deutschland eine 4-fache Befreiung erlebte, auch wenn das damals sehr vielen Deutschen nicht bewusst war:

Deutschland wurde befreit von der Herrschaft des Faschismus.

Es wurde befreit von dem Zwang, sich weiterhin dessen Rassenwahn zu unterwerfen.

Es wurde befreit von dem Zwang, weiter dessen Eroberungsdrang zu folgen, und

es wurde befreit von dem Zwang, sich weiter an Kriegsverbrechen und Völkermord zu beteiligen.

Es ist richtig: In der alten Bundesrepublik sprach Altbundespräsident von Weizsäcker 1985 in seiner Gedenkrede

vor dem Deutschen Bundestag zwar auch vom „Tag der Befreiung“.

Doch im Unterschied zur DDR:

Zum ersten Mal seit 40 Jahren!


Dennoch: Ein gesamtgesellschaftlicher Konsens darüber ist doch bis heute nicht gefunden worden.

Wie sonst kommt der Bundespräsident dazu, in dem genannten Interview folgendes zu behaupten:


„Woran allerdings nicht jeder Westdeutsche sofort denkt: dass dieser Tag der Befreiung für einen Teil der Deutschen, nämlich die Ostdeutschen,

eine Befreiung zu neuer Unfreiheit war“.



Eigentlich bedarf eine solche geschichtsfremde Äußerung, die dazu der Überzeugung sehr vieler Ostdeutscher widerspricht,

keines Kommentars, stünde dahinter nicht der Versuch, die Geschichte des 20. Jahrhunderts umschreiben zu wollen.

Wie komme ich zu einer solchen Meinung?

Im Juni 2013 hielt Herr Gauck vor dem „Deutsch-russischen Forum“ in Potsdam eine Rede, über die eine Zeitung titelte[1]:


„Gauck rät Russland zur Aufarbeitung“

Gut, dachte ich, eigenartig zwar, dass ausgerechnet ein deutsches Staatsoberhaupt den Drang verspürt, Russland zu erklären,

wie es mit seiner Geschichte umzugehen hat.

Den Russen zu sagen, was gut und was schlecht für ihr Land ist. Eine gewisse Zurückhaltung, so meine Meinung, wäre angesichts unserer belasteten

Geschichte für deutsche Politiker angebracht.

Das bedeutet keineswegs, dass ich von einer allgemeinen „deutschen Kollektivschuld“ spreche, die auch nachgeborene Generationen

für deutsche Verbrechen im Zweiten Weltkrieg verantwortlich macht.

Nein, das tue ich nicht.

Aber Politiker haben die Verantwortung, sensibel mit geschichtlichen Tatsachen umzugehen.



Was wahr ist, muss wahr bleiben! Gegen Umdeutungen der Geschichte!




Und zu diesen Tatsachen zählt, dass von den über 50 bis 60 Millionen Toten des Zweiten Weltkrieges

nach neuesten Zahlen allein 28 Millionen Sowjetmenschen waren, darunter die Mehrheit Russen.

Sollte nicht allein dies für Deutschland Anlass sein, einen ähnlich behutsamen Umgang mit Russland zu pflegen wie die Bundesrepublik es beispielsweise mit Israel macht?

Nun gut, dachte ich, Herr Gauck sieht das anders. Er hielt ja im vergangenen Jahr zum 75. Jahrestag des Kriegsbeginns in Polen auch eine stark antirussische Rede,

in der er es nicht für notwendig hielt, auf die russischen Opfer des Krieges hinzuweisen.


Also schauen wir mal, was Russland nach seiner Meinung denn überhaupt aufarbeiten soll?


Und da lese ich:

„Nur, wer seine Schuld eingesteht, kann seine Vergangenheit aufarbeiten“.



Soweit so gut.

Ziemlich allgemein, meine ich.

Doch Herr Gauck überträgt diese von ihm formulierte Norm auch auf die deutsch-russische Geschichte.


Und er macht es ziemlich autoritär.

"Sie haben Pech, aber ich betrachte mich als Fachmann auf diesem Gebiet",

so stellte er sich den russischen Teilnehmern der 15. Potsdamer Begegnungen vor.


Und dann kommt der folgende Gedanke des Herrn Gauck:


• In Deutschland und Russland habe es schreckliche Diktaturen gegeben.

Eine selbstkritische Geschichtsschreibung habe Deutschland jedoch geholfen, die Fehler der Vergangenheit aufzuarbeiten.

Das Land habe erst zu sich und später zu anderen gefunden, als es sich seine Kriegsverbrechen eingestand.




Mit Blick auf Russland formulierte er dann:

Trauere eine Nation jedoch ihrem vergangenen imperialen Mythos nach und selektiere ihr historisches Wissen, erschwere sie sich

den Weg in eine zivile Gesellschaft.



Wie anders soll man das verstehen als einen Hinweis darauf, dass nun auch Russland Reue zeigen müsse?

Offensichtlich geht es dem Bundespräsidenten um die Schuldfrage am Ausbruch des Zweiten Weltkriegs.


Ein Streit um die Geschichte ist ja immer auch ein Streit um die Gegenwart.


Die Umdeutung der Geschichte ist inzwischen mit einer Neuverteilung der Schuld verbunden.


Herr Gauck gehört ja zu den Erst-Unterzeichnern der sogenannten Prager Erklärung vom 3. Juni 2008, die dazu auffordert,

den 23. August, also den Tag der Unterzeichnung des sogenannten „Hitler-Stalin-Paktes“ als europäischen Gedenktag zu begehen.



Das heißt: Es wird relativiert.

Man will zwei Schuldige am Krieg haben: Hitler und Stalin.

Nicht Deutschland allein, sondern im Bunde mit der Sowjetunion!

Seit langem ist zu beobachten, dass auch in Deutschland Politiker, Historiker und Medien, die gesamte Geschichte des 20. Jahrhunderts

„antisowjetisch“ und „antirussisch“ interpretieren.



Was wahr ist, muss wahr bleiben! Gegen Umdeutungen der Geschichte!




Demzufolge formulierte auch der Präsident des Deutschen Bundestages, Lammert, aus Anlass des 75. Jahrestages

des Kriegsbeginns am 10. September vergangenen Jahres folgendes:

„ Dem deutschen Überfall war ein diplomatisches Schurkenstück vorausgegangen, … ein Angriffspakt zweier ideologischer Antipoden“,

… die sich „darauf verständigt hatten, Mitteleuropa mit imperialer Brutalität in Einflusssphären untereinander aufzuteilen.“[2]



Man muss wirklich kein Stalinverteidiger sein, um auf die historische Tatsache hinzuweisen, dass Hitler seine Kriegsziele schon Jahre

vor dem angeblichen „Schurkenstück“ festgelegt hatte.

Dieses „Schurkenstück“ heißt übrigens historisch korrekt nicht „Hitler-Stalin-Pakt“, sondern „Nichtangriffsvertrag zwischen

dem Großdeutschen Reich und der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken“.

Man mag viele Argumente gegen den Vertrag vorbringen können.

Auch viele deutsche Kommunisten waren damals und auch später irritiert, dass die Sowjetunion einen Vertrag mit Hitler-Deutschland

abgeschlossen hatte und dass dazu auch noch eine Geheimabkommen gehörte.

Doch, daraus zu schließen, auch die Sowjetunion sei schuld am Ausbruch des Zweiten Weltkrieges, geht an den Realitäten vorbei.

Bei allem Zweifel an dem deutsch-sowjetischen Vertrag darf niemals vergessen werden:

Hitler plante und führte den Krieg von Anfang an als einen Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion.


Schon in seinem Buch „Mein Kampf“ hatte er die Eroberung von „Lebensraum im Osten“ verkündet.

Er wollte einen Krieg gegen den „jüdischen Bolschewismus“, was sein Synonym für Sowjetunion war.

Dass die sowjetische Führung angesichts dieser Pläne alle Versuche unternahm, diesen Krieg so weit wie möglich hinauszuschieben

und dabei in erster Linie an ihre eigenen Bürger und an ihre eigene Sicherheit dachte, ist ihr ja wohl nicht zu verdenken.

Fragen wir einen Zeitzeugen, der über die Rolle der UdSSR in der Vorkriegszeit besser Bescheid weiß als ideologische Geschichtsdeuter.

Ich meine den konservativen britischen Premierminister Winston S. Churchill.

Er hat ein Buch geschrieben mit dem Titel „Der Zweite Weltkrieg“[3], wofür er 1953 sogar den Nobelpreis für Literatur erhielt.

Darin analysiert er auch das Streben Russlands nach einer Europäischen Sicherheit, die Inaktivität des Westens in dieser Frage

und sowjetischen Vorschläge für die Verteidigung der durch das Münchener Abkommen bedrohten Tschechoslowakei.



Churchill kommt zu dem bemerkenswerten Schluss:

„Das Angebot Russlands wurde einfach übergangen. Man warf die Macht der Sowjets nicht in die Waagschale gegen Hitler

und behandelte die Russen mit einer Gleichgültigkeit - um nicht zu sagen Verachtung – die in Stalins Einstellung ihre Spuren zurückließ…

Dafür mussten wir später teuer bezahlen.“




Und an anderer Stelle notiert der Mann, der zu den Großen Drei des Gipfels von Jalta zählt, Folgendes:

„ Am 16. April (1939) machte sie (gemeint ist die Sowjetunion) dennoch ein formales Angebot….

für die Schaffung einer gemeinsamen Front zu gegenseitiger Hilfeleistung zwischen Großbritannien, Frankreich und der UdSSR.

Die drei Mächte, wenn möglich mit Teilnahme Polens, sollten außerdem die Grenzen derjenigen Staaten in Mittel- und Osteuropa garantieren,

die von der deutschen Aggression bedroht waren.“



Nachdem das alles durch Schuld des Westens nicht funktionierte, kam Churchill zu der Schlussfolgerung:


„ Russland musste für seine Sicherheit sorgen“.



Der Abschluss des Vertrages zwischen Deutschland und der Sowjetunion sowie die territorialen Entscheidungen der Sowjetunion nannte Churchill

für die Sowjetunion „lebenswichtig“, jedenfalls auch im „höchsten Maße realistisch.“


Wenn man diese Fakten kennt, kann man nur zu dem Urteil kommen:

Die nachträgliche Beurteilung des Verhaltens der Sowjetunion in der Vorkriegszeit ist der Versuch, eine neue Geschichte des Zweiten Weltkrieges zu schreiben.


Vor allem aber, deutsche Schuld zu relativieren, so wie das auch schon mit dem Ersten Weltkrieg war, der kaum noch als imperialistischer Krieg bezeichnet wird,

sondern in den man „traumwandelnd“ hineingezogen wurde.

Ist es angesichts solcher Bewertungen verwunderlich, dass das offizielle Deutschland nicht widersprach, als der ukrainische Ministerpräsident Jazenjuk kürzlich

im Ersten Programm des öffentlich – rechtlichen Fernsehens Deutschlands den Großen Vaterländischen Krieg der Sowjetunion als Okkupation bewerte?


Er behauptete gar, die russische Armee sei damals als Okkupant „in die Ukraine und nach Deutschland einmarschiert.“


Solche Geschichtsverfälschungen sollen die Russische Föderation als Siegermacht diskreditieren.

Dementsprechend wird auch der Sieg über den Faschismus relativiert, weil angeblich die „richtige“ Befreiung nicht 1945,

sondern erst 1991 mit dem Untergang der UdSSR erfolgte.

Demzufolge ist auch klar, warum für bestimmte Kreise in Deutschland der 9. November 1989 wichtiger ist als der 8. Mai 1945.


In Vorbereitung auf diese Veranstaltung fand ich einen interessanten historischen Text, der auch das Lieblingsthema von Herrn Gauck „Schuld und Sühne“ behandelt.

Er stammt vom 11. Juni 1945.

In der Ostzone und später in der DDR war er das Fundament unserer antifaschistischen Politik sowie der Bildung und Erziehung.

Da Originaltexte immer überzeugender sind als verschwommene Kommentare, noch dazu nachträgliche, möchte ich ein Zitat einführen,

selbst auf die Gefahr hin, dass dieses manchen von Euch zu lang erscheint.

Aber leider sind heutzutage solche historischen Dokumente, vor allem, wenn sie aus kommunistischer Quelle kommen, nur schwer zugänglich.

Auch wenn Wortwahl und Ausdrucksweise nicht mehr unbedingt dem heutigen Sprachgefühl entsprechen, sagt der Text viel Grundsätzliches

darüber aus, warum die DDR ein antifaschistischer Staat wurde.




Was wahr ist, muss wahr bleiben! Gegen Umdeutungen der Geschichte!









Es handelt sich um den Aufruf des ZK der KPD vom 11. Juni 1945, also gut vier Wochen nach der deutschen Kapitulation,

in dem es auszugsweise heißt:



„Die Schuld und Verantwortung (am Krieg) tragen die gewissenlosen Abenteurer und Verbrecher….

Es sind die Hitler und Göring, die Himmler und Goebbels, die aktiven Anhänger und Helfer der Nazipartei.

Es sind die Träger des reaktionären Militarismus, die Keitel, Jodl und Konsorten.


Es sind die imperialistischen Auftraggeber der Nazipartei, die Herren der Großbanken und Konzerne, die Krupp … und Siemens. …


Der Sinn ihres Krieges waren nicht Ideale; sie kämpfen um die ukrainischen Weizenfelder, um das kaukasische Erdöl, um den Reichtum der Welt. ..!


Dafür wurde das nationale Dasein unseres Volkes aufs Spiel gesetzt.


Der totale Krieg Hitlers – das war der ungerechteste, wildeste und verbrecherischste Raubkrieg aller Zeiten!


Das Hitlerregime hat mit seiner Politik der Aggression und der Gewalt, des Raubes und des Krieges, der Völkervernichtung

…unser Volk ins Unglück gestürzt und es vor der gesamten gesitteten Menschheit mit schwerer Schuld und Verantwortung beladen. ….


Ein Verbrechen war die gewaltsame Annexion Österreichs, die Zerstückelung der Tschechoslowakei.

Ein Verbrechen war die Eroberung und Unterdrückung Polens, Dänemarks, Norwegens, Belgiens, Hollands und Frankreichs, Jugoslawiens und Griechenlands.

Ein Verbrechen, das sich so furchtbar an uns selbst rächte, war die Ausradierung englischer Städte.

Das größte Kriegsverbrechen Hitlers aber war der heimtückische, wortbrüchige Überfall auf die Sowjetunion,

die nie einen Krieg mit Deutschland gewollt hat, aber seit 1917 dem deutschen Volke zahlreiche Beweise

ehrlicher Freundschaft erbracht hat. …


Und ungeheuerlich sind die Gräueltaten, die von den Hitlerbanditen in fremden Ländern begangen wurden.


An den Händen der Hitlerdeutschen klebt das Blut von vielen, vielen Millionen gemordeter Kinder, Frauen und Greise.


In den Todeslagern wurde die Menschenvernichtung Tag für Tag fabrikmäßig in Gaskammern und Verbrennungsöfen betrieben.

Bei lebendigem Leibe verbrannt, bei lebendigem Leibe verscharrt, bei lebendigem Leibe in Stücke geteilt, – so haben die Nazibanditen gehaust!

Millionen Kriegsgefangene und nach Deutschland verschleppte ausländische Arbeiter wurden zu Tode geschunden, starben an Hunger, Kälte und Seuchen.


Die Welt ist erschüttert … angesichts dieser beispiellosen Verbrechen, dieses grauenerregenden Massenmordens, das von Hitlerdeutschland

als System betrieben wurde.


Wäre gleiches mit gleichem vergolten worden, deutsches Volk, was wäre mit dir geschehen?


Aber auf der Seite mit der Sowjetunion, England und den Vereinigten Staaten an der Spitze,

stand die Sache der Gerechtigkeit, der Freiheit und des Fortschritts.


Die Rote Armee und die Armeen ihrer Verbündeten haben durch ihre Opfer die Sache der Menschheit vor der Hitlerbarbarei gerettet. …

Umso mehr muss in jedem deutschen Menschen das Bewusstsein und die Scham brennen, dass das deutsche Volk einen bedeutenden Teil Mitschuld und Mitverantwortung

für den Krieg und seine Folgen trägt.


Nicht nur Hitler ist schuld an den Verbrechen, die an der Menschheit begangen wurden!

Ihr Teil Schuld tragen auch die zehn Millionen Deutsche, die 1932 bei freien Wahlen für Hitler stimmten, obwohl wir Kommunisten warnten:


"Wer Hitler wählt, der wählt den Krieg!"


Ihr Teil Schuld tragen alle jene deutschen Männer und Frauen, die willenlos und widerstandslos zusahen, wie Hitler die Macht an sich riss, wie er alle

demokratischen Organisationen, vor allem die Arbeiterorganisationen, zerschlug und die besten Deutschen einsperren, martern und köpfen ließ.


Schuld tragen alle jene Deutschen, die in der Aufrüstung die "Größe Deutschlands" sahen und im wilden Militarismus, im Marschieren und Exerzieren das

alleinseligmachende Heil der Nation erblickten.


Unser Unglück war, dass Millionen und aber Millionen Deutsche der Nazidemagogie verfielen, dass das Gift der tierischen Rassenlehre,

des "Kampfes um Lebensraum" den Organismus des Volkes verseuchen konnte. ..


So wurde das deutsche Volk zum Werkzeug Hitlers und seiner imperialistischen Auftraggeber.


…Gegen den Willen eines geeinten und kampfbereiten Volkes hätte Hitler niemals die Macht ergreifen… können….

Wir deutschen Kommunisten erklären, dass auch wir uns schuldig fühlen, indem wir es trotz der Blutopfer unserer besten Kämpfer infolge einer Reihe unserer Fehler

nicht vermocht haben, die antifaschistische Einheit der Arbeiter, Bauern und Intelligenz entgegen allen Widersachern zu schmieden, im werktätigen Volk die Kräfte

für den Sturz Hitlers zu sammeln,

in den erfolgreichen Kampf führen und jene Lage zu vermeiden, in der das deutsche Volk geschichtlich versagte.


Nach all dem Leid und Unglück, der Schmach und Schande, nach der dunkelsten Ära deutscher Geschichte, heute, am Ende des "Dritten Reiches", wird uns auch der

sozialdemokratische Arbeiter Recht geben, dass sich die faschistische Pest in Deutschland nur ausbreiten konnte, weil 1918 die Kriegsschuldigen und

Kriegsverbrecher ungestraft blieben, weil nicht der Kampf um eine wirkliche Demokratie geführt wurde, weil die Weimarer Republik der Reaktion freies

Spiel gewährte, weil die Antisowjethetze einiger demokratischer Führer Hitler den Weg ebnete und die Ablehnung der antifaschistischen Einheitsfront

die Kraft des Volkes lähmte.


Daher fordern wir:


Keine Wiederholung der Fehler von 1918!

Schluss mit der Spaltung des schaffenden Volkes!

Keinerlei Nachsicht gegenüber dem Nazismus und der Reaktion.

Nie wieder Hetze und Feindschaft gegenüber der Sowjetunion;

denn wo diese Hetze auftaucht, da erhebt die imperialistische Reaktion ihr Haupt!



….Werde sich jeder Deutsche bewusst, dass der Weg, den unser Volk bisher ging, ein falscher Weg, ein Irrweg war,

der in Schuld und Schande, Krieg und Verderben führte!“











Soweit, liebe Anwesende, ein Auszug aus einem Dokument, das 70 Jahre alt ist.

Es zeigt den antifaschistischen Geist, der uns heutzutage abgesprochen und als Mythos diskreditiert wird.

Ich stelle deshalb diesen Text einer Passage aus der Rede des Bundespräsidenten zum 70. Jahrestag der Befreiung des KZ Auschwitz entgegen.

Er sagte dort:

„Der staatliche Antifaschismus der DDR diente allerdings auch als Ersatz für fehlende demokratische Legitimation.

Und indem er die Gesellschaft pauschal von der rechtlichen und moralischen Verantwortung für die nationalsozialistischen Verbrechen freisprach, beförderte auch

er das Verdrängen von Versagen und Schuld, gerade auch des sogenannten "kleinen Mannes"….

Er ersparte ihm die Selbstreflexion und ermöglichte dem Belasteten und teilweise sogar noch dem Schuldigen, sich auf die Seite der Guten zu schlagen,

zu den antifaschistischen Siegern.

Das Gedenken galt zudem fast nur den Widerstandskämpfern. An die jüdischen Opfer, die aus Gründen der Rassenideologie ausgelöscht worden waren,

erinnern die Gedenkstätten im Osten Deutschlands angemessen erst seit dem Untergang der DDR“.




Was wahr ist, muss wahr bleiben! Gegen Umdeutungen der Geschichte!




Prüfen wir gemeinsam den Wahrheitsgehalt des Textes aus der Rede des Bundespräsidenten:

Er meint, der staatliche Antifaschismus der DDR sei Ersatz für fehlende demokratische Legitimation.

Da fällt mir zu erst ein, dass 1949 in der ersten Adenauerregierung mehr NSDAP-Mitglieder saßen als in der ersten Hitler-Regierung 1933.


Und da frage ich mich schon: Wessen Legitimation moralisch und politisch höher zu bewerten ist, die der ehemaligen Nazis, die so zahlreich unter Abgeordneten

des ersten Deutschen Bundestages und der ersten Bundesregierung saßen?

ODER aber derjenigen, die gegen Hitler gekämpft und unter ihnen gelitten hatten?


Allein von den rund 300 000 Mitgliedern, die die KPD 1933 zählte, wurden etwa 150 000 von den Nazis verfolgt, eingekerkert oder in Konzentrationslager verschleppt.

Zehntausende Mitglieder der Partei wurden ermordet[4].

Von den 519 Delegierten des ersten Nachkriegsparteitages der KPD, waren 3 Genossen zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt,

141 Teilnehmer hatten zusammen 831 Jahre Zuchthaus, 64 Delegierte hatten 132 Jahre Gefängnis abgesessen,

215 Delegierte waren zusammen 637 Jahre in Konzentrationslagern[5].


Der Antifaschismus soll nach Herrn Gauck die Gesellschaft pauschal von der rechtlichen und moralischen Verantwortung für die nationalsozialistischen Verbrechen

freisprechen haben?

Soll so das Verdrängen von Versagen und Schuld des sogenannten "kleinen Mannes" gefördert haben?

Wie sollten denn Schuld und Versagen überhaupt verdrängt werden können?

Hätte die DDR denn allein die große Last der Reparationen tragen können, wenn sich ihre Bürger nicht der Schuld bewusst gewesen wären,

die Deutschland mit dem Krieg auf sich geladen hatte?

Vielleicht denkt der Bundespräsident einmal darüber nach, was es für die DDR bedeutete, dass ganz Deutschland den Krieg verloren hatte,

aber die DDR allein dafür zahlen musste.

Die Sowjetunion konnte wegen der ungeheuren Zerstörung ihres Landes auf Wiedergutmachung nicht verzichten.

Die DDR-Reparationsleistungen an die Sowjetunion und an Polen waren 25-mal höher als die Reparationen der alten Bundesrepublik.


Auf pro Kopf der Bevölkerung umgerechnet zahlte jeder DDR-Bürger 16 124 DM für Reparationen, während auf einen Bundesbürger gerade mal 126 DM kamen.


Die DDR-Bürger zahlten mit Würde, Entbehrungen und in Kenntnis der Zerstörungen, die die deutsche Wehrmacht vor allem in Polen und der Sowjetunion angerichtet hatte.


Das wäre undenkbar gewesen, hätte die DDR auch nur im Ansatz die Naziverbrechen verdrängt.



Und noch eins:

Die DDR hat dem vereinten Deutschland keine unbezahlten Reparationsleistungen hinterlassen – wie beispielsweise die alte BRD gegenüber Griechenland!


Wenn ich höre oder lese, wie deutsche Amtsträger, selbst Minister, gegenwärtig über griechische Erinnerungen an die Verbrechen der Nazis reden,

dann komme ich zu dem einzig möglichen Schluss:

Das ist deutsche Kraftmeierei ohne jede Demut, ohne das man peinlich berührt ist, dass die griechischen Opfer nach so vielen Jahren

auf sich aufmerksam machen müssen.

War es nicht auch die Anerkennung deutscher Schuld, dass die DDR schon 1950 durch das Görlitzer Abkommen die Oder- Neiße-Grenze

als endgültige deutsche Ostgrenze anerkannt hat?

Die Bundesrepublik musste dazu erst 1990 durch die vier Siegermächte gezwungen werden.

Ohne diese Anerkennung hätte es nämlich keine deutsche Einheit gegeben.

Der Antifaschismus soll nach Herrn Gauck dem „kleinen Mann“ die kritische Selbstreflexion erspart haben und dem Belasteten und Schuldigen sogar noch ermöglicht haben,

sich auf die Seite der Guten zu schlagen, zu den antifaschistischen Siegern?

Abgesehen davon, dass in der DDR die Teilung der Gesellschaft in „kleiner Mann“ und „großer Mann“ nicht üblich war, unterschied die DDR genau zwischen den

Nazi- und Kriegsverbrechern einerseits, die ohne pardon bestraft wurden, und den sogenannten „Mitläufern“, die nach Gründung der DDR eine Chance

zur Wiedereingliederung erhielten, andererseits.


Unmöglich aber war in der DDR, dass Nazirichter Recht sprechen oder Nazilehrer in den Schulen unterrichten durften.


Weiß denn Herr Gauck wirklich nicht, dass die Zahl der verurteilten Nazitäter in der DDR doppelt so hoch war wie in der BRD,

obwohl dort mehr als dreifach so viele Menschen lebten?


Ist ihm wirklich nicht bekannt, dass Adenauer schon seine erste Regierungserklärung am 20. September 1949 nutzte, um zu erklären:

„Durch die Denazifizierung ist viel Unglück und viel Unheil angerichtet worden.“[6]


1950 fügte er noch hinzu:

Es müsse endlich Schluss sein mit der ganzen „Naziriecherei“.


Im April 1951 kam dann das sogenannte „131er Gesetz“, das die Wiedereinsetzung

ehemaliger Nazijuristen und Nazibeamten gesetzlich bestimmte.


Das alles gab es tatsächlich in der DDR nicht.



Und weiter von Herrn Gauck:

Das Gedenken soll fast nur den Widerstandskämpfern gegolten haben.

An die jüdischen Opfer, die aus Gründen der Rassenideologie ausgelöscht worden waren,

sollen wir weniger erinnert haben?


Ja, es stimmt. In der DDR wurden die Widerstandskämpfer hoch geehrt.

Die aus dem Bürgertum wie Hans und Sophie Scholl, die Militärs vom 22. Juli 1944, die jüdischen und die kommunistischen.



Heutzutage wird dagegen der kommunistische Widerstand klein geredet.


Thälmann-Denkmäler werden entsorgt, aber der Stegbügelhalter Hitlers, Herr von Hindenburg, bleibt im Ehrenbürgerbuch der Hauptstadt Berlin unangetastet.


Für die DDR war der antifaschistische Widerstandskampf ein Teil – sicher ein bescheidener, aber dennoch ein Teil der Anti-Hitler-Koalition.


Vielleicht sollte Herr Gauck einmal das

Buch „Die erste Reihe“ des deutsch-jüdischen Schriftstellers Stephan Hermlin

zur Hand nehmen, der in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden wäre.


Mir schenkte ein Freund diese einzigartige Darstellung des antifaschistischen Widerstandes junger Deutscher zu meinem 14. Geburtstag.

Es hat mich in meiner antifaschistischen Grundhaltung stark beeinflusst.



Was wahr ist, muss wahr bleiben! Gegen Umdeutungen der Geschichte!




Es ist unwahr, dass wir die jüdischen Opfer von der Ehrung ausgeschlossen hätten.


Ich habe die DDR-Wirklichkeit anders erlebt.


Schon 1947 beindruckte mich der Film „Ehe im Schatten“.

Als wir beispielsweise in der Schule „Nathan der Weise“ oder Heines Gedichte und Reiseberichte lasen,

fanden meine Lehrer immer eine inhaltliche Verbindung zwischen der deutschen Literatur einerseits und dem Völkermord an den Juden.


Tief betroffen gemacht hat mich die bewegende Ballade des kommunistischen Dichters

Johannes R. Becher „Kinderschuhe aus Lublin“,

dessen letzte Strophe ich bis heute erinnere:

•„Der Kindermord ist klar erwiesen.

• Die Zeugen all bekunden ihn.

• Und nie vergess ich unter diesen

• die Kinderschuhe aus Lublin“.




Was wir damals über die Leiden der Juden und die Verbrechen der Nazis an ihnen in diesem deutschen KZ auf polnischen Boden erfuhren,

habe ich trotz jahrelanger Beschäftigung mit dem Thema bisher in keinem Lehrplan bundesdeutscher Schulen finden können.

Man brauchte in der DDR wirklich nicht zu irgendwelcher Untergrundliteratur greifen oder in kirchliche Gruppen gehen,

um sich über den Massenmord an den Juden zu informieren.

Mit Begeisterung habe ich als Jugendlicher das

„Tagebuch der Anne Frank“

[7] gelesen.


Jahre später empfing ich als Stellvertreter des DDR- Staatsratsvorsitzenden am 19. September 1989 in Berlin Miep Gies,

die letzte Überlebende aus dem Umkreis von Anne Frank.

Sie hat das Tagebuch Anne Franks der Nachwelt bewahrt.


Sie schenkte mir ihr eigenes, in der DDR in hoher Auflage herausgegebenes Buch „Meine Zeit mit Anne Frank“,

mit den Worten:

Anne wäre stolz, wie in der DDR ihr Erbe behütet wird.


Miep Gies würdigte auch, dass der Kinderbuchverlag der FDJ das Tagebuch

von Anne Frank in mehreren Auflagen herausgab.

Zusätzlich erschien es in der Tageszeitung „Junge Welt“ mit einer Auflage von 1,5 Millionen Exemplaren.


Als ich 1976 ins Politbüro kam, war ein Jude mein Sitzungsnachbar:

Herrmann Axen [8].


An warmen Sommertagen trug er ein kurzarmiges weißes Polohemd.

Dann konnte ich seine ihm von der SS eingebrannte Häftlingsnummer erkennen: 58787 war sie.

Sie erinnert mich noch heute an seine Leidenszeit in den Konzentrationslagern Auschwitz und Buchenwald.


Zu meinen Mitstreitern im Politbüro gehörte auch Albert Norden [9],

Sohn eines im KZ Theresienstadt ermordeten Oberrabbiners.


Leute wie sie und ihre Gefährten hätten Antisemitismus in der DDR nicht zugelassen.

Juden und Nichtjuden lebten nach meiner Wahrnehmung in der DDR im Wesentlichen in Eintracht, was nicht ausschließt, dass es im Detail auch Ausnahmen gab.

Dass aber das deutsche Staatsoberhaupt keine seiner Gedenkreden auslässt, um wider besseres Wissen den Antifaschismus

in der DDR zu diskreditieren, lässt mich nach dem Warum fragen?

Die Antwort finde ich in einer Rede, die Bundesjustizminister Kinkel schon 1991 vor bundesdeutschen Richtern und Staatsanwälten gehalten hat

und die seit fast 25 Jahren von den Herrschenden des Landes in allen Variationen abgearbeitet wird.


Er sagte ja nicht nur:

"Ich baue auf die deutsche Justiz. Es muss gelingen, das SED-System zu delegitimieren“.


Nein, er begründete auch warum?


Das SED-Regime habe, so behauptete er,


„seine Rechtfertigung aus antifaschistischer Gesinnung, angeblich höheren Werten und behaupteter absoluter Humanität hergeleitet ---,

während es unter dem Deckmantel des Marxismus-Leninismus einen Staat aufbaute, der in weiten Bereichen genauso unmenschlich war wie das faschistische Deutschland."



Übersehen wir großzügig diese Indoktrination und wenden uns der Gegenwart zu:


Wäre es für den Bundespräsidenten nicht geraten, zu schauen, wie denn die Themen, die er an der DDR kritisiert,

gegenwärtig in bundesdeutschen Schulen behandelt werden?


Da erzählte mir jemand, er habe in einer Abiturklasse die Frage gestellt, was denn der Kalte Krieg gewesen sei?

Und die Antwort sei gewesen: Der sei im kalten Winter geführt worden.



So etwas lässt doch nur den Schluss zu, dass man vor lauter Kritik an der DDR einen miserablen Geschichtsunterricht duldet.


Welche politischen Wirkungen solche Politik hat, zeigt eine Umfrage, die zum 65. Jahrestag der Befreiung die Illustrierten „Stern“ erhob:

„Knapp die Hälfte der Bundesbürger (45 Prozent) konnte die Frage nicht beantworten, was am 8. Mai 1945 in Deutschland geschah.

Besonders groß ist die Unwissenheit unter den Jüngeren: Mehr als zwei Drittel (68 Prozent) der 18- bis 29-Jährigen wussten nicht, dass

die Wehrmacht an dem Tag bedingungslos kapitulierte und somit der Zweite Weltkrieg in Europa beendet wurde.


Besser informiert sind die Älteren (hier wussten es nur 35 Prozent nicht)

und über alle Altersklassen hinweg die Ostdeutschen (nur 28 Prozent falsche Antwort).


Schlecht informiert sind die Deutschen auch über die Zahl der Opfer auf sowjetischer Seite.

Nur 18 Prozent konnten richtig angeben, dass im Zweiten Weltkrieg weit mehr als 20 Millionen sowjetische Soldaten und Zivilisten getötet wurden“.



Ist es nicht geradezu eine Dreistigkeit, wenn Funktionsträger dieses Staates die Lehrer nicht etwa dazu auffordern, mehr zu tun,

um Wissen über die düsterste Zeit deutscher Geschichte zu vermitteln, sondern sie dafür kritisieren, dass die Schüler nicht genügend

von der „SED-Diktatur“ wissen?


Doch noch einmal zurück zu dem historischen Text von 1945:

Gibt es einen westdeutschen oder gesamtdeutschen Text einer Partei oder einer Institution, in dem die deutsche Schuld so klar analysiert wurde,

in dem die gesellschaftlichen Ursachen der Katastrophe benannt und auch Schlussfolgerungen für die Zukunft gezogen wurden?

Ich kenne des Gleichen nicht!

Mir ist aber aufgefallen, dass in der Rede des Bundespräsidenten zum Jahrestag von Auschwitz nicht einmal der Name „IG-Farben“ gefallen ist,

die an dem Massenmord in Auschwitz verdient haben.


Und aufgefallen ist mir auch, das er sehr oft das Wort „Nationalsozialismus“ benutzt,

also jenen Begriff, mit dem sich die Nazis selbst titulierten.


In der DDR Schule hat er das nicht gelernt.

Da sprachen wir vom deutschen oder Hitler-Faschismus.

Und auch international nannten sich die Gegner Hitlers Antifaschisten.

Auffällig ist mir ferner, dass er bei seiner Sprachgewaltigkeit, die ihm eigen ist,

immer den zweiten Teil dieses Begriffs besonders betont.


Offensichtlich soll immer wieder die Grundhaltung suggeriert werden, ob Real- oder Nationalsozialismus, beides gehört zusammen.


Dabei war der „Nationalsozialismus“ weder national noch sozialistisch.

Er war einmalig verbrecherisch und mit nichts auf der Welt vergleichbar, schon gar nicht mit der DDR.



Der Bundespräsident hat offensichtlich andere Literatur bevorzugt als aus der DDR.

In einer seiner jüngsten Gedenkreden bekannte er:

„Als ich aufwuchs, gab es in unserem Haushalt noch die sogenannte patriotische Literatur über deutsche Kriegshelden,

die Seekriegsflotte, U-Boot-Helden oder die berühmten Jagdflieger.“



Der Bundespräsident ist Jahrgang 1940.

Kaum anzunehmen, dass er schon als 5-Jähriger von dieser Literatur wusste.

Eher wahrscheinlich, dass er damit auch später Umgang hatte.

In meinem zu Hause jedenfalls gab es solche Literatur nicht.

In der Schule schon gar nicht.

In der DDR war sie nämlich von Anfang an verboten.


Ich wäre auch als Kind nicht auf die Idee gekommen, von „deutschen Kriegs- und U-Boot- Helden und „berühmten Jagdflieger(n)“ zu sprechen

und diese Literatur auch noch „patriotisch“ zu nennen.

Das hängt mit meiner antifaschistischen Erziehung in der DDR zusammen, die ich solange mir das möglich ist, verteidigen werde.


Das bin ich auch meinem russischen Freund schuldig, dessen Meinung zum 70. Jahrestag des Sieges ich zu Beginn meiner Rede zitierte.




[1] Vergleiche „Badische Zeitung“ 4. Juni 2013.

[2] Zitiert nach Redetext des Bundestagspräsidenten in der Sitzung des Parlaments vom 10. September 2014.

[3] Winston S. Churchill: „ Der Zweite Weltkrieg“, Mit einem Epilog über die Nachkriegsjahre, Bern – München-Wien. (1948), Sonderausgabe 1995.

[4] Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung in acht Bänden, Bd. 5, S. 436..

[5] G. Benser: Die Struktur der KPD und ihres Kaders (1945/46). In: Beiträge zur Geschichte der Arbeiterbewegung 4/1997, S. 33.

[6] Vergleiche: 1. Deutscher Bundestag, Stenografisches Protokoll, 20. September 1949, S. 22-30.

[7] Jüdisches Mädchen. Emigrierte 1933 mit ihren Eltern von Deutschland nach Amsterdam. Schrieb dort, vor den deutschen Faschisten versteckt, ein erschütterndes Tagebuch, das nach Kriegsende entdeckt und veröffentlicht wurde.

    Es erreichte in der DDR eine Millionenauflage.

[8] Hermann Axen, Mitglied des Politbüros und Sekretär des Zentralkomitees der SED, kommunistischer Widerstandskämpfer gegen den Faschismus, von 1940 bis zur Befreiung 1945 Häftling in den Konzentrationslagern Auschwitz und Buchenwald.

[9] Albert Norden, Mitglied des Politbüros und Sekretär des ZK der SED, Mitglied der KPD seit 1920, Widerstandskämpfer gegen den Faschismus, 1939 interniert in Frankreich, Hauptautor des 1965 in der DDR veröffentlichten „Braunbuchs

    über Nazi- und Kriegsverbrecher in der Bundesrepublik“.









Dr. Sarah Wagenknecht (MdB) im Gespräch mit Deutschlandradio Kultur am 04.11.2014:











Das, was dort in Thüringen vereinbart wurde oder vereinbart wird, im Zusammenhang mit der Betrachtung der DDR-Geschichte ist nicht nur zutiefst verlogen und ungeheuerlich. Es ist auch absolut unverdaulich, dass in so eklatanter Weise bezüglich der DDR-Geschichte alle Tatsachen auf den Kopf gestellt werden - Fahne mit Hammer, Zirkel und Ährenkranz. Skizze/Zeichnung: Eckart Kreitlow






















Die DDR und ihre Geschichte - Fahne mit Hammer, Zirkel und Ährenkranz. Skizze/Zeichnung: Eckart Kreitlow

Die DDR und ihre Geschichte

Die DDR und ihre Geschichte - Fahne mit Hammer, Zirkel und Ährenkranz. Skizze/Zeichnung: Eckart Kreitlow









Praktizierte Solidarität und Menschlichkeit | Von Dr. Regina Girod, Berlin | Zum 80.Geburtstag von Professor Dr. theol. Heinrich Fink aus Berlin am 31.März 2015.








Rolf Wischnath:
Warum Heiner Fink verurteilt wurde








Zu den am meisten behördlich und medial diffamierten Personen gehört Prof. Dr. theol. Heinrich Fink aus Berlin. Er ist Bundesvorsitzender der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN-BdA). Die gegen ihn verbreiteten Darstellungen beruhen auf Lügen. Was wirklich mit Heinrich Fink geschah, schildert dieser in Nr. 9 von Ossietzky.




Im Kampf gegen die Abberufung von Prof. Dr. theol. Heinrich Fink als Rektor der Humboldt-Universität zu Berlin skandierten die Studenten vor 25 Jahren: Unseren Heiner nimmt uns keiner!




Wie die Humboldt-Universität gewendet wurde. Erster frei gewählter Rektor Prof. Dr. Heinrich Fink stellt seine Erinnerungen vor. Ein neuer Dekan, ehemaliger Generalsstabsoffizier der Waffen-SS, verkündete ... [Zitat]















Vom Umgang mit Stasiakten


Professor Dr. Heinrich Fink:


... Ich danke Ihnen für die heitere Besonnenheit der Aktionen in der Öffentlichkeit. Sie haben nicht nur in unserer Stadt Menschen zum Nachdenken darüber gebracht, daß Demokratie an der Basis praktiziert werden muß ... Die 18 Monate meines Rektorats haben immer dieses Ziel als Thema aller Bemühungen gehabt. Nun haben Sie in einer nicht nur mich ermutigenden Weise bewiesen, daß Sie in der Lage sind, Protest mit dem demokratischen Instrumentarium Ihrer eigenen Universität in Praxis umzusetzen ... Wie auch immer das Bemühen um meine Rehabilitation ausgehen mag, diese gemeinsame Erfahrung im Streit um Demokratie hat uns aufs Neue verbündet.“ [Zitat]


Erschienen in Ossietzky 6/2012





















Politische-Infos-auf-Carstens-Homepage - http://www.hanke-mv.de











Aus unserer elektronischen Postmappe "Das Leserecho"







-----Original-Nachricht-----
Betreff: [AKL-MV] WG: [Kpf-informationen] Das Feld nicht räumen
Datum: Wed, 12 Nov 2014 20:20:08 +0100
Von: "Tegge, Waltraud" wtegge@t-online.de
An: Eckart Kreitlow eckartkreitlow@t-online.de




Mit solidarischen Grüßen

Waltraud





-----Original-Nachricht-----
Betreff: [Kpf-informationen] Das Feld nicht räumen
Wed, 12 Nov 2014 20:12:36 +0100
Von: kpf@die-linke.de
An: "Tegge, Waltraud" wtegge@t-online.de








Die DDR und ihre Geschichte - Fahne mit Hammer, Zirkel und Ährenkranz. Skizze/Zeichnung: Eckart Kreitlow

Die DDR und ihre Geschichte

Die DDR und ihre Geschichte - Fahne mit Hammer, Zirkel und Ährenkranz. Skizze/Zeichnung: Eckart Kreitlow







Das Feld nicht räumen


Die Erklärung von Katja Kipping, Bernd Riexinger und Gregor Gysi zum 25. Jahrestag des 9. November 1989

„Brücken bauen – Zeit für eine neue Erinnerungspolitik“

hat bei sehr vielen Genossinnen und Genossen zumindest Fragen aufgeworfen.


Nicht wenige sind empört. Von einem Brückenbau in die Partei hinein kann also nicht die Rede sein.


Unsere Positionen zum Umgang mit der Geschichte sind bekannt, so auch unsere begründete Ablehnung des Begriffs Unrechtsstaat.

Wir fragen die Unterzeichner der oben genannten Erklärung:

Warum seid Ihr so einsichtsvoll, wenn SPD und Grüne selbstgerecht verlangen, kein gutes Haar an der DDR zu lassen,

und warum zeigt Ihr so wenig Einfühlungsvermögen im Umgang mit all den Genossinnen und Genossen,

welche die für den Thüringer Koalitionsvertrag vorgesehene Einschätzung der DDR aus guten Gründen ablehnen?

Zugleich wenden wir uns an all jene, die in diesem Zusammenhang über einen Austritt aus der LINKEN nachdenken: Bitte geht nicht.

Wenn DIE LINKE Friedenspartei bleiben soll, dürfen auch wir das Feld nicht räumen.







Linke Standpunkte






Nachdenkend über Geschichte und Gegenwart, erinnern wir an die Zeilen

Bertolt Brechts aus dem Gedicht „An die Nachgeborenen“:



Auch der Hass gegen die Niedrigkeit

Verzerrt die Züge.

Auch der Zorn über das Unrecht

Macht die Stimme heiser. Ach, wir,

Die wir den Boden bereiten wollten für Freundlichkeit,

Konnten selber nicht freundlich sein.

Ihr aber, wenn es soweit sein wird,

Dass der Mensch dem Menschen ein Helfer ist,

Gedenkt unsrer

Mit Nachsicht.




Bundessprecher der KPF


--


Thomas Hecker, Bundessprecher
Kommunistische Plattform der Partei DIE LINKE
Karl-Liebknecht-Haus, 10178 Berlin, Germany
kpf@die-linke.de
http://www.die-linke.de/kpf











Die DDR und ihre Geschichte - Fahne mit Hammer, Zirkel und Ährenkranz. Skizze/Zeichnung: Eckart Kreitlow

Die DDR und ihre Geschichte

Die DDR und ihre Geschichte - Fahne mit Hammer, Zirkel und Ährenkranz. Skizze/Zeichnung: Eckart Kreitlow










Egon Krenz: Mein Ziel war eine Wende in Richtung Perestroika Gorbatschower Art.











Aus unserer elektronischen Postmappe "Das Leserecho"








Der 9. November 1989 – Geschichte, Verlauf und Folgen

Vortrag von Egon Krenz, ehemaliger Vorsitzender des Staatsrates der DDR und Generalsekretär des ZK der SED,
am 3. November 2014 in Groningen zum 25. Jubiläum der Grenzöffnung am 9. November 1989




Meine Damen und Herren,

ein Blick in Ihre Gesichter verrät mir, dass Vertreter einer neuen Generation vor mir sitzen.

Für Sie ist die Zeit, über die ich heute sprechen soll, wahrscheinlich schon genauso weit entfernt wie Ereignisse vergangener Jahrhunderte.

Dennoch: 1989 ist immer wieder präsent. Nicht nur zu Jahrestagen.

Was sich in den Jahren von 1989 bis zum Untergang der UdSSR 1991 in Europa ereignete, hat Folgen hinterlassen.

Bis in die Gegenwart hinein.

Als damals Mauern fielen, war dies für viele Menschen mit der Hoffnung verbunden, dass keine neuen errichtet werden.

Davon sind wir aber in der Welt- und Europapolitik weit entfernt.

Mir scheint, die zurückliegenden Jahre wurden schlecht genutzt, um aus der Zeit der Zweiteilung Europas für die Gestaltung eines gesamteuropäischen Sicherheitssystems zu lernen.


Am Abend des 9. November 1989 flossen beiderseits der geöffneten Grenzübergänge in Berlin
Tränen der Freude und Sekt.



Dass es kein Blut war, nennen manche noch heute ein Wunder.

Die „Berliner Mauer“ galt ja im Westen als das Symbol des Kalten Krieges schlechthin.

Die Grenze quer durch Deutschland war militärisch gesichert wie keine zweite auf der Welt. Von beiden Seiten!

Sie war Teil jener Trennlinie, die von der Ostsee im Norden bis an das Schwarze Meer im Süden die Militärblöcke NATO und Warschauer Vertrag voneinander fern hielt.

Sie war zudem System- und Wirtschaftsgrenze.

Sie war Metapher für die Zweiteilung Europas.

An dieser Grenze wurde mitentschieden, dass aus dem Kalten Krieg kein heißer wurde.

Spätestens seit dem Beitritt der Bundesrepublik Deutschland zur NATO 1955 und der darauf folgenden Gründung des Warschauer Vertrages war dies keine „innerdeutsche Grenze“ mehr, sondern die Außengrenze der Staaten des Warschauer Vertrages.

Schon 1952 wurde sie - in Folge der Ablehnung der sogenannten Stalinnote zur deutschen Einheit durch die Westmächte – die erste strategische Verteidigungslinie der sowjetischen Armee in Europa.

An dieser Grenze und in der Tiefe des jeweiligen Hinterlandes waren Soldaten und Waffen stationiert, die ausgereicht hätten, dass sich beide gesellschaftlichen Systeme gegenseitig hätten vernichten können.


Ich nenne dafür folgende Zahlen:


Ende der 80er Jahre waren auf der BRD-Seite

900 000 NATO-Soldaten,

194 Raketenstartrampen,

4100 Artilleriesysteme,

7 800 Panzer und Selbstfahrlafetten und

1 600 Kampfflugzeuge stationiert.


Auf DDR- Seite waren es zusammen mit dem sowjetischen Bündnispartner

770 000 Soldaten,

236 Raketenstartrampen,

6 300 Artilleriesysteme,

11 300 Panzer und Selbstfahrlafetten sowie

1 050 Kampfflugzeuge.




Die DDR war im Osten das Hauptaufmarschgebiet der Warschauer Militärkoalition und die BRD im Westen das der NATO.

Der langjährige Botschafter der Sowjetunion in der DDR, P.A. Abrassimow, hat zu Protokoll gegeben, dass sich auf dem Territorium der DDR

sowjetische „Kernwaffen und andere modernste Waffenarten befanden, die in unmittelbarer Nähe zur Grenze stationiert waren.“

Sie sind seit mehr als zwei Jahrzehnten verschwunden, obwohl US-amerikanische Atomwaffen noch heute in Deutschland lagern.







Egon Krenz in seiner Rede in Groningen:

"Das Ideal des Friedens war in der DDR Staatsdoktrin!"








Dass angesichts der militärischen Fakten und der Feindbilder, die in 45 Nachkriegsjahren auf beiden Seiten entstandenen waren, der 9. November 1989 friedlich verlief, hat weniger mit einem Wunder zu tun als damit, dass das Ideal des Friedens in der DDR Staatsdoktrin war.

Dies lag durchaus nicht in deutscher Traditionen.

Siebzig Jahre zuvor, Ende 1918/Anfang 1919, gab es in Deutschland den sozialdemokratischen Politiker Noske,

der das Schießen Deutscher auf Deutsche befohlen hatte

und von sich selbst sagte: „Einer muss der Bluthund sein."


Niemand unter den politisch und militärisch Verantwortlichen der DDR wäre 1989 auf die Idee gekommen, es ihm gleich zu tun.

Es war unser erklärtes Ziel: Politisch entstandene Konflikte dürfen nicht durch Gewalt, schon gar nicht durch militärische, gelöst werden.

Wenn schon von Wundern die Rede sein soll, dann hat das Wunder konkrete Namen.

Es waren die Schutz- und Sicherheitsorgane der DDR, die an jenem 9. November vor 25 Jahren die Friedfertigkeit garantierten.


Sie sind die eigentlichen Helden dieses Ereignisses.


Ihr Handeln gehört zum politischen Erbe der DDR, die sich ohne Blutvergießen aus der Geschichte verabschiedet hat, was viel über ihr Wesen aussagt.




Der 9. November 1989 hat seine Geschichte.


Sie ist widersprüchlich.

Sie wird unterschiedlich interpretiert, je nachdem, in welchem politischen oder weltanschaulichen Lager man steht.

Geschichtsinterpretation ist ja bekanntlich immer interessengebunden.

Fakten sollten aber Fakten bleiben und nicht durch Ideologie ersetzt werden.


Ich werde versuchen, mich an Tatsachen zu halten, die ich entweder selbst erlebt oder aus mir zugänglichen Akten entnommen habe:





Interview auf YouTube


Egon Krenz: Mein Ziel war eine Wende in Richtung Perestroika Gorbatschower Art.










1. Der 13. August 1961

Die DDR verstand sich als souveräner Staat, der eng mit der UdSSR verbunden war und dem Warschauer Vertrag angehörte.

Sie war sich bewusst, dass ein Staat, der zu einem Militärbündnis gehört, wichtige Souveränitätsrechte an das Bündnis abtritt.

Das war früher so und das ist wohl bis heute so geblieben.

Das hat auch Bundesminister Wolfgang Schäuble auf einem Treffen mit Bankiers im Juni 2012 eingestanden, als er sagte:

„Wir in Deutschland sind seit dem 8. Mai 1945 zu keinem Zeitpunkt mehr voll souverän gewesen."

Man sagte bei uns scherzhaft, unser Land sei die größte DDR der Welt.

Doch trotz dieses Selbstbewusstseins wollte und konnte sie nicht im Alleingang weltpolitische Entscheidungen wie die vom 13. August 1961 treffen.

Die Sektorengrenzen in Berlin waren von den Alliierten des Zweiten Weltkrieges schon 1945 festgelegt worden.

Erst 16 Jahre nach Kriegsende und 12 Jahre nach Gründung der DDR wurden sie militärisch gesichert.

Was sich am 13. August 1961 vollzog war eine kollektive Entscheidung eines Gipfeltreffens der Warschauer Vertragsstaaten, das vom 3. bis 5. August 1961 in Moskau stattfand.

Zur Erinnerung: Damals hieß es im Westen, die DDR sei ein „Satellitenstaat“, ein „Agent des Kreml“, ein „verlängerter Arm Moskaus“.

In der alten BRD gab es die sogenannte Hallsteindoktrin, nach der die DDR hätte gar nicht existieren dürften.


Heute dagegen suggerieren manche Politiker und Medien den Eindruck, als sei allein die DDR für alles Ungemach des Kalten Krieges zuständig gewesen.

Ausdruck findet das unter anderem auch in der absurden Behauptung, Ulbricht habe Chruschtschow zum Mauerbau gezwungen.


Belegt dagegen ist: Als der damalige Regierende Bürgermeister von Berlin (West) Willy Brandt sich bei dem amerikanischen

Präsidenten Kennedy über die Grenzsicherungsmaßnahmen in Berlin beschwerte, antwortete Kennedy ihm,

die Schließung der Grenze „zeigt eine grundsätzliche sowjetische Entscheidung, die nur Krieg verändern könne.“

Überliefert ist ferner, dass Kennedy den Mauerbau mit den Worten kommentierte:


„Das ist keine sehr schöne Lösung, aber eine Mauer ist verdammt noch mal besser als ein Krieg."



Wie Recht er damit hatte, zeigt ein Datum, an das leider kaum noch erinnert wird:


Ich meine den 27. Oktober 1961.


Es gibt ein Foto davon, wie in der Berliner Friedrichstraße, dem sogenannten Checkpoint Charlie, sich sowjetische und amerikanische Panzer gegenüberstehen.

Mit laufenden Motoren.

Ihre Besatzungen konnten sich auf ca. 100 Meter Entfernung gegenseitig in die Rohre blicken.

Die westliche Seite befehligte US-Weltkriegsgeneral Clay und die östliche der kriegserfahrene sowjetische Marschall Konjew.

Beide standen in direkter Verbindung mit ihren jeweiligen Oberkommandierenden, dem amerikanischen Präsidenten bzw. dem sowjetischen Regierungschef.

Chruschtschow sagte wenige Tage später:

Nur ein weißer Grenzstrich trennte die Welt von einem Dritten Weltkrieg.






Die DDR und ihre Geschichte - Fahne mit Hammer, Zirkel und Ährenkranz. Skizze/Zeichnung: Eckart Kreitlow

Die DDR und ihre Geschichte

Die DDR und ihre Geschichte - Fahne mit Hammer, Zirkel und Ährenkranz. Skizze/Zeichnung: Eckart Kreitlow







Am 13. August 1961 haben die Siegermächte des Zweiten Weltkrieges in Berlin faktisch ihre Interessenssphären zementiert.

Man kann auch höflicher sagen:

Es handelte sich um einen historischen Kompromiss zwischen den Westmächten und der UdSSR.


Kein Zufall also, dass ausgerechnet am Tag des Mauerbaus Kennedy segelte, de Gaulle sich auf seinem Landsitz befand, Macmillian auf Jagd war,

Adenauer nicht seinen Wahlkampf unterbrach und alle es unterlassen hatten, Chruschtschow und Ulbricht daran zu hindern,

die Grenzsicherungsanlagen errichten zu lassen.

Ein Krieg um Berlin war ihnen ein zu hoher Preis.


Jahre später, im September 1988, wird auch Willy Brandt, nun als Ehrenvorsitzender der SPD, den 13. August 1961 als ein „Datum der Erleichterung“ für die Westmächte bezeichnen.

Leider hat es an dieser Grenze auch Opfer gegeben.

Jeder Tote oder Verletzte an der Grenze war einer zu viel.

Das DDR-Staatsoberhaupt Walter Ulbricht hat dazu schon 1964 Stellung genommen.

Der damalige BBC Korrespondent Paul Oestreicher hatte ihn gefragt:

„Sind Schüsse an der Mauer nicht ein viel zu hoher Preis?“.

Ulbricht antwortete darauf: „Jeder Schuss an der Mauer ist zugleich ein Schuss auf mich.

Damit liefere ich dem Klassenfeind die beste Propagandawaffe.

… den Frieden aufs Spiel zu setzen, würde aber unendlich mehr Leben kosten.“

Der Ruf „Die Mauer muss weg“ stammt nicht aus jener Zeit.

Er kam erst Ende der achtziger Jahre auf.

Vorher war er bei der Mehrheit der Bevölkerung keineswegs konsensfähig.

Das hing auch damit zusammen, dass damals nach Meinung vieler Ostberliner das eigentliche Datum des Mauerbaus der 20. Juni 1948, der Tag der Einführung einer separaten Währung in Berlin (West) war.

Berlin war seit der Währungsreform eine Stadt mit zwei verschiedenen Währungen, der konvertierbaren Deutschen Mark und der nichtkonvertierbaren alten Reichsmark bez. später der Mark der DDR.

Dies war zum Vorteil der West- und zum Nachteil der Ostberliner.

Der Fetisch D-Mark, in Westberliner Wechselstuben zu einem spekulativen Kurs in DDR-Währung eintauschbar, hatte 1961 zu einer Blüte des Schwarzmarktes an DDR-Arbeitskräften geführt.

65 000 Grenzgänger, die im Westberlin arbeiteten und in Ostberlin wohnten und dort konsumierten ohne dafür dort etwas geleistet zu haben, waren offiziell registriert.

Über 100 000 waren es in Wirklichkeit.


Abwerbungen von Fachleuten waren an der Tagesordnung.


Hohe Qualifikation zum Nulltarif über die Grenze.

Das konnte die DDR mit ihren ungleich höheren Kriegsbelastungen im Vergleich zur BRD nicht länger verkraften.

Der Schaden, der der DDR durch die offene Grenze zugefügt wurde, beläuft sich auf einen Betrag, der von unabhängigen Gutachtern zwischen 100 und 130 Milliarden DM beziffert wird, gerechnet nach Preisen des Jahres 1961.

Das entspricht ungefähr der Summe, die Deutschland nach dem Ersten Weltkrieg an Reparationen gegenüber den Siegermächten aufzubringen hatte.

Viele Menschen in der DDR zogen diese Fakten ins Kalkül, wenn sie über die Mauer sprachen.

Ihr Einverständnis mit Bemühungen der DDR, einen Ausverkauf des Landes zu verhindern, war größer als heute gemeinhin anerkannt wird.

Daher gab es - von Ausnahmen abgesehen - bis 1989 auch keine landesweiten Proteste gegen die Grenzsicherungsmaßnahmen.


2. Berlin (Ost) und Berlin (West) in den 70er und 80er Jahren

Zehn Jahre nach dem Mauerbau einigten sich 1971 die vier Siegemächte auf ein Abkommen.

Doch selbst die Bezeichnung dieses Abkommens war strittig.

In der Bundesrepublik wurde es „Viermächteabkommen“ genannt; in der DDR „Vierseitiges Abkommen“.

Das kleine russische Wort „Связи» wurde sogar zum Zankapfel der Politiker in beiden deutschen Staaten.

In der DDR wurde es korrekt als „Verbindungen“ ins Deutsche übersetzt, womit die Verkehrswege von und nach Berlin (West) gemeint waren.

Die BRD übersetzte es als „Bindungen“ und leitete daraus ihre Rechte für Berlin (West) ab, die sie nach DDR-Meinung nicht hatte, da Westberlin kein Bestandteil der Bundesrepublik Deutschland war.

Ob das politische Barometer zwischen Ost und West auf Spannung oder Entspannung stand, entschied sich oft in Berlin.

Als beispielsweise Bundeskanzler Kohl Gorbatschow mit dem Kriegsverbrecher Goebbels verglichen hatte, erwartete die Sowjetunion als Signatarmacht des oben genannten Abkommens von der DDR, alle für Westberlin geplanten Projekte zum 750 jährigen Bestehen von Berlin auf Eis zulegen.

Darunter auch bereits vereinbarte Zugeständnisse im Reiseverkehr, im Kulturaustauch und in humanitären Angelegenheiten.

Die sowjetische Seite betrachtete das Fehlverhalten des Bundeskanzlers zu Recht als Beleidigung nicht nur des Generalsekretärs Gorbatschow, sondern des sowjetischen Volkes, das im Kampf gegen den Faschismus über 28 Millionen Opfer zu beklagen hatte.

Angesichts dieser Sachlage solidarisierte sich die DDR mit Gorbatschow.

Ich komme auf das Problem der vier Mächte in Berlin an anderer Stelle noch einmal zurück, weil es am Morgen des 10. November 1989 bei der Beurteilung der Grenzöffnung durch Moskau eine nicht unbedeutende Rolle gespielt hat.

Zwischen 1985 und 1989 nahmen die internationalen Auseinandersetzungen um die Mauer an Schärfe zu.

Am 16. April 1985 besuchte Gorbatschow das Brandenburger Tor.

Dieser Besuch gewann an Bedeutung, weil er – wie seine Vorgänger auch - zugleich der „Oberste Befehlshaber der Vereinten Streitkräfte des Warschauer Vertrages“ war.

Nachdem er sich über die Grenzsicherungsanlagen informiert hatte, schrieb er bewegt in das Gästebuch des Stadtkommandanten von Berlin:

„Am Brandenburger Tor kann man sich anschaulich davon überzeugen, wieviel Kraft und Heldenmut der Schutz des ersten sozialistischen Staates auf deutschem Boden vor den Anschlägen des Klassenfeindes erfordert.

Die Rechnung der Feinde des Sozialismus wird nicht aufgehen…...

Ewiges Andenken an die Grenzsoldaten, die ihr Leben für die sozialistische DDR gegeben haben.”

Soweit von mir unkommentiert die Bewertung der Grenzsicherungsanlagen in Berlin durch Generalsekretär Gorbatschow.

Auch US-Präsident Reagan kam ans Brandenburger Tor.

Dies war am 12. Juni 1987.

Er wandte sich damals nicht an Honecker oder die DDR-Regierung.

Ihm war bewusst, wer letztlich über diese Grenze entscheidet.

Mit dem ihm eigenen Pathos rief er aus: „ Herr Gorbatschow, öffnen Sie dieses Tor, …Reißen Sie die Mauer nieder!“

Dies wurde von der sowjetischen Regierung scharf zurückgewiesen.

Als Bundespräsident von Weizäcker in Moskau Gast von Gorbatschow war, hatte der KPdSU Generalsekretär ihm gesagt, Jalta und Potsdam würden nicht revidiert werden.

In einem vertraulichen Papier hatte Gorbatschow die DDR-Führung wissen lassen, dass er dem Bundespräsidenten in aller Schärfe gesagt habe, die „deutsche Zweiteilung und die Berliner Mauer seien historische Tatsachen und kein Verhandlungsgegenstand“.

Allerdige verschwieg Gorbatschow in seiner Mitteilung an Honecker, dass er zum Bundespräsidenten auch gesagt hatte:

„Was in 100 Jahren sein wird, entscheidet die Geschichte."

Wir erfuhren dies erst aus bundesdeutschen Medien.

Das weckte Misstrauen bei Erich Honecker, weil er darin ein Anzeichen dafür sah, dass Moskau - das 1971 darauf bestanden hatte, dass die DDR die deutsche Frage für abgeschlossen erklärt - sie nun wieder für offen hält.

Honeckers Argwohn wurde durch ein Fernsehinterview verstärkt, das der sowjetische Außenminister Schewardnadse im Januar 1989 am Rande des KSZE Abschlusstreffens in Wien gab.

Auf die Frage eines Reporters, was aus der Berliner Mauer werden solle, antwortete er: »Da müssen Sie Fischer fragen.«

Lächelnd fügte er hinzu: »Und natürlich Genscher. «

Hatte sich Chruschtschow in seinen Erinnerungen noch dazu bekannt, selbst den Befehl zum Mauerbau gegeben zu haben, wollte Schewardnadse die Verantwortung nun der DDR und ein bisschen auch der BRD zuschieben.

Am 12. Juni 1989 korrigierte Gorbatschow während seines Staatsbesuch in Bonn seinen Außenminister mit den Worten des für die Grenze Kompetenten:

„Die Mauer kann wieder verschwinden, wenn die Voraussetzungen entfallen, die sie hervorgebracht haben.“

Ähnlich hatte es Honecker zu Jahresbeginn auch gesagt.

Die Einheit der Auffassungen zur Berliner Mauer zwischen Gorbatschow und Honecker waren also noch im Sommer 1989 identisch.


Am 7. und 8. Juli 1989 fand eine Tagung des Politisch-Beratenden Ausschusses in Bukarest statt.

Dies war das höchste politische Gremium der Staaten des Warschauer Vertrages.

Es tagte in einer politischen Ausnahmesituation.

Krisen in Staaten der Gemeinschaft gab es in regelmäßigen Abständen: DDR 1953, Ungarn 1956; Polen 1956, 1970 und 1980, Tschechoslowakei 1968.

Es waren in der Regel Krisen in einem oder in einigen Ländern, nie aber war die sozialistische Gemeinschaft als Ganzes betroffen.

1989 erlebte ich in Bukarest zum ersten Mal, dass die sozialistische Staatengemeinschaft nicht mehr funktionierte.

Der Sozialismus in Europa mit seinem Kernland Sowjetunion befand sich bereits in einer tiefen Existenzkrise.

Darin sah die DDR eine Gefahr nicht nur für den europäischen Kontinent.

Die Bipolarität der Welt war zusammen mit dem militär-strategischen Gleichgewicht so etwas wie ein Regulator der Friedenssicherung.

Jede Seite wusste von der anderen, dass sie sich in ein Kriegsabenteuer nur bei Strafe des eigenen Untergangs einlassen kann.

Die sozialistischen Staatsoberhäupter bewegte damals die Frage:

Wie steht es um den Kalten Krieg?

Ist er zu Ende?

Die ungarische Führung meinte: „Ja.“

Gorbatschow hielt zu diesem Zeitpunkt noch dagegen.

Am Vortag, dem 6. Juli 1989, war er Gast des Europarates.

Vor der Parlamentarischen Versammlung hatte er beklagt, dass die Einmischung der NATO in die inneren Angelegenheiten der sozialistischen Länder den Kalten Krieg neu belebt.

„Die Schwierigkeit bestehe darin“, sagte er, „dass der Westen die Überwindung der Spaltung Europas als Überwindung des Sozialismus versteht.“

Er antwortete damit dem amerikanischen Präsidenten George Bush.

Dieser hatte Ende Mai auf dem NATO-Gipfel in Brüssel gefordert, die Sowjetunion in die „Wertegemeinschaft des Westens“ zu holen.

Gorbatschow sah dies als verbalen Angriff der NATO auf sein Land.

Für ihn waren die Beschlüsse der NATO-Ratstagung Ausdruck einer neuen Konfrontation.

Er warnte davor, dass „eine Destabilisierung in Osteuropa unvorstellbare gefährliche Folgen für den ganzen Kontinent in sich birgt.“

Nur wenige Tage danach startet US-Präsident George Bush einen politischen Generalangriff auf Gorbatschows Politik.

Er besuchte Warschau und Budapest, um dort für Reformen im Sinne des Westens zu werben.

In Budapest machte er deutlich: Es wird keine Kombination von „östlicher Macht“ und „westlicher Technologie“ geben.

Der amerikanische Präsident ließ keinen Zweifel daran, dass die USA Ungarn nur dann wirtschaftlich und finanziell helfen würden, wenn das politische System des Landes grundlegend im Sinne der USA verändert wird.

Der ungarische Ministerpräsident Nemeth übergab an Bush symbolisch ein Stück des ab 2. Mai 1989 abgebauten ungarischen Grenzzauns zu Österreich.

Dabei legte er Wert auf die Feststellung, dass alle „ physischen und geistigen Trennmauern beseitigt werden“.

Mit diesem Ziel im Gepäck flog er zusammen mit Außenminister Gyula Horn am 25. August 1989 in geheimer Mission nach Bonn.

Ohne den Bündnispartner DDR vorher zu informieren, teilten sie dem Bundeskanzler mit: „Ungarn hat sich entschlossen, den DDR-Bürgern die freie Ausreise zu erlauben.”

Die Bundesregierung gewährte Ungarn dafür einen günstigen „Kredit“ von über 500 Millionen DM.

Zu dieser Zeit wurde im Westen das Bukarester Dokument bewusst falsch interpretiert.

Suggeriert wurde, die Sowjetunion habe die „Breschnew-Doktrin“ der begrenzten Souveränität der Mitgliedsstaaten aufgegeben und eine Gorbatschow-Doktrin der „Freiheit der Wahl" verkündet.

Die Medien bezogen sich dabei auf die Formulierung, nach der die Beziehungen der Warschauer Vertragsstaaten „auf der Grundlage der Gleichheit, Unabhängigkeit und des Rechtes eines jeden Einzelnen,

selbstständig seine eigene politische Linie, Strategie und Taktik ohne Einmischung von außen auszuarbeiten" entwickeln zu können.

Das war allerdings nichts Neues.

So etwas hatten fast alle Vorgänger Gorbatschows auch gesagt.

Breschnew zum Beispiel hatte 1968 formuliert, die Aufgabe bestehe darin, „die Prinzipien der Gleichberechtigung aller Länder des Sozialismus, ihre Souveränität und Unabhängigkeit sowie die Nichteinmischung in ihre inneren Angelegenheiten konsequent zu wahren.“

Was sollten sowjetische Spitzenpolitiker auch anders sagen?

Etwa den Vorwurf des Westens bestätigen, dass die Verbündeten sowjetische Satelliten seien?

Nein, in Bukarest wurde in dieser Beziehung überhaupt nichts aufgehoben, sondern Bekanntes lediglich bestätigt.

Gorbatschow hat nie behauptet, jedes Land könne nach Belieben aus dem Warschauer Vertrag oder dem RGW austreten.

Am 13. März 1985, er war gerade zwei Tage Generalsekretär des ZK der KPdSU, hatte er seine osteuropäischen Kollegen in den Kreml eingeladen.

Ich begleitete Honecker. Gorbatschows Hauptsorge galt der Verlängerung des Warschauer Vertrages.

Die grundlegenden Bedenken, die damals der rumänische Staatschef zur Verlängerung des Vertrages vortrug, wurden von Gorbatschow ohne Bedenken vom Tisch gewischt.

Wenn es tatsächlich eine Doktrin der „völligen Entscheidungsfreiheit“ der sowjetischen Bündnispartner gegeben haben sollte, dann wurde sie vor der DDR-Führung geheim gehalten.

Der politischen und militärischen Führung der DDR wurde sie jedenfalls nie mitgeteilt.

Sowjetische Militärs sind der DDR gegenüber auch 1989 von gemeinsamen politischen Interessen ausgegangen.

Zudem existierte ein Beistandspakt zwischen der UdSSR und der DDR, der nie gekündigt worden war.

Selbst wenn die UdSSR bereit gewesen sein sollte, Bulgarien, die ČSSR, Polen, Ungarn und Rumänien in die volle Souveränität zu entlassen, so war das bei der DDR anders.

Die DDR war für die Sowjetunion immer ein Sonderfall.

Jede sowjetische Führung berücksichtigte zu Recht, dass die Sowjetunion bei der Befreiung Deutschlands vom Faschismus die Hauptlast getragen hatte.

Anschaulich zeigt das auch folgender Vorgang:

Ende Juni 1989 nahm ich eine Mitteilung der sowjetischen Führung entgegen, die an Erich Honecker gerichtet war.

Ein Exemplar war in Deutsch. Eins in Russisch. Moskau teilte uns darin mit:

„Die Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland ist in Westgruppe der sowjetischen Streitkräfte umbenannt worden.

Der Status dieser Truppen, wie er im Vertrag über die Beziehungen zwischen der UdSSR und der DDR vom 20. September 1955 und in den anderen bilateralen Vereinbarungen bestimmt wird,

sowie die Rechte und Verantwortung, die sich aus den in der Kriegs- bzw. Nachkriegszeit erzielten

und die gültigen Vereinbarungen und Beschlüssen der UdSSR, der USA, Großbritannien und Frankreich ergeben, bleiben unverändert.“

Die Sowjetunion dachte nicht daran, ihre Rechte für Deutschland aus der Nachkriegszeit aufzugeben.

Mir war das plausibel.

Die Westalliierten gaben ja ihre Rechte in der Bundesrepublik auch nicht auf.

Die sowjetische Entscheidung über die Westgruppe ihrer Streitkräfte ist aber alles andere als eine „Doktrin für die Freiheit der DDR“.

Der Gipfel von Bukarest war kaum vorbei, spitzte sich die Situation in der DDR in bisher nie gekannter Form zu.

Im Sommer, als Schulferien waren, begann ein Urlauberansturm auf Ungarn.

Ungarn war das beliebteste Reiseziel der DDR-Bürger und seit Jahren ein geeigneter Treff für Familien aus der DDR und der BRD.

Nun kam die Zeit, als sich die bundesdeutsche Botschaft in Budapest mit DDR-Bürgern zu füllen begann.

Am 19. August hatte der „Thronfolger der Österreichisch – Ungarischen Monarchie“, Otto von Habsburg, an der österreichisch-ungarischen Grenze ein sogenanntes „Friedens-Picknick“ veranstaltet.

Hunderte kamen und durchbrachen auf ungarischer Seite den Grenzzaun ohne auf Widerstand von Seiten der Grenzschützer zu stoßen.

Am 10. September ließ dann die ungarische Regierung verlauten, dass ab Mitternacht auch für DDR-Bürger die Grenzen nach Österreich geöffnet würden.

Damit hatte die Trennlinie zwischen NATO und Warschauer Vertrag ihr erstes Loch.

Als DDR-Bürger später auch in der CSSR in die bundesdeutsche Botschaft flüchteten, ließ die DDR-Führung unter Erich Honecker zynisch erklären, man weine denen, die uns verlassen hätten, keine Träne nach.

DDR-Bürger antworteten darauf mit Protesten unter der Losung „Wir bleiben hier“ und wenig später auch mit dem Slogan „Wir sind das Volk“.

Das waren keine Forderungen für die Abschaffung der DDR oder für die deutsche Einheit.

Es ging um innere Reformen in der DDR. Die politische Führung unter Erich Honecker reagierte darauf nicht.

Schnell kam dafür die Bezeichnung „Sprachlosigkeit“ auf. Diese hat die innere Lage der DDR dramatisch zugespitzt.

In dieser Zeit traf ein Brief des sowjetischen Außenministers an seinen DDR-Kollegen Oskar Fischer ein.

Datiert ist er vom 1. September 1989.

Interessant die Wortwahl Schewardnadses.

Er nennt die Botschaftsbesetzungen von DDR-Bürgern „Exzesse der letzten Zeit, die durch Versuche einer nicht geringen Zahl von DDR-Bürgern, illegal in die BRD zu gelangen, hervorgerufen wurden.“

Als Quelle für dieses Verhalten nennt Schewardnadse die „Ansprüche der BRD auf das Obhutsrecht für alle Deutschen“.

Dies könne, so der sowjetische Politiker, zu jedem Zeitpunkt „in Gang gesetzt werden, um erneut Spannungen und Konflikte in den zwischenstaatlichen Beziehungen zu erzeugen.“

Schewardnadse empfiehlt, „die Aufmerksamkeit der internationalen Öffentlichkeit auf das Problem der Nichtanerkennung der Staatsbürgerschaft der DDR seitens der BRD und auf die Folgen dieser Nichtanerkennung zu lenken.“

Er erwähnt, „ dass die Beschlüsse der KSZE über Freizügigkeit kaum auf die Beziehungen zwischen der DDR und der BRD anwendbar sind, da wegen der Haltung letzterer zur Staatsbürgerschaft die völkerrechtlichen Voraussetzungen für die Zusammenarbeit beider Länder in dieser Frage fehlen.“

Schließlich meinte er, wenn die DDR androhen würde, „die Zahl der Übersiedler in diesem und nächsten Jahr spürbar zu verringern“, könnte dies im Vorfeld zu den Bundestagswahlen die Bonner Regierung zum Nachdenken über diese Frage veranlassen“.

Diese Leitsätze waren politisch durchaus richtig. Allerdings wusste auch die sowjetische Seite, dass die alte BRD über Jahrzehnte hinweg alle Zugeständnisse der DDR zum Reise- und Besucherverkehr zwischen beiden deutschen Staaten dadurch torpediert hatte, dass sie nicht bereit war, die Staatsbürgerschaft der DDR zu respektieren.

Im Herbst 1989 waren wir schon längst nicht mehr Herr der Situation, um darauf angemessen reagieren zu können.

Die Bedingungen wurden der DDR nun schon von Bonn aus diktiert.

In der Konsequenz verleitete Schewardnadses Brief Erich Honecker zu der Fehlentscheidung, im Interesse der Wahrung der Hoheitsrechte der DDR die Züge, die die Botschaftsbesetzer aus Prag in die Bundesrepublik bringen sollten, über das Hoheitsgebiet der DDR fahren zu lassen.

So kam es in Dresden zu ernsthaften Auseinandersetzungen der Staatsmacht mit Menschen, die mit den Zügen mitfahren wollten.

Ab Anfang Oktober gab es dann auch offene Auseinandersetzungen in der DDR-Führung.

Ich hatte zusammen mit weiteren DDR-Politikern die Initiative zur Absetzung Honeckers ergriffen.

Am 18. Oktober 1989 wurde ich zum SED-Generalsekretär und am 24. Oktober zum Staatsoberhaupt der DDR gewählt.

Ich sprach damals von einer „Wende“, die erreicht werden müsse.

Ich verstand darunter eine Erneuerung der DDR nach dem Beispiel der „Perestroika“ in der Sowjetunion.

Mir war noch nicht klar, dass Gorbatschow mit dieser Politik schon im eigenen Land gescheitert war.

Er sagte mir damals, sein Ausspruch, wer zu spät komme, den bestrafe das Leben, sei nicht auf die DDR, sondern auf ihn selbst gemünzt gewesen.

Auch er sei mit seinen Reformvorstellungen viel zu spät gekommen.

Als ich meine Funktionen übernahm, habe ich öffentlich versprochen, dass das Reisen von DDR- Bürger auch ins westliche Ausland gesetzlich geregelt wird.

Freies Reisen stand an der Spitze der Forderungen der Bürger an ihren Staat.

Der Vorschlag der neuen DDR-Führung sah vor, einen Gesetzentwurf auszuarbeiten, der öffentlich diskutiert und noch vor Weihnachten im Parlament, der Volkskammer, beschlossen werden sollte.

Jeder DDR-Bürger sollte einen Reisepass erhalten und reisen können, wann und wohin er wollte.

Mich bedrückte allerdings die Frage: Wer soll das bezahlen?

Unsere Währung war – wie ich bereits erwähnte - nicht konvertierbar.

Die Bundesrepublik berechnete jeden gefahrenen Kilometer eines DDR-Bürgers mit der Bundesbahn in Devisen.

Wir gingen von 12 bis 13 Millionen Reisenden aus.

Dafür hätte eine Summe von 3 bis 4 Milliarden DM zur Verfügung stehen müssen.

Unsere Valutasituation ließ große Sprünge nicht zu.

Wir konnten den Reisenden kaum zusätzlichen Devisen umtauschen.

Die Bundesregierung hat unsere Vorschläge für einen gemeinsamen Reisefonds, in den beide Staaten eingezahlt hätten, abgelehnt.


3. Gespräch mit Gorbatschow

Ein wichtiges Datum auf dem Wege zum 9. November 1989 war mein Gespräch mit Gorbatschow am 1. November in Moskau.

Dabei fragte ich ihn:

„Michael Sergejewitsch, welchen Platz räumt die Sowjetunion beiden deutschen Staaten im gesamteuropäischen Haus ein?

Im Westen gibt es Spekulationen, dass im Europäischen Haus für die DDR kein Platz mehr ist.“


Gorbatschow macht auf mich den Eindruck, als habe er meine Frage nicht verstanden.

Ich ergänze daher: Die DDR entstand nach dem Zweiten Weltkrieg und im Ergebnis des Kalten Krieges.

Sie ist also auch ein Kind der Sowjetunion.

Es ist für mich wichtig zu wissen, ob ihr zu eurer Vaterschaft steht?“

Ich wollte aus erster Hand erfahren, was die Sowjetunion mit der DDR vorhat.

Gorbatschow reagiert überrascht:

„Wo denkst du hin?“ fragte er und informiert darüber, dass seine Genossen kürzlich mit Zbignew Brzezinski gesprochen hätten.

Sie hätten ihn gefragt, „ob sich die USA eine Wiedervereinigung Deutschlands vorstellen könnten“.

Brzezinski habe geantwortet, „für ihn wäre das der Zusammenbruch“.

Als ahne Gorbatschow mein Misstrauen, sagt er:

„Ich begrüße, dass du die Frage nach der Existenz der beiden deutschen Staaten aufgeworfen hast.

Auch in meinen jüngsten Gesprächen mit Margaret Thatcher, François Mitterrand, aber auch mit Jaruzelski und Andreotti ist klar geworden,

dass sie von den Realitäten der Nachkriegszeit, einschließlich der Existenz zweier deutscher Staaten, ausgehen.

Die Fragestellung nach der Einheit Deutschlands werde von allen als äußerst explosiv betrachtet.

Sie wollen auch nicht, dass der Warschauer Vertrag und die NATO aufgelöst werden.

Sie sind für ein Verbleiben Polens und Ungarns im Warschauer Vertrag.

Das Gleichgewicht in Europa dürfe nicht gestört werden, weil niemand weiß, welche Folgen das hat.

Auch die USA beziehen bisher eine ähnliche Haltung.“






Die DDR und ihre Geschichte - Fahne mit Hammer, Zirkel und Ährenkranz. Skizze/Zeichnung: Eckart Kreitlow

Die DDR und ihre Geschichte

Die DDR und ihre Geschichte - Fahne mit Hammer, Zirkel und Ährenkranz. Skizze/Zeichnung: Eckart Kreitlow







Gorbatschow schlussfolgert daraus:

„Nach meiner Meinung besteht die beste Politik darin, die bisherige Linie der sozialistischen Länder in der deutschen Frage weiterzuführen.“

„Die DDR“, so Gorbatschow, „muss bei ihren Beziehungen zur BRD drauf achten, nicht in die Umarmung dieses Staates zu geraten.

Es gibt keinen Grund, Vermutungen anzustellen, wie sich die deutsche Frage einmal lösen wird.

Die Einheit Deutschlands steht nicht auf der Tagesordnung der aktuellen Politik.

Darüber hat sich die Sowjetunion mit ihren früheren Partnern aus der Zeit der Anti-Hitler-Koalition geeinigt.

Genosse Krenz, übermittle dies bitte den Genossen des SED-Politbüros“, fasste Gorbatschow seinen Standpunkt zusammen.

Es sei an der Zeit, so Gorbatschow weiter, auf Kanzler Kohl stärkeren Druck auszuüben.

Er habe auf das Pferd des Nationalismus gesetzt.

In der BRD würde mit diesem Thema wild spekuliert.“

Das, meine Damen und Herren, ich unterstreiche es, war noch am 1. November 1989!

Wenn man die Ereignisse danach überblickt, ist kaum nachvollziehbar, wie schnell sich Gorbatschows Meinung geändert hat.

Damals wusste ich allerdings auch noch nicht, dass Gorbatschows Mitarbeiter bereits hinter dem Rücken der DDR Kontakte zum Bundeskanzleramt aufgenommen hatten,

um zu erkunden, was die Bundesrepublik bereit wäre für eine mögliche deutsche Einheit zu zahlen.

Nach meinem Gespräch mit Gorbatschow erhielt ich bei einem Mittagessen im Kreml vom Chef des KGB, Kruschkow, eine Mitteilung, die im Zusammenhang mit dem 9. November eine große Bedeutung haben wird.

Er sagte mir: „Wir haben Informationen, dass Extremisten versuchen könnten, die geplante Demonstration am 4. November 1989 auf dem Alexanderplatz in Berlin zu nutzen, um das Brandenburger Tor zu stürmen“.

Ähnliches hörte ich sowohl von den polnischen Sicherheitsorganen und auch vom Ministerium für Staatsicherheit der DDR.

Mir war nicht klar, ob es sich um ein Gerücht oder um eine aufgeklärte wirkliche Absicht handelte.

Um keinerlei Risiko einzugehen, arbeitete der Sekretär des Nationalen Verteidigungsrates der DDR, Generaloberst Streletz, in meinem Auftrag einen Befehl aus, in dem es wörtlich heißt:


„Die Anwendung der Schusswaffe im Zusammenhang mit möglichen Demonstrationen ist grundsätzlich verboten.“


Dieser Befehl galt auch bei möglichen Demonstrationen im Grenzgebiet.

Auch am 9. November 1989.


In seinem Buch „Der Weg zur Einheit“ schreibt Altbundespräsident von Weizsäcker: „Trotz ausdrücklicher Anforderung durch die Sicherheitskräfte der DDR blieben sowjetische Streitkräfte auf Befehl aus Moskau in ihren Quartieren.“

Das ist so nicht wahr.

Wenn die DDR-Führung hätte wirklich Gewalt anwenden wollen, hätte sie dazu keine sowjetischen Streitkräfte anfordern müssen.

Die eigenen Schutz- und Sicherheitskräfte hätten ausgereicht.

Belegt ist zudem: Niemand aus der DDR - Führung oder den Sicherheitsorganen hat im Herbst89 sowjetische Truppen angefordert.

Ein Befehl aus Moskau, dass sowjetische Truppen in ihren Quartieren bleiben sollten, ist nirgendwo dokumentiert.

Auch der Oberkommandierende der Streitkräfte des Warschauer Vertrages, Armeegeneral Lushew, und der Chef der Westgruppe der sowjetischen Streitkräfte, Armeegeneral Snetkow, mit denen ich in dieser Zeit engste persönliche Kontakte hatte, haben mir gesagt, einen solchen Befehl nie erhalten zu haben.

Versichert haben sie aber, die Bündnisverpflichtungen gegenüber der DDR einzuhalten.

Ein äußerst kompetenter Zeitzeuge war der sowjetische Botschafter in der DDR, Wjatscheslaw Kotschemassow.

Er gab 1997 zu Protokoll: „ In der dramatischen Phase haben unsere Generäle im Oktober und November 1989 einen militärischen Einsatz erwogen und angeboten.“

Glücklicherweise hatten weder die sowjetischen Bündnispartner noch wir eine gewaltsame Lösung geplant.



4. Der 9. November 1989

Über den 9. November 1989 gibt es unzählige Legenden.

Anders ausgedrückt: Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen.

Der inzwischen legendäre Versprecher von Politbüromitglied Günter Schabowski auf einer internationalen Pressekonferenz wird in den Medien genüsslich ausgenutzt, um der DDR-Führung ihre vermeintliche Unfähigkeit zu attestieren.

Die Geschichte ist bekanntlich nie alternativlos.

Auch an diesem Abend war sie es nicht.

Die unvernünftige Alternative zu der Art der Grenzöffnung wie sie stattgefunden hat, wäre eine bürgerkriegsähnliche Auseinandersetzung gewesen, die niemand hätte verantworten können.

Mir war damals sehr wohl bewusst, dass die von uns beabsichtigte Wende in der DDR ohne Öffnung in Richtung Westen unmöglich gewesen wäre.

Zudem war der Druck der Bevölkerung enorm.

Es rächte sich jetzt, dass es eine nachprüfbare gesetzliche Regelung über das Reisen in Richtung Westen jahrelang nicht gegeben hatte.

Zwar hatte dies auch damit zu tun, dass die Bundesrepublik die Staatsbürgerschaft der DDR nicht respektieren wollte.

Doch diese juristischen Fragen interessierten im November 89 kaum noch.

Die Leute wollten endlich auch in den Westen reisen können.

Ihre Geduld war zu Ende.

Wohl auch deshalb protestierten viele gegen einen Gesetzentwurf, den wir am 6. November zur öffentlichen Diskussion unterbreitet hatten, und der vor zwei/drei Monaten noch als Fortschritt gegolten hätte.

Die Ablehnung der Diskussionsgrundlage führte dazu, dass wir uns in der DDR-Führung einigten, dass eine Regierungsverordnung Übergangsregelungen schafft, die bis zum Beschluss eines Reisegesetz durch die Volkskammer noch vor Weihnachten gelten sollten.

Diese Regierungsverordnung verlas ich auf einer Sitzung des SED-Zentralkomitees am Nachmittag des 9. November zusammen mit dem Entwurf einer Pressemitteilung, die am 10. November in den Printmedien veröffentlicht werden sollte .

Beide Dokumente übergab ich Schabowski, der auf einer internationalen Pressekonferenz darüber informieren sollte.


Jenen „berühmten Zettel“ also, dessen Urheberschaft manche dem KGB, der CIA, dem MfS oder auch dem BND andichten, diesen „Zettel“ hatte Schabowski von niemand anderem als von mir.


Allerdings mit der Maßgabe, den Beschluss auf der internationalen Pressekonferenz vorzustellen.

Statt ihn zu erläutern, antwortete er erst kurz vor Ende der Pressekonferenz auf die Frage eines Journalisten nach dem Zeitpunkt der Grenzöffnung ziemlich verwirrt: „Wenn ich richtig informiert bin, nach meiner Kenntnis unverzüglich.“

Korrekt wäre gewesen „Ab morgen“ oder „Ab 10. November.“


Das Gefährliche dieses Irrtums bestand darin, dass die Grenztruppen zu diesem Zeitpunkt noch keine Befehle zur Öffnung haben konnten.

Hinzu kommt, dass sich alle Mitglieder der DDR-Führung auf einer Tagung des SED-Zentralkomitees befanden, nicht wussten, was Schabowski auf der Pressekonferenz gesagt hatte und folglich selbst nicht aktiv werden konnten.

Tausende Berlinerinnen und Berliner machen sich nun aber auf den Weg zur Grenze.

Nicht, um die „Mauer niederzureißen“, sondern auf Einladung eines Politbüromitgliedes.

Die angestaute Reiselust, die so viele Jahre lang kein Tor gefunden hatte, entlädt sich noch in dieser Nacht.

Wie aus den Medien zu erfahren ist, machte sich auch die heutige deutsche Regierungschefin, Bundeskanzlerin Merkel, aus der Sauna kommend, auf den Weg zur Grenze.

Sie habe dabei durchaus nicht den Eindruck gehabt, dass dies der Fall der Mauer gewesen sei.

Viele, die damals dabei waren, mögen auch jetzt noch nicht von einem „Sturm auf die Mauer“ sprechen, sondern eher von einem großen „Ost-West-Volksfest“.

Sie gingen in friedlicher Absicht.

Der Regierende Bürgermeister von Berlin (West), Momper, nannte das Ereignis „Keinen Tag der Wiedervereinigung, sondern Tag des Wiedersehens“.

Soziale Spannungen haben damals keine Rolle gespielt.

Kurz vor 21.00 Uhr rief mich Staatsicherheitsminister Erich Mielke an.

Er informierte, was nach der Pressekonferenz passiert war.

„Wenn wir nicht sofort entscheiden, was zu tun ist, dann verlieren wir die Kontrolle“, sagte er.

Ich konnte in diesem Augenblick meine Nervosität nur schwer verbergen.

In meinem Büro waren noch meine Weggefährten Siegfried Lorenz und Wolfgang Herger.

Alle anderen Verantwortlichen waren auf dem Wege vom Gebäude des SED-Zentralkomitees in ihre Büros oder nach Hause.

Alle politischen und militärischen Fäden liefen nun bei mir zusammen.

Wir befanden uns in einer gefahrvollen Situation.

Auch nur eine falsche Entscheidung hätte Blutvergießen bedeuten können.

Mein Entscheidungsspielraum war in diesen Minuten äußerst eng.

Praktisch ging es um die Frage: Lassen wir den Dingen freien Lauf oder setzen wir die bewaffnete Macht zur Sicherung der Staatsgrenze ein?

Letzteres wäre ein Spiel mit dem Feuer gewesen.

Aber auch eine spontane Grenzöffnung - ohne Befehle für die Sicherheitsorgane - barg Risiken in sich.

Ich hatte Sorge, es könne Panik ausbrechen.

Mich bewegte: Was, wenn es in dieser Nacht auch nur einen Toten gibt?

Ich dachte nicht einmal daran, dass geschossen werden könnte.

Es gab ja meinen Befehl vom 3. November 1989, der die Anwendung der Schusswaffe verbot.

Was aber, wenn irgendjemand - von welcher Seite auch immer - provoziert?

Angekündigt waren Provokationen oft genug.

Was, wenn Panik einsetzt und sich Menschen tottrampeln?


Wir wollten auch an diesem Abend bei unserem Grundsatz bleiben:

Es darf keine Gewalt geben.

Die Hauptlast der ungewöhnlichen Situation lag auf den Schultern der Grenztruppen der DDR, der Volkspolizei und des Ministeriums für Staatsicherheit.

Sie bewiesen, dass sie den Grundsatz verinnerlich hatten: Von deutschem Boden darf nie wieder Krieg ausgehen.


Am Morgen des 10. November gab es aber auch beunruhigende Nachrichten.

Westberliner versuchen, vom Brandenburger Tor aus über die Mauer auf das Territorium der DDR zu gelangen.

Zeitweilig waren über 1000 Menschen auf der Mauer westlich am Brandenburger Tor.

Einige sprangen ins DDR-Grenzgebiet.

Wenn es Sinn macht, von gefährlich die höchste Steigerungsform zu bilden, dann war die Situation am Brandenburger Tor die bisher gefährlichste.

Sie hätte jederzeit militärische Eingriffe auslösen können.

Ich wollte mir damals nicht vorstellen, was hätte passieren könnte, wenn ein gewaltsamer Mauerdurchbruch von Westberlin aus organisiert worden wäre.

Auch international gab es Erregung.

Die Alliierten fühlen sich brüskiert.

Die Botschafter der USA, Großbritanniens und Frankreichs wandten sich an das DDR-Außenministerium.

Sie wollen genaue Auskunft, was in der Nacht passiert war und warum sie nicht gefragt worden waren.

Die sowjetische Seite machte uns am Morgen des 10. November den Vorwurf, die DDR sei wegen des Vier-Mächtestatus von Berlin nicht berechtigt gewesen, die Grenze zu Westberlin zu öffnen .

Auch die Militärverbindungsmissionen der drei Westmächte waren irritiert.

Deshalb wandte sich der Chef des Stabes der Westgruppe der Streitkräfte der UdSSR, Generalleutnant Fursin, an das Oberkommando der USA-Landstreitkräfte Europa sowie das Oberkommando der britischen und der französischen Streitkräfte in Deutschland.

Er forderte sie auf, „sich aus den Ereignissen herauszuhalten “

Der Chef der US-amerikanischen Mission erklärte, „das USA-Oberkommando Einwände erheben würde, falls Armeeangehörige der NVA der DDR Berlin (West) besuchen sollten“.

Nachdem die DDR Gorbatschow in einem Staatstelegramm über Einzelheiten der Grenzöffnung informiert hatte, teilte der sowjetische Botschafter in Berlin mit:

„Im Namen von Michail Gorbatschow beglückwünsche ich die deutschen Freunde zu ihrem mutigen Schritt, die Berliner Mauer geöffnet zu haben.“


Heutzutage wird in den Medien nur noch gemeldet, am 9. November sei die Mauer gefallen, so als habe der Heilige Geist sie zerstört oder sie sei einfach zusammengefallen.

Welche Anstrengungen die DDR unternehmen musste, dass alles friedlich verlief, wird kaum noch berichtet.

Es passt nicht in das verordnete Geschichtsbild vom „DDR-Unrechtsstaat“.


5. Reaktionen in Ost und West

Besser als jede nachträgliche Bewertung der Ereignisse ist ein Vergleich zwischen dem, was damals gesagt und getan wurde, mit dem, was heute darüber berichtet wird.

Zwar wird in der Geschichtsschreibung kurz erwähnt, dass Gorbatschow am 10. November 1989 eine mündliche Botschaft an Helmut Kohl gerichtet hatte.

Doch mehr nicht.

Würde man dies nämlich tun, würde klar werden, dass am 9. November 1989 von einem „Mauerfall“ noch keine Rede sein konnte.

„Mauerfall“ und „Sturm auf die Mauer“ sind ideologische Begriffe im Nachhinein.


Nach meinen Recherchen ist der volle Text der Gorbatschow-Botschaft an Kohl nirgendwo publiziert.


Daher gebe ich ihn hier im Wortlaut wieder:

„Wie Ihnen natürlich bekannt ist, hat die Führung der DDR einen Beschluss gefasst, der den Bürgern dieses Landes die Möglichkeit der freien Ausreise über die Grenzen zur BRD und Berlin (West) ermöglicht.

Es ist verständlich, dass dieser Beschluss der neuen Führung der DDR durchaus nicht leicht gefallen ist.

Zugleich bestätigt er aufs Neue, dass gegenwärtig in der DDR tiefe und bedeutende Veränderungen vor sich gehen.

Die Führung der Republik handelt zielstrebig und dynamisch im Interesse des Volkes, sie entfaltet einen breiten Dialog mit verschiedenen Gruppen und Schichten der Gesellschaft.

Erklärungen aus der BRD, die vor diesem politischen und psychologischen Hintergrund abgegeben werden, die unter Losungen der Unversöhnlichkeit gegenüber der realen Existenz zweier deutscher Staaten Emotionen und Leidenschaften anheizen sollen, können kein anderes Ziel verfolgen, als die Lage in der DDR zu destabilisieren und die sich dort entwickelnden Prozesse der Demokratisierung und Erneuerung aller Bereiche des gesellschaftlichen Lebens zu untergraben.

Wir haben die Mitteilung erhalten, dass heute in Berlin (West) ein Meeting stattfinden wird, an dem offizielle Vertreter aus der BRD und Berlin (West) teilnehmen werden.

Zur gleichen Zeit ist auch ein Meeting in der Hauptstadt der DDR geplant.

Bei den gegenwärtig faktisch offenen Grenzen und den gewaltigen Menschenströmen in beiden Richtungen kann eine chaotische Situation mit unübersehbaren Folgen entstehen.

Angesichts der Kürze der Zeit und der zugespitzten Situation habe ich es für notwendig erachtet, Sie im Geiste der Offenheit und des Realismus zu ersuchen, Ihrerseits die notwendigen und äußerst dringlichen Maßnahmen zu treffen, damit eine Komplizierung und Destabilisierung der Situation nicht zugelassen wird.“



In Botschaften an US-Präsident Bush, an Frankreichs Präsident Mitterrand und an die britische Premierministerin Margaret Thatcher informiert Gorbatschow über seine Warnung an Kohl.



Zugleich bat er die Repräsentanten der drei Westmächte, ihren Vertretern in Westberlin Weisungen zu erteilen, „damit die Ereignisse nicht einen Verlauf nehmen, der nicht wünschenswert wäre…

Wenn aber in der BRD Erklärungen laut werden, die auf ein Anheizen der Emotionen im Geiste der Unversöhnlichkeit gegenüber den Nachkriegsrealitäten, d.h. der Existenz zweiter deutscher Staaten, abzielen, dann können solche Erscheinungen des politischen Extremismus nicht anders eingeschätzt werden denn als Versuche, die sich jetzt in der DDR dynamisch entwickelnden Prozesse der Demokratisierung und Erneuerung aller Bereiche des gesellschaftlichen Lebens zu untergraben.

Mit Blick auf die Zukunft kann dies eine Destabilisierung der Lage nicht nur im Zentrum Europas, sondern auch darüber hinaus nach sich ziehen.“






Die DDR und ihre Geschichte - Fahne mit Hammer, Zirkel und Ährenkranz. Skizze/Zeichnung: Eckart Kreitlow

Die DDR und ihre Geschichte

Die DDR und ihre Geschichte - Fahne mit Hammer, Zirkel und Ährenkranz. Skizze/Zeichnung: Eckart Kreitlow







Der amerikanische Botschafter in der DDR informiert mich, dass Präsident Bush zunächst nicht glauben wollte, dass die DDR ihre Grenzen geöffnet hatte.

Er überbrachte mir ein Staatstelegramm des US-Präsidenten.


Darin heißt es:

  • „ Sie haben Ihre Pflichten als Vorsitzender des Staatsrates zu einer Zeit übernommen, die äußerst bedeutsam für Ihr Land, für Europa und für den künftigen Gang der Ost-West-Beziehungen ist.

    Die Vereinigten Staaten begrüßen Ihre Entscheidung, die Grenzen der DDR für ständig denen zu öffnen, die das Land in Richtung Westen verlassen oder lediglich dorthin reisen möchten.

    Diese Entscheidung wie auch die Bewegung in Richtung demokratischer Reformen wird den historischen Prozess der europäischen Aussöhnung beitragen“.



  • Der Historiker Helmut Kohl war zur historischen Stunde nicht am Platz der historischen Ereignisse. Er befand sich auf einem Bankett in Warschau.

    Am 11. November kam es ab 10.13 Uhr zu einem Telefongespräch zwischen uns.



  • Der Bundeskanzler begrüßt die Öffnung der Grenzen.

    Sie sei angetan, die Beziehungen zwischen beiden deutschen Staaten weiterzuentwickeln.

    „Ich glaube“, sagt er, „wir stehen jetzt in einem ganz wichtigen Zeitabschnitt, ein Zeitabschnitt, in dem sehr viel Vernunft und gar keine Aufgeregtheit am Platze ist, sondern eine ruhige Gelassenheit, um die richtigen Entscheidungen zu treffen.“

    Auch er spricht nicht vom „Fall der Mauer“.



  • Stattdessen sagt er:

    „Ich habe immer wieder darauf hingewiesen, … dass jede Form von Radikalisierung gefährlich ist.

    Wir werden uns nicht zu unterhalten brauchen, was für Gefahren das sein könnten.

    Das kann sich jeder leicht ausrechnen….

    Und wenn noch irgendwas ist, Herr Krenz, um das klar zu sagen, das ist ja eine Situation, die leicht dramatisch werden könnte, dann greifen Sie zum Telefon und ich umgekehrt.“



  • Walter Momper, der Regierende Bürgermeister von Berlin (West), hatte dem Bundeskanzler gar vorgeworfen, er habe nicht begriffen, was sich in der DDR abspiele.

    Die Menschen in der DDR interessiere nicht die Wiedervereinigung.

    Die neugewonnene Identität des DDR-Volkes möge Kohl zwar nicht passen, sie sei aber Realität.

    Momper ist der Ansicht, ein Treffen von Kohl mit mir sei dringend erforderlich.



  • Ähnlich äußert sich der Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Lothar Späth.

    Laut „Stuttgarter Nachrichten“ ist er überzeugt, dass die Mehrheit der DDR-Bürger einen Anschluss an die BRD nicht wünscht.



  • Schließlich erhielt die DDR auch ein Signal aus dem Vatikan.

    Es lautete: „Wenn es der Stabilität der DDR und der Autorität des Staatsratsvorsitzenden dienlich wäre, gäbe es die Bereitschaft, einen Papstbesuch in der DDR zu organisieren.“ .









  • Die historischen Tatsachen werden von ideologischen Interpretationen verdrängt.








    Zwischen den Originaltexten von damals und ihrer nachträglichen Interpretation liegen Welten.

    Die historischen Tatsachen werden von ideologischen Interpretationen verdrängt.



    Es heißt, 1989 sei der Kalte Krieg zu Ende gewesen.


    Ich halte das für einen Irrtum.

    Zu Ende war 1991 die System- und Blockkonfrontation in Europa, weil es die Sowjetunion und ihre Verbündeten nicht mehr gab.

    Nicht zu Ende waren die Ursachen, die zu Kriegen führen.


    Heiße Kriege wie beispielsweise der um Jugoslawien wären zur Zeit des militärstrategischen Gleichgewichts zwischen den USA und der UdSSR undenkbar gewesen.


    Bush sen. erklärte die USA zum Sieger des Kalten Krieges.

    Gorbatschow hielt dagegen, es gebe keinen Sieger, sondern alle seien Nutznießer.


    Inzwischen spricht er allerdings davon, dass die USA einen „Siegerkomplex“ hätten.


    Jene, die noch immer nicht müde werden, die gefallenen Mauern von einst zu kriminalisieren, beobachten heutzutage geradezu mit Sympathie, dass die Trennlinie, die einst an Elbe und Werra sowie quer durch Berlin verlief, nunmehr an die russiche Grenze verlegt wird.






    Die DDR und ihre Geschichte - Fahne mit Hammer, Zirkel und Ährenkranz. Skizze/Zeichnung: Eckart Kreitlow

    Die DDR und ihre Geschichte

    Die DDR und ihre Geschichte - Fahne mit Hammer, Zirkel und Ährenkranz. Skizze/Zeichnung: Eckart Kreitlow







    1990 war der Preis der NATO für Gorbatschows Zustimmung zur deutschen Einheit das Versprechen, dass sich die NATO nicht nach Osten ausdehnt.

    Wie immer man zu Gorbatschow steht, ohne ihn wäre – wie es im westlichen Sprachgebrauch heißt – der “eiserne Vorhang” nicht gefallen.


    Doch Gorbatschow hätte sich nicht im Schlaf vorstellen können, dass der “Lohn” für die Auflösung des Warschauer Vertrages die Ausdehnung der NATO bis an die russische Grenze sein würde.


    Wohl auch daraus resultiert seine Verbitterung, wenn er als Reaktion auf die jüngste Rede Obamas vor der UNO, sagte:

    «Es gibt heute eine große Seuche - und das sind die USA und ihr Führungsanspruch» .

    Obama hatte zuvor Russland vor den Vereinten Nationen als Gefahr angeprangert - in einem Atemzug mit der Seuche Ebola und dem Terrorismus.


    Möge Ihre Generation vor solchen Auseinandersetzungen verschont bleiben.

    Vor allem wünsche ich Ihnen, dass Sie nur Frieden erleben, der in dieser Zeit leider sehr brüchig geworden ist.












    Interview mit Egon Krenz für die britische Tageszeitung


    The London Times









    Die DDR und ihre Geschichte - Fahne mit Hammer, Zirkel und Ährenkranz. Skizze/Zeichnung: Eckart Kreitlow

    Die DDR und ihre Geschichte

    Die DDR und ihre Geschichte - Fahne mit Hammer, Zirkel und Ährenkranz. Skizze/Zeichnung: Eckart Kreitlow






    Fragen und Antworten


    1. Was war Ihr Hauptziel als Staatschef der DDR?

    Noch am 1. November 1989 sagte mir Michail Gorbatschow, dass er sich mit den Staatschefs der Antihitlerkoalition, darunter auch mit der britischen Premierministerin, einig sei, dass die Abkommen von Jalta und Potsdam nicht revidiert würden.

    Die deutsche Einheit stünde solange nicht auf der Tagesordnung, solange es die NATO und den Warschauer Vertrag gäbe.

    Schon daraus ergibt sich, dass mein damaliges Ziel darin bestand, die DDR als souveränen Staat zu erhalten.


    2. Halten Sie es für ungerecht, wenn die DDR als Unrechtsstaat bezeichnet wird?

    Der Begriff Unrechtsstaat ist wissenschaftlich nirgendwo definiert.

    Er ist ein Schmähbegriff, mit dem die Nazidiktatur und die DDR auf eine Stufe gestellt werden sollen.

    Er hat seinen Ursprung in der alten Bundesrepublik, die im Unterschied zur DDR die Nazivergangenheit ihres Führungspersonals nie richtig aufgearbeitet hat.


    3. Glauben Sie, dass in der Zukunft die Geschichte der DDR positiver beurteilt werden wird?

    Ja. Aktuelle Umfragen belegen, dass die Mehrheit der früheren DDR-Bürger keineswegs mit der Art und Weise der Behandlung der DDR-Geschichte durch Politik und Medien einverstanden sind.

    Soll Deutschland wirklich zusammenwachsen, dann ist ein ehrlicher Umgang mit der deutschen Nachkriegsgeschichte notwendig.

    Dazu gehört auch ein Vergleich der Geschichte der alten Bundesrepublik und der DDR.

    Das würde Vor- und Nachteile der ehemals beiden Staaten in die Debatte bringen und geschichtlich korrekter sein als die einseitige Verdammung der DDR.


    4. Ihrer Meinung nach, wäre es besser gewesen, wenn die DDR ein eigenständiger Staat geblieben wäre?

    Diese Frage wurde inzwischen von der Geschichte entschieden.

    Es ist meine Sache nicht, zu spekulieren, was besser gewesen wäre, wenn ….


    5. Bezweifeln Sie, dass sich für die meisten Deutschen das Leben verbessert hat?

    Es gibt Verbesserungen und es gibt Verschlechterungen.

    Das Leben ist eben nicht nur schwarz-weiß.

    Deutschland ist zwar staatsrechtlich vereint, aber sozial, ökonomisch und auch mental weiter gespalten.

    Im Osten gibt es eine höhere Arbeitslosigkeit als im Westen, die Löhne und Renten sind hier auch noch niedriger.

    Der Grundsatz, gleicher Lohn für gleiche Arbeit und gleiche Renten für gleiche Lebensleistungen ist nicht verwirklicht.


    6. Wie werden Sie den 9. November verbringen?

    Das Feiern überlasse ich den aktuellen Politikern, die damals gar nicht dabei waren und nicht wissen können, welche Gefahren es in der Nacht vom 9. zum 10. November 1989 für den Frieden gab.

    Wir standen damals einer bürgerkriegsähnlichen Auseinandersetzung näher als manche dies heute wahrhaben wollen.

    Es bestand sogar die Gefahr, dass die Vier Mächte, die noch Verantwortung für Berlin beanspruchten, hineingezogen werden könnten.

    Michael Gorbatschow hat damals Bundeskanzler Kohl in einer persönlichen Botschaft vor einer Destabilisierung der Lage gewarnt.

    Kohl selbst hat in einem Telefonat mit mir am 11. November 1989 von einer gefährlichen Situation gesprochen, die leicht dramatisch werden könnte.

    Die eigentlichen Helden des 9. November 1989 waren die Angehörigen der Sicherheitsorgane der DDR, die dafür gesorgt haben, dass die Ereignisse friedlich verliefen.

    Die DDR hat sich aus der Geschichte verabschiedet, ohne dass ein Schuss fiel.

    Das ist ein Erbe der DDR, das viel über ihren Charakter aussagt.











    Die DDR und ihre Geschichte - Fahne mit Hammer, Zirkel und Ährenkranz. Skizze/Zeichnung: Eckart Kreitlow

    Die DDR und ihre Geschichte

    Die DDR und ihre Geschichte - Fahne mit Hammer, Zirkel und Ährenkranz. Skizze/Zeichnung: Eckart Kreitlow






    Gedenken an die Ermordung des Grenzsoldaten der DDR Ulrich Steinhauer und aller weiteren ermordeten Grenzsoldaten und Grenzpolizisten der DDR am 4. November 2014 in Ribnitz-Damgarten



    Grab und Gedenkstein des am 4.November 1980 im Grenzabschnitt Schönwalde, Kreis Nauen, an der damaligen Staatsgrenze zu Berlin (West) ermordeten Grenzsoldaten der DDR Unteroffizier Ulrich Steinhauer. Foto: Ingrid Hoffmann
    Gedenken an die Ermordung des Grenzsoldaten der DDR Ulrich Steinhauer und aller weiteren ermordeten Grenzsoldaten und Grenzpolizisten der DDR am 4. November 2014. Foto: Ingrid HoffmannGedenken an die Ermordung des Grenzsoldaten der DDR Ulrich Steinhauer und aller weiteren ermordeten Grenzsoldaten und Grenzpolizisten der DDR am 4. November 2014. Foto: Ingrid Hoffmann
    Gedenken an die Ermordung des Grenzsoldaten der DDR Ulrich Steinhauer und aller weiteren ermordeten Grenzsoldaten und Grenzpolizisten der DDR am 4. November 2014. Foto: Ingrid HoffmannGedenken an die Ermordung des Grenzsoldaten der DDR Ulrich Steinhauer und aller weiteren ermordeten Grenzsoldaten und Grenzpolizisten der DDR am 4. November 2014. Foto: Ingrid Hoffmann
    Gedenken an die Ermordung des Grenzsoldaten der DDR Ulrich Steinhauer und aller weiteren ermordeten Grenzsoldaten und Grenzpolizisten der DDR am 4. November 2014. Foto: Ingrid Hoffmann




    Rede von Eckart Kreitlow, Ortsvorsitzender DIE LINKE Ribnitz-Damgarten, zum Gedenken
    an die Ermordung des Grenzsoldaten der DDR Ulrich Steinhauer und aller weiteren
    ermordeten Grenzsoldaten und Grenzpolizisten der DDR am 4. November 2014



    (ES GILT DAS GESPROCHENE WORT)


    Meine Damen und Herren,

    liebe Genossinnen und Genossen,

    liebe Mitstreiterinnen und Mitstreiter,

    verehrte Anwesende,

    liebe Angehörige,

    liebe Teilnehmerinnen und Teilnehmer unserer heutigen Veranstaltung zum Gedenken an die

    Ermordung des Grenzsoldaten der DDR Ulrich Steinhauer und aller weiteren

    ermordeten Grenzsoldaten und Grenzpolizisten der DDR,


    wir sind heute hier am Grab des Grenzsoldaten der DDR


    Ulrich Steinhauer (* 13. März 1956; † 4. November 1980)


    zusammengekommen, um sowohl Unteroffizier Ulrich Steinhauer zu gedenken, der heute auf den Tag genau vor 34 Jahren

    am 4.November 1980 im Grenzabschnitt Schönwalde, Kreis Nauen, an der damaligen Staatsgrenze zu Berlin (West)

    während des Grenzdienstes heimtückisch ermordet worden ist.


    Der im Alter von 24 Jahren ermordete DDR-Grenzsoldat Ulrich Steinhauer stammte aus unserer Region.


    Sein Vater arbeitete im Faserplattenwerk Ribnitz-Damgarten. Seine Mutter war Hausfrau.

    Ulrich Steinhauer wurde am 13.März 1956 in Behrenshagen bei Ribnitz-Damgarten als einer

    von fünf Geschwistern geboren. Bis 1970 besuchte Ulrich Steinhauer zunächst die Grundschule

    und dann die Rudolf-Harbig-Oberschule in Damgarten. In der damaligen Zwischenbetrieblichen

    Einrichtung (ZBE) Landbau Damgarten erlernte Ulrich Steinhauer bis 1973 den Beruf eines Zimmermanns.


    Danach arbeitete er in seinem erlernten Beruf als Zimmerei-Facharbeiter bis 1979 in der ZBE Landbau

    Damgarten, bevor Ulrich Steinhauer schließlich im November 1979 zum achtzehnmonatigen Wehrdienst

    in das Grenzausbildungsregiment 40 in Oranienburg einberufen und ab Mai 1980 im Grenzregiment 34

    in Groß Glienicke eingesetzt wurde.


    Zur Tatzeit am 4.November 1980 gegen 16 Uhr war Ulrich Steinhauer mit seinem späteren Mörder,

    der ihn heimtückisch ermordete, als Fahrradstreife und Postenführer im Grenzabschnitt

    zwischen Schönwalde im Kreis Nauen und dem Westberliner Bezirk Spandau unterwegs.


    Ein heimtückischer Mord war es deshalb, weil der Grenzposten, der ihn erschoss, dies ergab übrigens

    zweifelsfrei die spätere Obduktion durch den weltweit anerkannten Gerichtsmediziner der DDR

    Professor Dr. Dr. hc. Otto Prokop (* 29. September 1921; † 20.Januar 2009), mit der Dienstwaffe

    in den Rücken aus kurzer Distanz in einer Folge von fünf Schuss, von denen mindestens ein tödlicher

    Schuss das Herz traf, erschossen hat.


    Von einem Kameraden kann man ganz sicher deshalb hierbei nicht sprechen,

    weil ein Kamerad laut Duden stets jemand ist, der positiv ist und das gleiche

    Schicksal mit Jemanden teilt. Der Mörder Egon B. beging anschließend Fahnenflucht in die BRD.


    Dort erhielt er allerdings später nur eine geringe Strafe, die dieser heimtückischen Mordtat

    natürlich auf gar keinem Fall angemessen war.


    Liebe Teilnehmerinnen und Teilnehmer unserer heutigen Gedenkveranstaltung!


    Gleichzeitig mit dem heutigen Gedenken an den Grenzsoldaten der DDR Ulrich Steinhauer,

    der posthum nach seiner Ermordung zum Unteroffizier befördert worden war, möchten wir heute

    am 4. November 2014 aber auch aller weiteren ermordeten Grenzsoldaten und Grenzpolizisten

    der DDR gedenken, indem wir jetzt nachfolgend hier am Grab von Ulrich Steinhauer auf dem

    Alten Friedhof in Ribnitz-Damgarten ihren Dienstgrad, ihren Namen, den Tag ihrer Ermordung

    sowie ihr Alter am Tag ihrer Ermordung verlesen.


    VP-Wachtmeister Gerhard Hofert 03.08.1949 25 Jahre

    VP-Wachtmeister Fritz Otto 01.09.1949 25 Jahre

    VP-Wachtmeister Siegfried Apportin 02.07.1950 19 Jahre

    VP-Wachtmeister Herbert Liebs 21.02.1951 21 Jahre

    VP-Wachtmeister Werner Schmidt 02.03.1951 21 Jahre

    VP-Wachtmeister Heinz Janello 02.03.1951 19 Jahre

    VP-Hauptwachtmeister Manfred Portwich 27.10.1951 26 Jahre

    VP-Oberwachtmeister Ulrich Krohn 16.05.1952 20 Jahre

    VP-Unterwachtmeister Helmut Just 30.12.1952 19 Jahre

    VP-Wachtmeister Waldemar Estel 03.09.1956 24 Jahre

    Gefreiter Jörgen Schmidtchen 18.04.1962 20 Jahre

    Gefreiter Manfred Weiss 19.05.1962 18 Jahre

    Gefreiter Peter Göring 23.05.1962 21 Jahre

    Unteroffizier Reinhold Huhn 18.06.1962 20 Jahre

    Hauptmann Rudi Arnstadt 14.08.1962 35 Jahre

    Gefreiter Siegfried Widera 23.08.1963 22 Jahre

    Unteroffizier Egon Schultz 05.10.1964 21 Jahre

    Gefreiter Rolf Henniger 15.11.1968 26 Jahre

    Leutnant Lutz Meier 18.01.1972 23 Jahre

    Gefreiter Klaus-Peter Seidel 19.12.1975 21 Jahre

    Soldat Jürgen Lange 19.12.1975 20 Jahre

    Unteroffizier Ulrich Steinhauer 04.11.1980 24 Jahre

    Feldwebel Klaus-Peter Braun 01.08.1981 22 Jahre

    Gefreiter Eberhard Knospe 05.05.1982 23 Jahre

    Gefreiter Uwe Dittmann 22.03.1985 20 Jahre










      Rote Rosen. Foto: Eckart KreitlowRote Rosen. Foto: Eckart KreitlowRote Rosen. Foto: Eckart KreitlowRote Rosen. Foto: Eckart Kreitlow



      E I N L A D U N G

      zu einer


      Kranzniederlegung zum Gedenken an die Ermordung des Grenzsoldaten der DDR Ulrich Steinhauer und aller weiteren ermordeten Grenzsoldaten und Grenzpolizisten der DDR


      am Dienstag, dem 4. November 2014, um 15.00 Uhr am Grab Ulrich Steinhauers auf dem Alten Friedhof in Ribnitz-Damgarten, Mühlenberg 27.

      Zu der Gedenkveranstaltung aus Anlass des 34. Jahrestages der Ermordung des Grenzsoldaten der DDR


      Ulrich Steinhauer (* 13. März 1956; † 4. November 1980) sowie zum Gedenken an
      alle weiteren ermordeten Grenzsoldaten und Grenzpolizisten der DDR



      sind alle interessierten Bürgerinnen und Bürger, auch überregional, sehr herzlich eingeladen.


      Herzliche Grüße!

      Eckart Kreitlow, Ortsvorstand DIE LINKE Ribnitz-Damgarten







      Ehrentafel zum Gedenken an die ermordeten Grenzpolizisten und Grenzsoldaten der DDR

         Dienstgrad

         Name

         geboren

         ermordet

         VP-Wachtmeister

         Gerhard Hofert

         02.02.1924

         03.08.1949

         VP-Wachtmeister

         Fritz Otto

         22.10.1923

         01.09.1949

         VP-Wachtmeister

         Siegfried Apportin

         30.11.1930

         02.07.1950

         VP-Wachtmeister

         Herbert Liebs

         11.05.1929

         21.02.1951

         VP-Wachtmeister

         Werner Schmidt

         26.06.1929

         02.03.1951

         VP-Wachtmeister

         Heinz Janello

         11.12.1931

         02.03.1951

         VP-Hauptwachtmeister

         Manfred Portwich

         07.05.1925

         27.10.1951

         VP-Oberwachtmeister

         Ulrich Krohn

         28.08.1931

         16.05.1952

         VP-Unterwachtmeister

         Helmut Just

         02.07.1933

         30.12.1952

         VP-Wachtmeister

         Waldemar Estel

         05.02.1932

         03.09.1956

         Gefreiter

         Jörgen Schmidtchen

         28.06.1941

         18.04.1962

         Gefreiter

         Manfred Weiss

         01.12.1943

         19.05.1962

         Gefreiter

         Peter Göring

         28.12.1940

         23.05.1962

         Unteroffizier

         Reinhold Huhn

         08.03.1942

         18.06.1962

         Hauptmann

         Rudi Arnstadt

         03.09.1926

         14.08.1962

         Gefreiter

         Siegfried Widera

         12.02.1941

         23.08.1963

         Unteroffizier

         Egon Schultz

         04.01.1943

         05.10.1964

         Gefreiter

         Rolf Henniger

         30.11.1941

         15.11.1968

         Leutnant

         Lutz Meier

         20.10.1948

         18.01.1972

         Gefreiter

         Klaus-Peter Seidel

         22.10.1954

         19.12.1975

         Soldat

         Jürgen Lange

         08.12.1955

         19.12.1975

         Gefreiter

         Ulrich Steinhauer

         13.03.1956

         04.11.1980

         Feldwebel

         Klaus-Peter Braun

         21.10.1958

         01.08.1981

         Gefreiter

         Eberhard Knospe

         12.05.1958

         05.05.1982

         Gefreiter

         Uwe Dittmann

         08.08.1964

         22.03.1985










    Eine politische Tat oder Untat nur im Licht des Rechts bewerten!
    Die DDR war kein "Unrechtsstaat"
    Von Luz María De Stefano Zuloaga de Lenkait




    Gorbatschow: „Kollaps des Vertrauens"





    Aus unserer elektronischen Postmappe "Das Leserecho"







    -----Original-Nachricht-----
    Betreff: Leserbrief von Traudel Felfe zu Thüringen
    Datum: Mon, 27 Oct 2014 13:42:42 +0100
    Von: "Carsten Hanke" hanke.lambrechtshagen@web.de
    An: eckartkreitlow@t-online.de





    Liebe MitstreiterInnen,

    mich erreicht ein Leserbrief von Prof. Dr. Traudel Felfe, Mitglied des Ältestenrates DIE LINKE, zu den Ergebnissen der Sondierungsgesprächen. Dieser Brief, der an das ND versandt worden ist und bisher nicht gedruckt worden ist, spricht natürlich auch für sich selbst.


    Mit solidarischen Grüßen

    Carsten Hanke
    Lindenanger 19
    18069 Lambrechtshagen
    Mail: hanke.lambrechtshagen@web.de
    Tel. 0381/8651480
    Mobil:015201584210
    Homepage: www.hanke-mv.de







    Linke Standpunkte






    Leserbrief zu „Die Keule Unrechtsstaat“ von Claus Dümde,
    ND v. 18./19.Oktober 2014



    Der Beitrag ist von Anfang bis Ende bedenkenswert … in einer notwendigen Diskussion.

    Es geht nicht nur um die Kontinuität bundesdeutschen staatlich verordneten verbalen Umgangs mit der DDR, die nun auch von Funktionsträgern der Linkspartei fortgeführt wird, sondern die drei Parteien haben sich in Protokollpapieren zu ihren Sondierungen v. 23.9.2014 u.a. darauf verständigt, „nicht mit Organisationen, die das DDR-Unrecht relativieren, zusammenzuarbeiten.

    Die Parteien werden keine Personen, die direkt oder indirekt mit dem Sicherheitssystem der DDR zusammengearbeitet haben, in Positionen dieser Regierung entsenden.“ (Reuige Aufarbeitungswillige können ausgenommen werden, das wäre eine Chance für unseren Bundespräsidenten).

    Hier geht es um eine künftige politische Praxis, die massenhafte wenig rechtsstaatliche Praktiken gegen Bürgerinnen und Bürger der DDR nach 1990 fortsetzen würde.

    Was soll dann die Erklärung der Sondierungslinken, dass mit ihrem Bekenntnis zum „Unrechtsstaat“ und zur „schonungslosen Aufarbeitung der Alltagsdiktatur“ ausdrücklich nicht DDR-Bürger und ihre Biographien gemeint seien?

    Alltagleben ohne Bürger? Ähnliches gab es u.a. in den 80er Jahren schon einmal in einer Vereinbarung der bundesdeutschen Kultusminister zur Delegitimierung der DDR in der Bildung: Es ginge nur um das politische System, die Bürger sollten nicht verprellt werden.

    Bleibt die Frage, wem nutzt das? Erinnerung hat immer etwas mit Interessen und mit Zukunft zu tun.

    Die Verständigung auf den „Unrechtsstaat“ als „wichtiger Schritt für eine gemeinsame Regierung und Erinnerungskultur“ hilft bestimmt nicht, progressive sozialpolitische Vorhaben aus den Sondierungen gegen reale Macht- und Kräfteverhältnisse und auch gegen Interessen derer, die den „Unrechtsstaat“ erfunden haben, wenigstens teil- und zeitweise durchzusetzen.

    Dazu würde Druck, Aufbruch, Kontrolle von unten gebraucht und auch Erinnerung daran, was trotz aller Nachteile und Unrechts, das Humanistische für Mehrheiten der Bevölkerung in der DDR ermöglicht hat.

    19.10.2014

    Prof. Dr. Edeltraut Felfe, Greifswald











    Aus unserer elektronischen Postmappe "Das Leserecho"







    -----Original-Nachricht-----
    Betreff: WG: Ökonomisches Wunder
    Datum: Sat, 04 Oct 2014 04:23:29 +0200
    Von: "Wilfried Schubert" w.schubert40@t-online.de





    Liebe MitstreiterInnen,

    die Schweriner Volkszeitung veröffentlichte am 01. Oktober 2014 auf Seite 15 einen Artikel mit der Überschrift:

    „Aufbau Ost war ökonomisches Wunder“.

    Ähnliche Aussagen gab es auch in anderen Medien.

    Dazu mein Standpunkt: Der ermordete Präsident der Treuhand D. Rohwedder bewertete 1990 die Grundmittel

    (60% der Anlagenimporte kamen aus dem Westen) der einstigen DDR mit 600 Milliarden DM.

    Unberücksichtigt blieben dabei

  • 3,3 Millionen ha Grund und Boden,


  • 13.930 Liegenschaften mit 342.173 ha,


  • Auslandsvermögen der DDR,


  • 200 Milliarden Sachvermögen der NVA.



  • Das nicht erfasste Vermögen hatte einen Wert von 750 Milliarden.


    Guthaben der DDR im sozialistischen Wirtschaftsgebiet beliefen sich auf 23,3 Milliarden Valuta-Mark (VM).

    Dem stand ein Minus im nichtsozialistischen Wirtschaftsgebiet von 19,9 Milliarden VM gegenüber.

    Der Überschuss fiel an die BRD.

    85% des Produktionsvermögens ging an Westdeutsche, 10% an Ausländer und 5% an Ostdeutsche.

    Ende 1994 wies die Treuhand unter Präsidentin Birgit Breuel einen Schuldenberg von 260 Milliarden DM aus.

    Ein weltweit einzigartiges ökonomisches „Wunder“.

    1991 sagte Helmut Kohl: „ Ich bin mehr denn je davon überzeugt, dass wir in den nächsten 3 bis 4 Jahren in den neuen Bundesländern

    blühende Landschaften gestalten werden „ , geblieben sind viele Industriebrachen.

    Der Wirtschaft der alten Bundesländer, die 1989 nur zu 75% ausgelastet war, kam das zugute, die Konkurrenz war beseitigt.






    Kritische Bürgerstimmen







    In Güstrow wurden alle größeren Betriebe, in der Regel exportierende, wie Landmaschinenbau, Kleiderwerke,

    Polstermöbel, Küchenmöbel, Türenwerke, Zuckerfabrik und weitere liquidiert.

    Damit verlor die Stadt seit 1989 mehr als 11.000 Arbeitsplätze und rund 9.000 Einwohner.

    Nach 24 Jahren „Aufbau Ost“ hat die Stadt mit 2.494 Arbeitslosen die Spitze im Land, unter ihnen 547 Langzeitarbeitslose.


    Ein erholsames Wochenende


    Wilfried Schubert










      Wunderschöner Rhododendron. Foto: Eckart Kreitlow

      Gemeinnütziger Verein "Grüne Welt & M-V Kulinaris"   e. V.
      Bei den Borger Tannen 6
      18311 Ribnitz-Damgarten
      Tel. + Fax: (03821) 4676, mobil: 0173 76 136 33
      E-Mail: Mvkulinaris@aol.com
      Internet (URL): www.mv-kulinaris.de





    Bei breiter Zustimmung könnten weitere Vorhaben auf den Weg gebracht werden!


    Nachdem leider in den vergangenen Wochen und Monaten die Vereinsarbeit fast zum Erliegen gekommen war, soll es nun endlich mit unserem gemeinnützigen Verein "Grüne Welt & M-V Kulinaris" e.V. weiter vorangehen. Am Mittwoch, dem 8.Oktober 2014, um 19.00 Uhr kommt der Vorstand des gemeinnützigen Vereins "Grüne Welt & M-V Kulinaris" e.V. im Ferienhof-Gästehaus "Am Kiefernwald" im Ribnitz-Damgartener Ortsteil Borg zu seiner nächsten Sitzung zusammen, um alles Weitere zu besprechen und um notwendige Festlegungen zu treffen.

    So ist innerhalb dieses Jahres noch unbedingt eine Mitgliederversammlung durchzuführen. Des Weiteren gilt es, inhaltliche Schwerpunkte für die weitere Vereinsarbeit festzulegen. Und es geht nicht zuletzt auch darum, neue Mitglieder für unseren gemeinnützigen Verein zu gewinnen, die sich mit unseren Vereinszielen identifizieren und bereit sind, sich für unseren Verein zu engagieren.

    Wenn es bei den Vereinsmitgliedern breite Zustimmung finden sollte, könnten wir künftig auch neue Vorhaben auf den Weg bringen, die mit unseren breit angelegten Vereinszielen übereinstimmen und gleichzeitig viele Bürgerinnen und Bürger ansprechen, denn unsere Vereinsarbeit ist natürlich kein Selbstzweck. Unsere Vereinsziele sind die Förderung von Natur-, Klima- und Umweltschutz inklusive der Förderung von regenerativen Energien, die Förderung von Bildung sowie die Förderung von Kunst und Kultur.

    In punkto Bildung könnten wir zum Beispiel zusätzlich den Schwerpunkt auf die Förderung der gesunden Ernährung der Bürgerinnen und Bürger legen und hierbei eng mit der regionalen Gastronomie zusammenarbeiten. Zu dieser Thematik könnten wir zum Beispiel zusammen mit dem Gastgewerbe interessante Veranstaltungen und Wettbewerbe organisieren, um nach der Auflösung des Vereins der Köche "Fischland-Darß" e. V. Bewährtes von dort fortzuführen.

    Ebenso könnte zum Beispiel vom Köcheverein auch der beliebte Köcheball fortgeführt werden. Man müsste ihn dann nur mit dem Namen an den Verein anpassen und ihn dann vielleicht "Traditionsball" nennen. Dies passte wiederum zu unserem Vereinsziel "Förderung von Kunst und Kultur". Vielleicht sind dann auch sogar einige der Mitglieder des in Auflösung befindlichen Köchevereins "Fischland-Darß" e. V. bereit, in unserem gemeinnützigen Verein "Grüne Welt & M-V Kulinaris" e.V. Mitglied zu werden?



    Wahrheitsgemäße Aufarbeitung der DDR-Geschichte ein wichtiges Betätigungsfeld


    Eine weitere Thematik, die zu dem Vereinsziel "Förderung von Bildung" passen würde, wäre die wahrheitsgemäße Aufarbeitung der DDR-Geschichte. Bei dieser Thematik hätten wir ein großes und sehr wichtiges Betätigungsfeld. Vor allem geht es dabei darum, dass wir dem entgegenwirken, dass die Geschichte der DDR weiterhin verzerrt bzw. auf den Kopf gestellt wird.

    Dazu könnten wir Veranstaltungen mit DDR-Zeitzeugen organisieren, die möglichst die Gewähr bieten, dass sie sich an den Tatsachen orientieren, was natürlich zuweilen Kritik nicht ausschließt, sofern sie zutrifft. Damit würden wir, insbesondere natürlich mittels Fakten, bei den Bürgerinnen und Bürgern eine sehr wertvolle wahrheitsgemäße Informations- und Aufklärungsarbeit leisten.

    Darüber hinaus könnten wir Fahrten zu interessanten Schauplätzen der DDR-Geschichte, zu DDR-Museen, musikalische Abende mit DDR-Schlagern, DDR-Rockmusik oder auch beispielsweise Tauschbörsen für Sammler von DDR-Abzeichen, Ehrenzeichen, Büchern von DDR-Schriftstellern, Amiga-Schallplatten etc. organisieren. Alles in allem gibt es ein breites Themenspektrum und ein breites Betätigungsfeld innerhalb unseres gemeinnützigen Vereins, das viele Bürgerinnen und Bürger anspricht.



    Eckart Kreitlow








    Präsidium des OKV bringt Erschrecken über pauschale Verurteilung der DDR als Diktatur und Unrechtsstaat zum Ausdruck!
    Schreiben des Präsidenten des Ostdeutschen Kuratoriums von Verbänden e. V. Dr. Matthias Werner vom 2.10.2014 an den Bundesvorstand der Partei DIE LINKE. Foto: Eckart Kreitlow







    Wahrheitsgemäße Aufarbeitung der DDR-Geschichte ein wichtiges Betätigungsfeld






    -----Original-Nachricht-----
    Betreff: Linkspartei Thüringen: DDR = Unrechtsregime
    Datum: Fri, 26 Sep 2014 20:31:06 +0200
    Von: Wolfgang
    An: eckartkreitlow@t-online.de + Weitere






    Aus unserer elektronischen Postmappe "Das Leserecho"






    Liebe MitstreiterInnen,

    kann man das verdauen oder nicht? - siehe PDF-Datei. Die Würde des Menschen ist unantastbar?

    Meine kluge Frau erinnert gern an eine Aussage Jean Paul Sartres: "Man kann sogar die Vergangenheit ändern. Die Historiker beweisen es immer wieder."

    Dass das um so mehr PolitikerInnen beweisen, ist seit 25 Jahren unstrittig. Nunmehr auch LINKE-PolitikerInnen. Schon in einer Präambel für eine Regierungskoalition - rot-rot/rosa-grün - Unterwerfung unter das, was Anfang der 90er Jahre der damalige Bundesjustizminister Kinkel forderte: Delegitimierung der DDR in allen Bereichen.

    Oder: Wie Macht korrumpiert. Dabei geht es aber nur ums Regieren-Wollen. Und das unter der Ankündigung einer selbstbewussten LINKEN Regierungspolitik ...


    Gruß

    Wolfgang




    »Die Würde des Menschen ist unantastbar« Zur Aufarbeitung der DDR-Geschichte (Sondierungen 2014) - PDF
    Anlage 1 zum Protokoll des 2. Sondierungsgespräches zwischen DIE LINKE Thüringen, SPD Thüringen und Bündnis 90 / Die Grünen
    Thüringen, 23.09.2014







    Linke Standpunkte








    -----Original-Nachricht-----
    Betreff: AW: Linkspartei Thüringen: DDR = Unrechtsregime
    Datum: Sat, 27 Sep 2014 11:25:23 +0200
    Von: eckartkreitlow@t-online.de
    An: Wolfgang + Weitere





    Es ist natürlich absolut "unverdaulich", um Deine Frage zu beantworten, dass in so eklatanter Weise alle Tatsachen zur DDR-Geschichte auf den Kopf gestellt werden!


    Lieber Wolfgang,

    für die Weiterleitung dieser Email an mich möchte ich Dir natürlich ganz besonders danken.

    Ich bin mir sicher, dass wir in der Bewertung des Inhalts dieser Email wahrscheinlich völlig übereinstimmen.

    Das, was dort in Thüringen vereinbart wurde oder vereinbart wird, im Zusammenhang mit der Betrachtung der DDR-Geschichte ist nicht nur zutiefst verlogen und ungeheuerlich.

    Um Deine Frage so zu beantworten, wie Du sie gestellt hast, es ist auch absolut unverdaulich, dass in so eklatanter Weise bezüglich der DDR-Geschichte alle Tatsachen auf den Kopf gestellt werden bzw. künftig auch von unserer Partei DIE LINKE alles an Tatsachen auf den Kopf gestellt werden soll.



    Das, was dort in Thüringen vereinbart wurde oder vereinbart wird, im Zusammenhang mit der Betrachtung der DDR-Geschichte ist nicht nur zutiefst verlogen und ungeheuerlich. Es ist auch absolut unverdaulich, dass in so eklatanter Weise bezüglich der DDR-Geschichte alle Tatsachen auf den Kopf gestellt werden - Fahne mit Hammer, Zirkel und Ährenkranz. Skizze/Zeichnung: Eckart Kreitlow



    Wenn ich nicht genau wüsste, dass solche Genossen und Mitglieder unserer Partei DIE LINKE wie Du und glücklicherweise auch noch viele weitere Genossinnen und Genossen die Geschichte der DDR so betrachten, wie sie wirklich war, wäre selbstverständlich die Partei DIE LINKE künftig nicht mehr meine politische Heimat mit allen dazu gehörenden Konsequenzen.

    Ich gehe aber gegenwärtig davon aus und bin mir auch relativ sicher, dass diese in der Tat verlogene DDR-Geschichtsbetrachtung eine Minderheitenmeinung innerhalb unserer Partei DIE LINKE ist bzw. darstellt und hoffentlich auch bleiben wird.

    Übrigens, wenn jüngere Mitglieder unserer Partei DIE LINKE die DDR so verzerrt betrachten würden, fände ich es zwar auch nicht gut, könnte es aber eher verstehen, weil die die DDR noch nicht oder noch nicht bewusst erlebt haben und sie vermutlich nur das wiedergeben, was sie aus den bürgerlichen Medien in den zurückliegenden Jahren nach dem Untergang der DDR erfahren haben.

    Sie können es wahrscheinlich nicht besser wissen, zumal ich zudem, als ich als Lehrausbilder nach der Wende einige Zeit tätig war, feststellen musste, dass sich kaum einer der jungen Menschen für Politik interessierte bzw. darauf keinen "Bock" hatte.

    Um allerdings nicht missverstanden zu werden, es geht hier natürlich nicht darum, dass wir in puncto DDR gar uneinsichtig wären oder Ignoranten bzw. "Betonköpfe" sind, die nichts akzeptieren oder begreifen wollen, sondern es geht darum, dass das Geschichtsbild zur DDR völlig entgegen sämtlicher Fakten auf den Kopf gestellt wird bzw. gestellt werden soll.


    Herzliche Grüße und noch ein schönes Wochenende!


    Eckart





    Weitergeleitet an:



    -----Original-Nachricht-----
    Betreff: WG: AW: Linkspartei Thüringen: DDR = Unrechtsregime
    Datum: Sat, 27 Sep 2014 12:18:29 +0200
    Von: eckartkreitlow@t-online.de
    An: ramelow@die-linke-thl.de













    Rechtsanwalt Dr. Friedrich Wolff:
    Wider den Zeitgeist - Gedanken über die DDR



    Wolfgang Gehrcke, MdB: "Gedenkt unser mit Nachsicht"












    In der DDR gab es keine gigantische Kluft zwischen Arm und Reich








    Eine wunderschöne Erntekrone. Foto: Eckart Kreitlow










    Eindeutig überwog die Positivseite    -    der Zusammenhalt war gut








    Dr. Sarah Wagenknecht: Marxismus und Opportunismus -



    Kämpfe in der Sozialistischen Bewegung gestern und heute









    Beiträge zur Geschichte

    Dr. Sarah Wagenknecht unter anderem zum Untergang der DDR:


    "Bis in die sechziger Jahre stellt sich also die Geschichte des DDR-Sozialismus als einheitlicher, folgerichtiger Prozeß dar.

    Die wesentlichen Fragen, die beantwortet werden müssen, um den Gründen seines letztlichen Unterganges auf die Spur zu kommen, lauten demnach:


    Wann erfolgte der Abbruch dieser Kontinuität?

    Was veranlaßte die SED, jene hoffnungsvolle, erfolgreiche und viel versprechende Politik zu einem bestimmten Zeitpunkt aufzugeben?

    Und worin besteht das Wesen dieses neuen Kurses? ..."




    "Durch die Zersetzung und Verbürgerlichung der offiziellen Ideologie schwand natürlich in der Bevölkerung zunehmend das Bewußtsein des gesellschaftlichen Ziels, dem die Arbeit hier und heute dienen sollte.


    Weil zudem vermittels Sozialpolitik das Leistungsprinzip außer Kraft gesetzt war, mußte der Arbeitswille sinken;

    Gammelei, Schlamperei und Klüngelwirtschaft waren die Folge. ..." [Zitate]















    Aus unserer elektronischen Postmappe "Das Leserecho"






    -----Original-Nachricht-----

    Betreff: DIE ENTSCHEIDUNG

    Datum: Mon, 17 Mar 2014 00:10:15 +0100

    Von: Kurschus&Klebingat Kurschus-Klebingat@t-online.de

    An: Eckart Kreitlow eckartkreitlow@t-online.de + 50 Weitere




    Liebe Freunde!


    Es gibt ein kleines, feines, schlichtes "Nach-Wende"-Buch, das Ihr unbedingt lesen solltet:



    "Die Entscheidung"
    Heike Wittmann

    ISBN: 978-3-942594-61-5



    (Euro 8,50)



    Wir kennen die junge Autorin seit langen Jahren, ich habe das Buch lektoriert, und wir müssen jetzt sagen:

    das ist besser als "Der Hals der Giraffe", was ja immerhin zig Preise eingeheimst hat....

    Es ist authentisch.

    Es ist ehrlich.

    Es ist ebenso schlicht wie die sehr frühen Texte von Hemingway.

    Es STIMMT.

    Es wird (leider) vermutlich keinen großen Markt bekommen (na, wer weiß?), aber man sollte seine Stimmungen unbedingt mitspüren,

    um zu erinnern, wie das damals war - kurz nach der Wende in der Pubertät und noch dazu: auf dem Lande.

    Die Versuchungen des (westdeutsch gesteuerten) braunen Mobs und die Hoffnungslosigkeiten der Heranwachsenden in diesem ländlichen Milieu.

    Wir befinden uns im - immer noch schlagenden - Herzen Mecklenburg-Vorpommerns!



    LESEN!


    "Mecklenburg-Vorpommern in den neunziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Das Land ist leer, arm und schön."


    Beste Grüße: ANDREA











    " Wie die Humboldt-Universität gewendet wurde "

    Erster frei gewählter Rektor Prof. Dr. Heinrich Fink stellt seine Erinnerungen vor



    Ein neuer Dekan, ehemaliger Generalsstabsoffizier der Waffen-SS, verkündete:


    Kein Marxist wird seinen Fuß über die Schwelle dieses Hauses setzen, solange ich hier das Sagen habe.“ [Zitat]










    Vom Umgang mit Stasiakten


    Professor Dr. Heinrich Fink:


    ... Ich danke Ihnen für die heitere Besonnenheit der Aktionen in der Öffentlichkeit. Sie haben nicht nur in unserer Stadt Menschen zum Nachdenken darüber gebracht, daß Demokratie an der Basis praktiziert werden muß ... Die 18 Monate meines Rektorats haben immer dieses Ziel als Thema aller Bemühungen gehabt. Nun haben Sie in einer nicht nur mich ermutigenden Weise bewiesen, daß Sie in der Lage sind, Protest mit dem demokratischen Instrumentarium Ihrer eigenen Universität in Praxis umzusetzen ... Wie auch immer das Bemühen um meine Rehabilitation ausgehen mag, diese gemeinsame Erfahrung im Streit um Demokratie hat uns aufs Neue verbündet.“ [Zitat]


    Erschienen in Ossietzky 6/2012












    Eine Bockwindmühle im Freilichtmuseum Klockenhagen


    Eine Bockwindmühle im Freilichtmuseum Klockenhagen. Foto: Eckart Kreitlow








    War damals in der DDR alles schlecht?

    Abzeichen wie diese vom damaligen Anglerverband der DDR sind bei vielen Sammlern begehrt. Foto: Eckart KreitlowNach der Gründung der DDR wurde die Bunte Stube in Ostseebad Ahrenshoop immer mehr zu einem kulturellen und gesellschaftlichen  Zentrum des Ortes und darüber hinaus. Foto: Eckart Kreitlow



    65 Jahre nach ihrer Gründung - Erinnerungen an die DDR
    Gedankenaustausch im Oktober 2014 aus Anlass des 65. Jahrestages der Gründung der DDR


    Die DDR und ihre Geschichte - Fahne mit Hammer, Zirkel und Ährenkranz. Skizze/Zeichnung: Eckart Kreitlow







    Die Deutsche Demokratische Republik sahen wir als das bessere Deutschland

    Wir sahen die Deutsche Demokratische Republik als das bessere Deutschland, und sehen es noch heute so, weil in ihr keine Kapitalinteressen dominierten, sie stets für den Frieden in der Welt und die Völkerverständigung eintrat. Die Souveränität und territoriale Integrität der Staaten wurden geachtet. Das Völkerrecht hatte oberste Priorität.


    Es hatten keine Kriegstreiber das Sagen, es bestand keine gigantische Kluft zwischen Arm und Reich. Selbst die Regierenden besaßen nicht einmal annähernd so übermäßig viel wie gegenwärtig die Superreichen. Alles in allem überwog in der DDR in der Gesamtheit eindeutig die Positivseite. Leider werden die Tatsachen jedoch geleugnet.


    Mit dem Untergang der Deutschen Demokratischen Republik und ihrem gesellschaftlichen System begann für uns eine neue Phase, eine Phase in unserem Leben, die mit tiefen Einschnitten und einer großen Unsicherheit verbunden war.


    Die "Wende" empfanden wir derzeit wie einen Sprung ins kalte Wasser, nachdem der sozialistische deutsche Staat, der sich gemäß der Verfassung der DDR und dem Verständnis als politische Organisation der Werktätigen in Stadt und Land verstand, 41 Jahre nach seiner Gründung aufhörte zu existieren.


    Unsere bisher sichere und gute berufliche Zukunft gab es plötzlich nicht mehr. Zuvor noch erreichbare Ziele waren auf einmal unrealistisch geworden. Wir mussten uns nach der staatlichen Einheit 1990 ebenso wie alle anderen ehemaligen DDR-Bürgerinnen und DDR-Bürger in der Bundesrepublik persönlich und beruflich völlig neu orientieren.


    Eckart Kreitlow







      Eckart KreitlowJournalistik-Studium an der Karl-Marx-Universität Leipzig






      Wir fühlten uns damals sehr geehrt, an der Alma Mater Lipsiensis mit ihrer Jahrhunderte alten Geschichte studieren zu dürfen.

      Dieses Gefühl werden wir fortwährend in uns tragen, denn die heute zweitälteste Universität Deutschlands war schon im Jahre 1409 gegründet worden und seit der Gründung

      hatten an ihr bedeutende Persönlichkeiten gelehrt und oder ein Studium absolviert. So der herausragende deutsche Dichter Johann Wolfgang von Goethe und der

      Theologe und revolutionäre Bauernführer Thomas Müntzer.

      Aufgrund der besonderen Bedingungen während der so genannten Wendezeit im Jahre 1990 sahen wir uns jedoch veranlasst, das Journalistik-Studium an der

      Karl-Marx-Universität Leipzig während der Diplomarbeit abzubrechen, ohne am Ende unserer Hochschulausbildung als Abschluss diesen akademischen Grad

      erworben zu haben.

      Es war andererseits für uns auch objektiv nicht mehr möglich, dort das Diplom für Journalismus zu erwerben, da die Sektion Journalistik an der damaligen Karl-Marx-Universität

      Leipzig, die 1991 von den neuen Entscheidungsträgern bzw. Machthabern leider wieder in Universität Leipzig umbenannt worden ist, im Dezember 1990 aufgelöst wurde.

      Wir bedauern natürlich auch heute noch sehr, das Diplom nicht erworben gekonnt zu haben, zumal das Diplom in greifbarer Nähe war.

      Es erfolgte jedoch bereits die Teilnahme an der Abschlussprüfung im Studienfach Psychologie, die von uns mit der Gesamtnote "sehr gut" absolviert wurde.









    Arnulf Barings äußerst kruden Ansichten über die Menschen in der DDR - Nach Barings kruden Ansichten seien die Menschen in der DDR geistig verzwergt worden! - Ihre Ausbildung sei 'verhunzt' und unbrauchbar! - Ob sich heute einer dort Jurist nenne oder Ökonom, Pädagoge, Psychologe, Soziologe, selbst Arzt oder Ingenieur, das sei, so Baring,  völlig egal. Viele Menschen seien wegen ihrer fehlenden Fachkenntnisse nicht weiter verwendbar. Darum sei die frühere DDR 'weithin ein kopfloses Land'.






      Zunehmende Konzentration der Medien erhöht Gefahr von Desinformation




      Keinesfalls stimmt die These, die DDR sei ein Unrechtsstaat gewesen!




      In der Bundesrepublik Deutschland sollte die zunehmende Konzentration der Medien durch eine immer enger werdende Unternehmensverflechtung hin zu riesigen Medienkonzernen und damit gleichzeitig einhergehend der Ausbau ihrer marktbeherrschenden Stellung sicher eher mit großer Sorge betrachtet werden.

      Es ist nämlich insbesondere zu befürchten, dass dieser Konzentrationsprozess sich noch nachteiliger als bisher auf den Wahrheitsgehalt der von ihnen bereitgestellten Informationen und eine ausgewogene Berichterstattung auswirken könnte und deshalb die Gefahr der massiven Desinformation weiter zunimmt bzw. zumindest weiter zunehmen könnte, was sich dann natürlich wiederum auch auf die öffentliche Meinungsbildung insgesamt auswirkte.


      In der DDR gab es keine gigantische Kluft zwischen Arm und Reich


      Deutlich wurde bzw. wird dies bereits seit der staatlichen Einheit in der Bundesrepublik wiederholt bei der Auseinandersetzung mit der DDR-Geschichte, wo mediale Darstellung und Wirklichkeit häufig voneinander abweichen. Manche Fälle scheinen sogar inszeniert, da sie nicht plausibel erscheinen bzw. authentisch sind und zudem noch den historischen Fakten widersprechen. Häufig werden zum Beispiel vermeintliche DDR-Unrechtsfälle präsentiert, für die es keinerlei Beweise gibt und wahrscheinlich auch nie geben wird.

      Dennoch veröffentlicht man sie, um vermutlich damit Emotionen zu schüren und die DDR insgesamt als einen Unrechtsstaat zu delegitimieren und anzuprangern. Wenngleich es leider zwar einzelne Fälle von Unrecht in der DDR gegeben hat, die natürlich zu bedauern und auch zu verurteilen sind, so stimmt keinesfalls die These vom Unrechtsstaat der DDR als Ganzes.

      Außerdem überwog in der DDR klar und eindeutig die Positivseite. Zu der gehörte, dass es keine gigantische Kluft zwischen Arm und Reich gab. Im Gegensatz dazu müssen wir leider konstatieren, dass diese gigantische Kluft zwischen Arm und Reich in der Bundesrepublik nicht nur existiert, sondern dass sie zurzeit sogar noch bedrohlich wächst.


      Die Positivseite überwog klar und eindeutig in der DDR - der Zusammenhalt war gut


      Einzelne Privatpersonen konnten in der DDR kein Milliardenvermögen anhäufen. Und das war auch gut und richtig so. Selbst die Regierenden nicht. Währenddessen schmort auf den Konten der Superreichen in der Bundesrepublik ein solches Riesenvermögen, dass sie es nicht einmal komplett zählen, geschweige denn jemals in ihrem Leben sinnvoll ausgeben können bzw. jemals sinnvoll ausgeben könnten.

      Demgegenüber kommt der größte Teil der bundesdeutschen Bevölkerung hingegen auf keinen grünen Zweig, sowohl in Ost als auch in West mit zunehmender Tendenz. In den Berichterstattungen der führenden Konzernmedien wird dies aber entweder völlig ausgeblendet oder zum Beispiel mit nebulösen Schlag- bzw. Titelzeilen wie "Die Deutschen schwimmen im Geld", "Die Deutschen baden im Geld" oder "Das Vermögen der Deutschen steigt auf Rekordwert" oder mit absurden Durchschnitts- bzw. Pro-Kopf-Angaben unter Hinzurechnung sogar der Bedürftigen total entstellt.

      Arm und Reich werden in einen Topf geworfen. Auf diese Weise wird den Leserinnen und Lesern bzw. den Rezepienten suggeriert, dass nicht, wie es tatsächlich ist, nur etwa ein Prozent der Bevölkerung, sondern die gesamte Bevölkerung in Deutschland in Saus und Braus leben würde.


      Viele Kinder bekommen in der Bundesrepublik nicht einmal ein warmes Mittagesssen


      Konträr zu dem immensen Reichtum Weniger ist es ein besonderes Trauerspiel, dass sich mehr als 2,5 Millionen Kinder in der Bundesrepublik nicht einmal am Tag ein warmes Mittagesssen leisten können und manchmal sogar hungrig zur Schule gehen müssen. Über 600 000 Familien, das sind mehr als eine Million Menschen, wurde nach Angaben der Verbraucherzentrale von Nordrhein-Westfalen in der Bundesrepublik 2010 der Strom abgeschaltet, weil sie die gestiegenen Energiepreise nicht mehr bezahlen konnten.

      Noch schlimmer sieht es weltweit aus, wo etwa ein Siebtel der Weltbevölkerung, etwa eine Milliarde Menschen, hungert. Gerade hier zeigt sich aber auch zugleich als ein besonders extremer Ausdruck von Perversität der so genannten Marktwirtschaft, dass bei der ständigen systemimmanenten Jagd nach Maximalprofiten und der Gewinnmaximierung die Nahrungsmittelpreise zusätzlich noch durch Börsenspekulationen und Hedgefonds in Schwindel erregende Höhen getrieben werden.

      Die Jugend hatte in der DDR eine gute Perspektive. Die Kriminalität war gering. Die Hörsäle in den Hochschulen und Universitäten waren, nicht so wie es in der Bundesrepublik leider heutzutage allgegenwärtig ist, in der DDR nicht überfüllt. Der gesellschaftliche Zusammenhalt war gut. Man lebte in sozialer Sicherheit und Geborgenheit. Arbeitslosigkeit war unbekannt. Jede und Jeder hatte einen Arbeitsplatz. Junge Familien wurden besonders gefördert.

      Die Aneignung von Bildung war in der DDR keine Frage des Geldbeutels der Eltern. Während in der DDR vor allem die Kinder der Arbeiter und der anderen Werktätigen kostenfrei Zugang zu hoher und höchster Bildung hatten, schaffen dies aus finanziellen Gründen in der Bundesrepublik Kinder von Familien der Arbeitnehmer nur selten, zum Beispiel eine akademische Ausbildung zu absolvieren, ungefähr gerade einmal ein Prozent. Das heißt, die Eliten bleiben in der Bundesrepublik quasi unter sich, weil eben nur die reichen Eltern ihren Kindern die in der Regel sehr teure akademische Ausbildung ermöglichen bzw. finanzieren können.


      Man lebte in sozialer Sicherheit und Geborgenheit - Arbeitslosigkeit war unbekannt


      Mit großem Aufwand wird versucht, das Bild vom DDR-Unrechtsstaat in den dunkelsten Farben zu malen, auch wenn dieses Bild von den Tatsachen etwa soweit entfernt ist, wie der Mars bzw. noch weiter, wie der Pluto von der Erde. Selbst die Filmindustrie wird damit eingespannt. Denken wir nur an den Film "Das Leben der Anderen" von Florian Henckel von Donnersmarck, wo es sich angeblich um wahre Begebenheiten aus dem Leben der DDR handeln soll, was aber ernsthaft angezweifelt werden muss.

      Eine Stasi-Platitüde auf unterstem Niveau, trotzdem erhält der Film eine der höchsten Auszeichnungen, den Oscar für den besten fremdsprachigen Film. Hoffentlich nicht für den Inhalt? Gleichzeitig wird mit solchen Machwerken noch die seit 1990 östlich der Elbe und Werra andauernde Stasihexenjagd, wahrscheinlich auch beabsichtigt, weiter befeuert bzw. am Kochen gehalten.

      Übrigens dazu passt auch, dass die frühere Gauck- / Birthler- und jetzige Jahn-Behörde weiterhin jährlich mit schätzungsweise "schlappen" 90 bis 100 Millionen EURO Steuergelder subventioniert werden soll, voraussichtlich sogar noch bis zum Jahre 2019. Stattdessen werden in den wirklich wichtigen Bereichen wie im sozialen Bereich oder bei der Bildung die Gelder drastisch gekürzt.

      Zumindest können also die Mitarbeiter der Jahn-Behörde mit dem Gefühl sozialer Sicherheit auch künftig an der Geschichtsversion über die DDR, wie sie offiziell in der Bundesrepublik gesehen werden soll bzw. offiziell verbreitet wird, arbeiten und wie bereits in den Jahrzehnten zuvor noch weitere Jahre an der Ausgrenzung von Tausenden Menschen der ehemaligen DDR mitwirken.







      →    "Die Flachzangen aus dem Westen"


      →   Ein Buch von Klaus Huhn, Jahrgang 1928, ISBN 978-3-360-02036-9, 128 Seiten, erschienen im Spotless Verlag


      →   Der Autor beschreibt gravierende Fälle und gesellschaftliche Vorgänge in den 90er Jahren in Ostdeutschland












      Bezeichnend und in höchstem Maße überheblich sowie arrogant ist da zum Beispiel eine Auslassung von Arnulf Baring, häufiger Gast verschiedener Talkshows in den öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten der Bundesrepublik, er soll als Jurist, Publizist und Historiker tätig sein, nachzulesen in dem aufschlussreichen Buch von Klaus Huhn mit dem charakterisierenden sehr deutlich bestimmte Typen entlarvenden Titel   "Die Flachzangen aus dem Westen",   ISBN 978-3-360-02036-9, Spotless Verlag, auf Seite 19, die er wiederum 1991 in seinem Buch "Deutschland, was nun?" den Lesern zum Besten gegeben haben soll:

      "Das Regime [gemeint ist die DDR - E. K.] hat fast ein halbes Jahrhundert die Menschen verzwergt, ihre Erziehung, die Ausbildung verhunzt. [...] Ob sich heute einer dort Jurist nennt oder Ökonom, Pädagoge, Psychologe, Soziologe, selbst Arzt oder Ingenieur, das ist völlig egal. Sein Wissen ist auf weite Strecken völlig unbrauchbar. [...] Viele Menschen sind wegen ihrer fehlenden Fachkenntnisse nicht weiter verwendbar."









      →     Arnulf Baring - der vermutliche Mount Everest bzw. in englischer Umschrift der tibetanischen Bezeichnung


      →   wahrscheinlich so etwas wie der „Chomolungma"

      unter den westdeutschen Historikern und DDR-Kennern, 




      →     in seinem Buch "Deutschland, was nun?", 1991 im Siedler Verlag erschienen:





          →     Nach Barings kruden Ansichten seien die Menschen in der DDR geistig verzwergt worden!


          →     Ihre Ausbildung sei "verhunzt" und unbrauchbar!


          →     Ob sich heute einer dort Jurist nenne oder Ökonom, Pädagoge, Psychologe, Soziologe,


          →     selbst Arzt oder Ingenieur, das sei, so Baring, völlig egal.


          →     Viele Menschen seien wegen ihrer fehlenden Fachkenntnisse nicht weiter verwendbar.


          →     Darum sei die frühere DDR "weithin ein kopfloses Land".









      Hochmut kommt vor dem Fall, heißt es in einem Sprichwort, das sogar schon im Altertum bekannt gewesen sein soll. Zum Glück bzw. hoffentlich haben nicht alle unserer Mitbürgerinnen und Mitbürger solche realitätsfernen Ansichten wie Baring, aber noch wichtiger, hoffentlich erhalten solche Leute nicht die Deutungshoheit in der Bundesrepublik, kann man da nur wünschen, wenn man mit solchen schamlosen Auslassungen, wo auch immer, konfrontiert wird.



      →     Beitragserstellung:   20. Mai 2012    Ergänzungen:   25. Mai 2012    -

      Eckart Kreitlow







    Wunderschöner Rhododendron im Rhododendronpark des Ostseeheilbades Graal-Müritz, Landkreis Rostock, in Mecklenburg-Vorpommern, der alljährlich zum Ende des Frühlings sehr prachtvoll erblüht. Foto: Eckart KreitlowWunderschöner Rhododendron im Rhododendronpark des Ostseeheilbades Graal-Müritz, Landkreis Rostock, in Mecklenburg-Vorpommern, der alljährlich zum Ende des Frühlings sehr prachtvoll erblüht. Foto: Eckart Kreitlow




    Herzliche Glückwünsche an DDR-Fliegerkosmonaut Sigmund Jähn zu seinem 75. Geburtstag


    Eingetragen auf gaestebuch.kosmonautenzentrum.de am 19.04.2012 um 17:22 Uhr.



    Lieber Sigmund Jähn!

    Sorry! Nachdem ich zu Deinem 70. Geburtstag Dir rechtzeitig sehr herzlich gratulierte, möchte ich es natürlich

    auch diesmal genauso herzlich zu Deinem 75. Geburtstag tun.

    Allerdings leider diesmal nicht ganz punktgenau, so wie zum Beispiel bei Deiner damaligen glücklichen Rückkehr

    aus dem Orbit, sondern leider etwas mit Verspätung.

    Ich hoffe, Du verzeihst mir die Verspätung?

    Selbstverständlich wünsche ich Dir weiterhin alles erdenklich Gute!

    Ich hoffe und wünsche, dass es Dir gut geht.


    Beste Grüße und Wünsche!


    Eckart Kreitlow, www.eckart-kreitlow.de





    DDR-Fliegerkosmonaut Sigmund Jähn - der erste Deutsche im All


    DDR-Fliegerkosmonaut Sigmund Jähn - der erste Deutsche im All. Die Landekapsel des Raumschiffs Sojus 29 mit den beiden Kosmonauten Oberst Sigmund Jähn und Kommandant Oberst Dr. Waleri Bykowski an Bord ging am Fallschirm  am 3.September 1978 um 12.40 Uhr Mitteleuropäischer Zeit im vorgesehenen Gebiet in der kasachischen Steppe nieder, nachdem Waleri Bykowski und  Sigmund Jähn in fast 8 Tagen 125 Mal die Erde umkreisten.  Zeichnung/Skizze: Eckart Kreitlow



    Unser blaue Planet von DDR-Fliegerkosmonaut Sigmund Jähn insgesamt 125 Mal umkreist


    DDR-Fliegerkosmonaut Sigmund Jähn wurde am 13.Februar 1937 im vogtländischen Morgenröthe-Rautenkranz geboren. Er war der erste Deutsche im All.

    Zusammen mit Waleri Bykowski startete Sigmund Jähn am 26.August 1978 zu einem Gemeinschaftsflug mit der sowjetischen Proton-Trägerrakete Sojus 31 im Rahmen des Interkosmos-Programms vom Weltraumbahnhof Baikonur zur Weltraumstation Saljut 6.

    An dem Interkosmosprogramm, das der friedlichen Erforschung des Weltraums diente, waren zehn sozialistische Länder beteiligt. Vor allem mit zahlreichen sehr effizienten wissenschaftlich-technischen Experimenten.

    Bei dem Weltraumflug von Sigmund Jähn und Waleri Bykowski im Jahre 1978 kam aus der DDR die Multispektralkamera MKF 6 zur Erdfernerkundung vom Kombinat VEB Carl Zeiss Jena zum Einsatz, die zu dem Zeitpunkt eine Weltspitzenleistung darstellte.

    In fast 8 Tagen umkreiste Oberst Sigmund Jähn gemeinsam mit seinem sowjetischen Kommandanten Oberst Dr. Waleri Bykowski insgesamt 125 Mal unseren blauen Planeten.

    Bevor sie schließlich wieder glücklich zur Erde zurückkehrten. Das Raumschiff Sojus 31 blieb an der Weltraumstation Saljut 6 angedockt.

    Die Landekapsel des Raumschiffs Sojus 29 mit den beiden Kosmonauten an Bord ging am Fallschirm am 3.September 1978 um 12.40 Uhr Mitteleuropäischer Zeit im vorgesehenen Gebiet in der kasachischen Steppe nieder.

    Am 1.März 1986 wurde Diplom-Militärwissenschaftler Sigmund Jähn, der auch promovierte, zum Generalmajor der NVA befördert.




    Alles, was möglich ist, dafür tun, dass sie unsere schöne friedliche Erde bleibt!


    Nach seiner glücklichen Rückkehr zur Erde hob DDR-Fliegerkosmonaut Sigmund Jähn in einem Interview vor allem hervor:

    Dass der Mensch in den Kosmos fliegen müsse, bei einer bestimmten Stufe der Entwicklung, wie er es getan habe, das sei einfach ein logischer Schritt, den die Menschheit gehe.

    Man spüre noch deutlicher als vorher, dass die Erde eben nicht nur schön sei, dieser blaue Planet Juri Gagarins und German Titows, sondern dass sie auch sehr leicht verwundbar sei.

    In einundeinerhalben Stunde sei man um die Erde herum. Man sehe einerseits, wie gewaltig groß sie sei, doch schrumpfe sie eben doch zusammen.

    Das präge doch, für ihn scheine es so, eine bestimmte Gedankenwelt, die Verpflichtung, alles, was möglich sei, dafür zu tun, dass sie unsere schöne friedliche Erde bleibe!





    Ausschnitte aus dem NVA-Film über die glückliche Rückkehr von DDR-Fliegerkosmonaut Oberst Sigmund Jähn am 3.September 1978 auf YouTube







    DDR-Fliegerkosmonaut Sigmund Jähn
    umkreiste insgesamt 125 Mal die Erde












      Aus unserer elektronischen Postmappe "Das Leserecho"






      Familie W. Schmidt schrieb per Email am 19.06.2011 um 21:26 Uhr:


      Hatten in der DDR weder Sorgen noch Angst vor der Zukunft!


      Sehr geehrter Herr Kreitlow!


      Schreiben Sie weiter so ehrliche und aufrichtige Beiträge wie bisher!

      Man merkt bei Ihnen, dass Sie sehr gut schreiben können.

      Wir lesen immer wieder sehr gerne Ihre Onlinezeitung, ohne uns zu langweilen.

      Besonders gefallen uns aber Ihre Beiträge über die DDR.

      Ihre Aussagen zur heutigen Geschichtsaufarbeitung unterstützen wir voll und ganz.

      Sie haben in Ihren Beiträgen völlig Recht! Es stimmt so häufig nicht, wie es in den Medien dargestellt wird.

      Alles wird heute in den Zeitungen und im Fernsehen schlecht gemacht. An der DDR wird kein gutes Haar gelassen.

      Wenn man dann nicht weiter weiß, kommt die Stasikeule. Es ist so wie Sie schreiben mit der Stasihexenjagd!

      Allein mit der Stasikeule wurden nach der Wende schon so viele Menschen ausgegrenzt und häufig auch ihr Leben zerstört.

      Wir haben damals in der DDR doch gut gelebt und hatten weder Sorgen noch Angst vor der Zukunft.


      Es grüßt Sie sehr, sehr herzlich!


      Ihre Familie W. Schmidt aus Potsdam









    Das Ende der DDR und der Anfang der deutschen Einheit










      Von Baron Münchhausen und manchen Pressebeiträgen


      Manchmal könnte man denken, Baron Münchhausen sei auferstanden. So wird zum Beispiel in einer Regionalzeitung über die vermeintlich großartigen Erfolge nach der so genannten Wende berichtet, wonach unter anderem auch im Bereich des Städtebaus angeblich alles besser geworden sein soll.

      Als Beleg dafür diente zum Beispiel ein Foto in der Ribnitz-Damgartener Ausgabe, das das ehemalige Krankenhaus der "Boddenkliniken" im Körkwitzer Weg/Ecke Boddenstraße in der Bernsteinstadt Ribnitz-Damgarten zeigt.

      Leider ist dies aber dann doch sehr dumm gelaufen, da einige aufmerksame Leser in Briefen an die Redaktion darauf verwiesen, dass dieses Gebäude bereits zu Zeiten, als es die DDR noch gab, entstanden ist.

      In einem weiteren Beitrag in der selben Ausgabe wird dann noch das Ergebnis einer angeblichen Umfrage in Mecklenburg-Vorpommern von Infratest veröffentlicht. Demnach würde sich wohl die überwiegende Mehrheit der Bürger unseres nordöstlichen Bundeslandes zu den "Wendegewinnern" zählen.

      Allerdings geht aus dem Beitrag nicht hervor, ob bei der Umfrage vielleicht nicht doch nur die Gruppe der 18 bis 20-Jährigen befragt worden ist, was man eher vermuten könnte, denn schließlich ist es sehr unwahrscheinlich, dass so viele ehemalige DDR-Bürger ihr Gedächtnis verloren haben.



      -   Beitragserstellung:   16.02.2011    -

      Eckart Kreitlow











    DIE DDR UND DIE JUDEN - Gab es damals in der DDR Antisemitismus?



    Ein sehr interessanter Vortrag und ein anschließend sehr angeregtes Diskussionsforum mit Professor Dr. Detlef Joseph am 06.Juli 2010 in den Räumen der Volkssolidarität in Ribnitz-Damgarten, Am Bleicherberg. Foto: Eckart KreitlowEin sehr interessanter Vortrag und ein anschließend sehr angeregtes Diskussionsforum mit Professor Dr. Detlef Joseph am 06.Juli 2010 in den Räumen der Volkssolidarität in Ribnitz-Damgarten, Am Bleicherberg. Foto: Eckart KreitlowEin sehr interessanter Vortrag und ein anschließend sehr angeregtes Diskussionsforum mit Professor Dr. Detlef Joseph am 06.Juli 2010 in den Räumen der Volkssolidarität in Ribnitz-Damgarten, Am Bleicherberg. Foto: Eckart Kreitlow




    Professor Dr. Detlef Joseph, er war von 1961 bis 1991 Hochschullehrer für Staats- und Rechtstheorie an der Humboldt-Universität zu Berlin, stellte am vergangenen Dienstag, dem 6.Juli 2010, während einer Gemeinschaftsveranstaltung der VVN - Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten und unseres gemeinnützigen Vereins "Grüne Welt & M-V Kulinaris" e. V. in den Räumen der Volkssolidarität in Ribnitz-Damgarten sein jüngstes Buch "Die DDR und die Juden" vor, das eine Bibliografie von Renate Kirchner enthält und im Verlag Das Neue Berlin erschienen ist.

    Mit wissenschaftlicher Gründlichkeit und Akribie hat Professor Joseph diese Thematik von nach wie vor brennender Aktualität kritisch untersucht und dazu sehr umfassend in verschiedenen Dokumenten recherchiert. So war es zum Beispiel in der DDR unwichtig, ob man Jude gewesen sei oder nicht. Man habe sich damals vordergründig als Staatsbürger der DDR definiert.

    Im Mittelpunkt der sich anschließenden sehr lebhaften Diskussion standen unter anderem solche Fragen wie "Gab es in der DDR Antisemitismus?", "Wie wurde in der DDR mit dem Holocaust umgegangen?", "Ist Kritik an der Politik Israels Ausdruck von Antisemitismus?" oder "Haben wir als Deutsche das Recht, die israelische Politik zu verurteilen?"

    Als Fazit stellte Professor Joseph fest, dass die DDR ein antifaschistischer Staat war, in dem Antisemitismus keinen Platz hatte. Zu Israel wurde unter anderem zum Ausdruck gebracht, dass man durchaus als Deutscher das Recht habe, sich mit der Politik der israelischen Regierung kritisch und sachlich auseinander zu setzen, ohne antiisraelisch, antijüdisch oder antisemitisch zu sein. Im Interesse der Erreichung eines dauerhaften Friedensprozesses im Nahen Osten sei es notwendig, sowohl das Existenzrecht Israels zu sichern als auch einen souveränen Staat der Palästinenser zu schaffen.


    -     Beitragserstellung:   07.Juli 2010    -

    Eckart Kreitlow

















      Interessante Veranstaltung des RotFuchs Fördervereins mit Egon Krenz in Nordvorpommern

      Zu einer sehr interessanten Veranstaltung mit Egon Krenz, ehemaliger Vorsitzender des Staatsrates der DDR und Generalsekretär des ZK der SED, hatte der RotFuchs Förderverein e.V. am Samstag, dem 17.Oktober 2009, in die Gaststätte in Redebas im Landkreis Nordvorpommern eingeladen, zu der etwa 100 Gäste erschienen waren.

      Eine sehr interessante RotFuchs-Veranstaltung vor allem deshalb, weil der ehemalige Partei- und Staatschef der DDR verschiedene Informationen, Interna und Sichtweisen kundtat, die der breiten Öffentlichkeit zum Teil bisher sicher noch unbekannt waren.

      So werde sich die sozialistische Idee zwar früher oder später Bahn brechen, davon sei er, Egon Krenz, fest überzeugt, doch allerdings nicht mit einem bestimmten Modell. Wie dieses sozialistische Modell dann letztendlich einmal aussehen werde, darauf könne erst die Zukunft eine konkrete Antwort geben.

      Kürzlich habe er zum Beispiel ein Gespräch mit einer Professorin von der Zentralen Parteihochschule in Peking des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Chinas gehabt, in dem es unter anderem auch um diese Frage ging. Große Hoffnungen setze er auf Hugo Chavez in Venezuela. In der Sozialistischen Republik Kuba sei die Versorgungssituation zurzeit sehr kompliziert, hingegen sei Kubas Bildungssystem nach wie vor beispielgebend.

      Zur Rolle Michail Gorbatschows äußerte sich Egon Krenz sehr kritisch. Er sei ein Egoist gewesen, der nachträglich seine Ideale aufgegeben habe. Gorbatschow habe dem Westen mehr geglaubt als seinen eigenen Leuten. Insbesondere aber habe sich Gorbatschow eine große Verantwortung beim Untergang der Sowjetunion und der DDR aufgeladen. Russlands Ministerpräsident Wladimir Putin, der wahrlich kein Kommunist sei, solle den Untergang der Sowjetunion angeblich oder tatsächlich sogar als eine global-politische Katastrophe bezeichnet haben.

      Weiter führte das ehemalige DDR-Staatsoberhaupt Egon Krenz aus, dass in der DDR nicht wie heute in der Bundesrepublik Deutschland das Geld und damit verbunden die Gewinnmaximierung das Maß aller Dinge gewesen sei, sondern zählten stattdessen in der Deutschen Demokratischen Republik, die vor 60 Jahren am 7.Oktober 1949 gegründet worden war, vor allem die menschlichen und geistig-kulturellen Werte etc.. Auch sei es, anders als es leider immer wieder dargestellt wird, in der DDR relativ gerecht zugegangen.

      Über die DDR solle man der Geschichte ein Urteil überlassen. Egon Krenz äußerte sich in diesem Zusammenhang davon überzeugt, dass sich mit zunehmender historischer und zeitlicher Distanz eine positive Sichtweise zur bzw. über die DDR durchsetzen werde, da dann nicht mehr die notorischen DDR-Hasser, deren Hass offenbar tief in ihrem Herzen verankert sei und die wahrscheinlich zumeist selbst Opfer ihrer eigenen Propaganda geworden sind, in der Bundesrepublik das politische Sagen hätten.

      Insbesondere wünschte er sich aber, nicht zu vergessen, dass führende Nazis wie beispielsweise der Verfasser der Nürnberger Rassengesetze Globke oder der KZ-Baumeister Kiesinger bis in hohe und höchste Staats- und Regierungsämter der BRD aufsteigen konnten, während demgegenüber die DDR von Anfang an ein konsequent antifaschistischer Staat gewesen war bzw. gewesen sei.

      -    Beitragserstellung:   18.Oktober 2009    -

      Eckart Kreitlow










      Große Freude über Besuch des ehemaligen Journalistenkollegen Fred Neubert


      Wir freuten uns natürlich sehr darüber, dass unser ehemalige Journalistenkollege Fred Neubert, mit dem wir damals bei der Ostsee-Zeitung  in der Lokalredaktion Ribnitz-Damgarten mehrere Jahre zusammenarbeiteten, uns Mitte September 2009  zusammen mit seiner Familie besuchte.Wir freuten uns natürlich sehr darüber, dass unser ehemalige Journalistenkollege Fred Neubert, mit dem wir damals bei der Ostsee-Zeitung in der Lokalredaktion Ribnitz-Damgarten mehrere Jahre zusammenarbeiteten, uns Mitte September 2009 zusammen mit seiner Familie besuchte.


      Wir freuten uns natürlich sehr darüber, dass unser ehemalige Journalistenkollege Fred Neubert, mit dem wir damals bei der Ostsee-Zeitung in der Lokalredaktion Ribnitz-Damgarten mehrere Jahre zusammenarbeiteten, uns Mitte September 2009 zusammen mit seiner Familie besuchte. Gemeinsam mit seiner Familie kehrte er ein paar Tage in unserer Zimmervermietung ein. Mit ihm hat damals die Zusammenarbeit in der Ribnitz-Damgartener Lokalredaktion der Ostsee-Zeitung sehr viel Spaß gemacht, obwohl es manchmal allerdings auch sehr stressig war. Die Fotos mussten wir zu der Zeit noch in der Dunkelkammer entwickeln. Heute funktioniert hingegen alles digital, was natürlich viel leichter und besser ist. Fred Neubert zog mit Beginn seines Ruhestandes nach der so genannten Wende wieder zurück nach Hohenmölsen. Das ist eine Stadt im Burgenlandkreis im Süden von Sachsen-Anhalt. Zuvor wohnte er mit seiner Frau viele Jahre in Ribnitz-Damgarten, wo er sehr gerne lebte, wie er das sogar mehrmals immer wieder zum Ausdruck brachte.


      -     Beitragserstellung:     20.September 2009     -


      Eckart Kreitlow









    Wer lügt wirklich bei der Aufarbeitung der DDR-Geschichte?


    Innenminister Schäuble in Anne-Will-Talkshow der ARD:

    "Das Schlimmste in der DDR ist gewesen, dass man lügen musste!"




    Wer diesmal zu den geladenen Gästen der jüngsten Sonntags-Talkshow der ARD mit der Moderatorin Anne Will zu dem Thema "Zwischen Unrechtsstaat und Ostalgie" am 26.April 2009 gehörte, muss sicher außerordentlich starke Nerven gehabt haben.

    Dies lag nicht nur an dem Inhalt der öffentlich-rechtlichen Sendung, sondern vor allem auch an der unmöglichen Gesprächskultur des Hubertus Knabe, der als Direktor der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen sich offenbar als einer der auserkorenen obersten bundesdeutschen Meinungsführer und scheinbar alleiniger Inhaber der Deutungshoheit über die DDR fortwährend anmaßte, anderen Teilnehmern der Runde mit seinen abenteuerlichen Behauptungen, die noch zudem mit der Realität wenig zu tun hatten, ins Wort zu fallen.



       Hubertus Knabe verglich in völlig absurder und böswilliger Weise DDR sogar ungestraft mit faschistischem Naziregimes!



    In völlig absurder und böswilliger Weise verglich Knabe, seine Eltern flohen 1959 aus der DDR, wiederholt die DDR ungestraft sogar mit dem faschistischen Naziregime und den millionenfachen Morden und Gräueltaten der Nazis an den Juden, den Sinti und Roma sowie den Menschen anderer Ethnien und von zigtausenden Andersdenkenden in den zahlreichen Vernichtungs- und Konzentrationslagern.

    Knabes Wortwahl und Argumentation waren durchweg unerträglich.

    Dagegen waren prominente Politiker wie Ulrich Maurer von der Partei DIE LINKE zu bewundern, die ruhig und gelassen ihre akzeptable Sicht darlegten und von bewusster Geschichtsklitterung sprachen.



      Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble in ARD-Talkshow: "Das Schlimmste in der DDR ist gewesen, dass man lügen musste!" 



    Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble hob unter anderem hervor, dass das Schlimmste in der DDR gewesen sei, dass man lügen musste.

    Fragt sich allerdings nur, wer bei der Aufarbeitung der jüngeren deutschen Geschichte lügt?

    Nebenbei kam das äußerst geringe Bildungsniveau vieler Jugendlicher in der Bundesrepublik zum Ausdruck.

    Bei einer kurz eingeblendeten ARD-Umfrage von einigen interviewten jungen Menschen kannte niemand die DDR.

    Den Bundespräsidenten Horst Köhler hielten sie für den ehemaligen DDR-Staatsratsvorsitzenden und Köln für die Hauptstadt der damaligen Deutschen Demokratischen Republik.

    Alles in allem würden etwa 80 Prozent (!) der westdeutschen Bürger nichts oder nur wenig über die DDR wissen.



       Eine kurz eingeblendete ARD-Umfrage offenbarte äußerst geringe Kenntnisse vieler Jugendlicher zur DDR



    Damit dürfte es auch sehr leicht sein, sie zum DDR-Geschichtsbild zu manipulieren, was man leider offensichtlich auch mit großem Erfolg tat und tut.

    Ein Bildungsdefizit dürfte es jedoch aber nicht sein, dass die Jugendlichen Hubertus Knabe nicht kannten!

    Richtig ist, dass es damals in der DDR zwar einzelne Fälle von Unrecht gab und jeder Unrechtsfall natürlich einer zu viel gewesen ist, doch war deshalb der erste Arbeiter- und Bauernstaat auf deutschem Boden insgesamt noch längst kein Unrechtsstaat.

    Erst recht schon verbietet sich in dem Zusammenhang jeder Vergleich mit dem Faschismus! Völlig egal ist dabei, wie hochrangig derjenige in der bundesdeutschen Politik ist, der dies behauptet und wie oft dies behauptet wird.

    Eine Unwahrheit wird schließlich nicht durch tausendfaches Wiederholen zur Wahrheit, zumal die Fakten eindeutig eine andere Sprache sprechen!


    -    Beitragserstellung:   27.April 2009    -

    Eckart Kreitlow










      Interessante Veranstaltung mit dem ehemaligen Partei- und Staatschef Egon Krenz in Güstrow

      An der ehrlichen und wahrheitsgemäßen Aufarbeitung der DDR-Geschichte scheint bei der gegenwärtigen politischen Führung der Bundesrepublik und den meisten ihrer konservativen Medien offensichtlich keinerlei Interesse zu bestehen. Diesen Eindruck konnte man sicher schon häufig gewinnen.

      Erneut wiederum, als über eine Podiumsdiskussion der "RotFuchs" - Regionalgruppe Güstrow zu dem Thema "Das Erbe der DDR" mit Egon Krenz, ehemaliger SED-ZK-Generalsekretär und nach der Ablösung Erich Honeckers am 18.Oktober 1989 letzter Staatschef bzw. Staatsratsvorsitzender der DDR, am 19.Februar 2009 im Güstrower Bürgerhaus am Sonnenplatz berichtet wurde.

      Bei der völlig entstellenden und absurden Berichterstattung schießt, wie im Internet zu erfahren ist, vor allem ein Hamburger Wochenmagazin eines führendes Medienkonzerns mit milliardenschweren Anteilseignern, das immerhin wöchentlich montags mit einer sehr beachtlichen Auflage von über einer Million Exemplaren erscheint, den Vogel ab, das, wie könnte es auch anders sein, ungestraft gleich zu Beginn den vor lauter Lügen nahezu von A bis Z berstenden Beitrag sogar mit "Märchenstunde mit Egon" titelte bzw. überschrieb, um sich dann schließlich noch zu steigern, indem der ehemals führende Staatsmann gar als ein Depp dargestellt wird.

    Egon Krenz zu Podiumsdiskussion in Ernst-Barlach-Stadt Güstrow

      Bevor die Kalten Krieger bei den Medien Andersdenkende in diesem Land als Ewiggestrige diffamieren, sollten sie sich lieber einmal selbst einen Spiegel vor ihr Gesicht und innere Einkehr halten. Doch der leider auf die öffentliche Meinungsbildung sehr einflußreichen Armada von Desinformanten an der Mündung der Elbe und an anderen Orten in der Bundesrepublik zum Trotz wird dieses miese Spiel offenbar von immer mehr Menschen sowohl im Westen als auch im Osten unseres Landes zum Glück durchschaut. Deshalb sollten die Strippenzieher in den Chefetagen und Hinterzimmern der bundesdeutschen Medienpolitik sich nicht zu sicher sein und den Bogen nicht zu weit überspannen, da der Krug bekanntlich nur so lange zu Wasser geht, bis er bricht.

      So waren dennoch etwa 180 bis 200 Personen erschienen, die bis zuletzt geblieben sind, was natürlich alleine schon für sich spricht, obwohl die Zeitungen der Region in und um die Kreisstadt und zugleich siebtgrößte Stadt Mecklenburg-Vorpommerns Güstrow, in der von 1910 Ernst Barlach viele Jahre lebte und künstlerisch erfolgreich wirkte, im Vorfeld die Veranstaltung mit Egon Krenz offenbar in der ihnen verordneten Politik des Totschweigens und der Ausgrenzung kaum bekanntmachten.


    Schöne Dahlien. Foto: Eckart Kreitlow


      Im Gegensatz zu den wahrheitswidrigen Darstellungen der wahrscheinlich vor lauter DDR-Hass und Antikommunismus fast blind gewordenen Journalisten der in riesigen Unternehmensgeflechten synchron geschalteten konservativen Medien oder jenen, die per Order di Mufti von ihren Herausgebern zur ständigen Zeichnung eines Negativbildes über die DDR und ihren ehemaligen führenden Funktionären bei Strafe des Verlustes ihres gutdotierten Redakteursarbeitsplatzes verpflichtet wurden, konnte man stattdessen in Güstrow einen überzeugend und in sich schlüssig argumentierenden ehemaligen Staatsmann erleben.

      Einen ehemals führenden Staatsmann, der weder die DDR verklärte noch sie verteufelte, sondern der die ereignisreiche Zeit vor allem bis zum Untergang der DDR nachvollziehbar und bemerkenswert kritisch analysierte, gleichzeitig aber dabei einschränkte, dass er, Egon Krenz, weder die Deutungshoheit besäße noch sie haben wolle, denn es werde, so der ehemalige Partei- und Staatschef Krenz, wahrscheinlich dazu etwa so viele Ansichten geben, wie es damals Bürger der DDR gab.

      Ebenso könne es seiner Meinung nach aber auch nicht sein, dass offenbar nur 4 Personen in der Bundesrepublik Deutschland die Deutungshoheit über die DDR besäßen bzw. hätten, nämlich Pfarrer Rainer Eppelmann, Pastor Joachim Gauck, Marianne Birthler und Hubertus Knabe.

      Zu der Behauptung bzw. der überwiegend verwendeten Wortwahl von der so genannten innerdeutschen Grenze führte Egon Krenz unter anderem aus, dass sie damals eine völkerrechtlich anerkannte Grenze nicht nur zwischen den beiden deutschen Staaten, sondern insbesondere auch eine Grenze zwischen den beiden sich feindlich gegenüber gestandenen Militärbündnissen Warschauer Vertrag und NATO gewesen sei.

      Angriffe auf diese Systemgrenze mitten durch Deutschland bargen deshalb zugleich stets immer große Gefahren für den Frieden und die Stabilität in Europa und der Welt in sich, deren Ursachen für ihre spätere Entstehung allerdings bereits auf das Jahr der Machtergreifung Adolf Hitlers 1933 und dem verbrecherischen Überfall seiner faschistischen Wehrmacht auf die Sowjetunion am 1.September 1941 zurückgehe.

      Die wesentlichen Entscheidungen zu dem so genannten Regime an der DDR-Staatsgrenze wurden ausschließlich durch die damalige politische Führung in Moskau getroffen. Die DDR sei im Sicherheitsbereich und in der Gestaltung des Grenzregimes insofern nicht souverän gewesen, da die DDR-Staatsgrenze faktisch auch zugleich die Außengrenze der damaligen UdSSR darstellte.

      Einen Schiessbefehl, wie von der Gauck-/Birthlerbehörde in steter Regelmäßigkeit behauptet wird, habe es nie gegeben, sondern unter anderem ein Grenzgesetz und eine Schusswaffengebrauchsvorschrift etc., die sich im Übrigen beide inhaltlich kaum von den jetzigen Grenzdokumenten und -ordnungen der Bundesrepublik Deutschland unterschieden hätten.

      Selbstverständlich bedauerte der ehemalige Vorsitzende des Staatsrates der DDR und Generalsekretär des ZK der SED Egon Krenz die Toten an der DDR-Staatsgrenze einschließlich der zahlreichen dort während bzw. in Ausübung ihres ehren- und aufopferungsvollen Dienstes ermordeten Grenzsoldaten der DDR wie Peter Göring, Reinhold Huhn, Rudi Arnstadt, Egon Schultz, Ulrich Steinhauer, er wurde 1980 auf dem Ribnitzer Friedhof beerdigt, und leider noch viele andere. mehr dazu!


    Rote Rosen in voller Blüte. Foto: Eckart Kreitlow


      Auf das von einem Teilnehmer in der Diskussion angesprochene ehemalige Politbüromitglied Günter Schabowski gerieten die Emotionen von Egon Krenz zwar zunächst etwas in Wallung, doch antwortete er dann dennoch sehr sachlich auf die Frage. Die Sache mit der Verkündung der um einen Tag zu frühen Grenzöffnung auf der Pressekonferenz am Abend des 9.November 1989, die Geschichte schrieb, sei von Schabowski eine reine Schusseligkeit gewesen.

      Mit Absicht werde Schabowski das nicht getan haben, sondern er, Günter Schabowski, werde sich sicher nicht ausreichend auf diese Pressekonferenz vorbereitet gehabt haben, vermutet Egon Krenz. Die Grenze sollte regulär erst am 10.November 1989 geöffnet werden. Dafür seien den Grenztruppen der DDR bereits von ihm, Egon Krenz, als damaliger Vorsitzender des Nationalen Verteidigungsrates der DDR und oberster Dienstherr, die entsprechenden Befehle und Weisungen erteilt worden.

      Durch den überraschend verkündeten zu frühen Zeitpunkt um einen Tag und vor allem durch die von den Grenztruppen der DDR erst für den nächsten Tag erwartete Grenzöffnung sei an der damaligen DDR-Staatsgrenze plötzlich eine äußerst gefährliche Situation entstanden gewesen, die derzeit durchaus zu einer Eskalation mit sehr schwerwiegenden Folgen hätte führen können.

      Doch insbesondere durch ein entsprechend der neu entstandenen Lage angepasstes Krisenmanagement und die damit verbundenen unverzüglich erteilten operativen Befehle des Nationalen Verteidigungsrates unter dem Vorsitz von ihm, Egon Krenz, sowie darüber hinaus durch das besonnene Handeln der DDR-Grenztruppen und der anderen Sicherheitskräfte der DDR sei ein Blutvergießen verhindert worden. Dafür wurde ihm sogar in einem Telefongespräch vom damaligen Bundeskanzler der Bundesrepublik Helmut Kohl gedankt.

      Zu der plötzlichen politischen Kehrtwende Günter Schabowskis meinte das ehemalige DDR-Staatsoberhaupt, dass man zwar jedem das Recht zum Nachdenken und zum Umdenken zugestehen müsse. Dabei könne man natürlich durchaus auch zu anderen Erkenntnissen kommen, aber wer in das damalige Politbüro aufgestiegen sei, 1989 sogar zudem mit der höchsten Auszeichnung der DDR, dem Karl-Marx-Orden, ausgezeichnet wurde und dazu noch wie Schabowski bei nahezu jeder Gelegenheit seine feste Überzeugung für den Sozialismus und unseren Arbeiter- und Bauern-Staat zum Ausdruck brachte, jetzt jedoch plötzlich eine völlig gegenteilige Überzeugung propagiert, indem er zum Beispiel wörtlich sagte, dass "seine Einstellung die falsche gewesen wäre und wir, die DDR, nicht demokratiefähig gewesen seien", muss entweder damals geheuchelt haben oder heuchelt heute.

      Der ehemalige Partei- und Staatschef Egon Krenz räumte auch mit dem immer wieder verbreiteten Märchen auf, dass die BRD angeblich bei der Wiedervereinigung von der DDR nur Schulden übernommen habe. Dies stimme so nicht, denn die DDR musste stets bestrebt sein, im Ausland nicht in Abhängigkeit zu geraten. Alleine deshalb versuchte man stets, eine weitestgehend ausgeglichene Bilanz zu erhalten. Dies sei auch, oft allerdings mit großen Anstrengungen, bis zuletzt gelungen.

      In den verzerrten Berichterstattungen über die DDR werden jedoch nur ausschließlich die Verbindlichkeiten aufgeführt, die beträchtlichen Aktiva und die Forderungen der DDR im Ausland, die nach 1990 an die BRD zurückgezahlt wurden, sowie die nicht unerheblichen Devisenreserven der DDR des Bereiches Kommerzielle Koordinierung (KoKo) von Alexander Schalck-Golodkowski seien nie erwähnt bzw. dabei unterschlagen worden, so dass natürlich das vermittelte Bild, die DDR sei ein Schuldenstaat und damit zugleich eine gewaltige finanzielle Belastung für die BRD gewesen, so niemals stimmen kann.


    Alljährliche Blütenpracht im Rhododendronpark des Ostseebades Graal-Müritz. Foto: Eckart Kreitlow



      Auf das Wirken der Treuhand in dem ehemaligen DDR-Gebiet eingehend konstatierte Egon Krenz eine desaströse Bilanz. Vor allem sei die Industrieproduktion in der ehemaligen DDR nach 1990 auf einen Anteil von etwa 31 Prozent gesunken und erreichte somit nahezu das Niveau nach dem Zweiten Weltkrieg. Während der erste Treuhandchef Detlev Karsten Rohwedder, der am 1.April 1991 aus bis heute nicht geklärten Umständen starb, noch die DDR-Industriebetriebe, wo notwendig, sinnvollerweise sanieren und dann privatisieren wollte, ließ stattdessen die Treuhandanstalt unter Leitung von Birgit Breuel in der Folgezeit etwa ab 1992 ganze Industriekomplexe rigoros plattmachen oder für einen Schleuderpreis verscherbeln.

      Nicht zuletzt erfolgte dies vor allem deshalb, um einerseits die lästige Konkurrenz auf dem Territorium der ehemaligen DDR auszuschalten und um andererseits damit gleichzeitig einen größeren Absatzmarkt für die westdeutschen Waren zu schaffen.

      Egon Krenz bedauerte, dass die BRD offensichtlich nicht daran interessiert sei, die DDR in dem richtigen Licht darzustellen. Alles in allem versuche man ständig und überall bei jeder Gelegenheit die DDR zu delegitimieren, sie in den düstersten Farben zu zeichnen und kein gutes Haar an ihr zu lassen, obwohl in der DDR bei weitem nicht alles schlecht war wie zum Beispiel die Gewährleistung der Vollbeschäftigung, die Demokratie am Arbeitsplatz, die medizinische und soziale Versorgung, die Förderung Begabter, die Förderung der Bildung und der Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern, die Förderung von Kultur und Sport und vieles andere mehr.

      Wahrscheinlich bestehe das wirkliche Vergehen der DDR in den Augen jener Leute und der Grund für ihre kompromisslose DDR-Schwarzmalerei darin, so Egon Krenz, dass die im Osten Deutschlands enteigneten Großindustriellen und Großgrundbesitzer vierzig Jahre lang keinen Zugriff auf die DDR gehabt hätten. Dass sie ihr Eigentum an das Volk verloren hätten, werden sie der DDR wohl nie vergessen.

      Das Scheitern der DDR 1989 sei keineswegs ein Sieg des Kapitalismus über den Sozialismus gewesen, selbst wenn viele zurzeit noch glaubten, das vermeintlich "bessere System" habe sich durchgesetzt. Dies werde gerade gegenwärtig bei den enormen weltweiten Krisenereignissen deutlicher denn je. Es handelte sich damals beim Untergang der DDR weder um das Ende der Geschichte noch um das letzte Wort über den Sozialismus, meinte der ehemalige Partei- und Staatschef der DDR Egon Krenz auf eine weitere Frage eines Teilnehmers kurz vor dem Abschluss der interessanten Veranstaltung in Güstrow.


      In Kürze planen wir, in einer Rezension auf das Buch "Gefängnis-Notizen" von Egon Krenz näher einzugehen, das wir in Güstrow kauften und zurzeit sehr interessiert lesen! Durch das Lesen des Buches, dies ist zumindest unser erster Eindruck, erfährt man viele neue wichtige Details, die, völlig abweichend von den in den konservativen Medien vermutlich vorsätzlich verbreiteten falschen Klischees und den überwiegend zugleich von ihnen manipulierten DDR-Geschichtsbildern, in verschiedener Hinsicht glaubhaft bemerkenswerte Aufschlüsse geben.


      -    Beitragserstellung:   20. bis 23. Februar 2009   Ergänzungen:   24. Februar 2009   -

      Eckart Kreitlow





    Rezension zu dem Buch von


    Schöne Frühlingsblumen mit dem Namen Vergissmeinnicht. Foto: Eckart Kreitlow


    Egon Krenz "Gefängnis-Notizen"






      In dem Anfang 2009 im Verlag Das Neue Berlin erschienenen Buch "Gefängnis-Notizen" von Egon Krenz, ISBN 978-3-360-01801-4, 234 Seiten, 14,90 Euro, heisst es zu dem DDR-Vermögen unter anderem (Zitat des Autors Egon Krenz):



      "Ich könnte mich mit der Idee anfreunden, dass Herr S. (mit Herr S. ist ein Bundestagsabgeordneter gemeint, der sich abfällig zur DDR und sehr besserwisserisch über Egon Krenz geäußert hatte) sich dafür stark macht, dass mir diejenigen in der Zelle Gesellschaft leisteten, die die Treuhandanstalt geleitet haben oder in der Bundesregierung dafür verantwortlich waren.

      Ich wäre gespannt, wie sie mir erklärten, dass aus einem DDR-Vermögen von

      1 600 Milliarden DDR-Mark (!)    ein angebliches Minus von etwa   400 Milliarden DM

      wurde.

      Ich würde zu gern erfahren, wie es möglich ist, mitten in Europa und mitten im Frieden innerhalb von wenigen Jahren eine ganze Volkswirtschaft verschwinden zu lassen.

      Was da verschleudert und vernichtet wurde, war immerhin die angehäufte Arbeit von drei Nachkriegsgenerationen im Osten Deutschlands.


      85 Prozent (!)   davon gingen dem Vernehmen nach    in westdeutsche Hände (!),

      zehn Prozent    in ausländischen Besitz und nur

      fünf Prozent   blieben ostdeutsches Eigentum."










    Wie war es damals wirklich?     Das Leben in der DDR





    Die Reporterlegende der DDR Heinz Florian Oertel - sein neuestes Buch:

    Höchste Zeit


    Das dicke DDR - Fernsehbuch

    Das dicke Quermann - Buch

    Das dicke Helga - Hahnemann - Buch



    Der Kinderstar Bummi

    Bummi! Bummi! Brumm, brumm, brumm ...



    Das Bummi - Buch: Alle Tage fröhlich sein!



    Eulenspiegel Verlagsgruppe



    Die Puhdys - bekannteste Rockband der DDR


    Gründung: 1969

    Bekannteste Titel:

    Alt wie ein Baum möchte ich werden ... (1976)

    Bis ans Ende der Welt ... (1980)


    Bandmitglieder:

    Dieter ("Maschine") Birr

    Dieter ("Quaster") Hertrampf

    Peter ("Eingehängt") Meyer

    Klaus Scharfschwerdt

    Peter ("Bimbo") Rasym



    www.puhdys.com




    Eine Funkbrücke in alle Teile der Welt, die 1998 für immer verstummte!



    Willkommen bei Rügen Radio - der ehemaligen Küstenfunkstelle
    der DDR-Seeleute und ihrer Angehörigen!


    www.ruegen-radio.org



    Frank Schöbel - frank und frei!



    Wie ein Stern in einer Sommernacht ...


    *


    Da lag Gold


    in deinen Augen,


    Gold in deinem Haar ...



    www.frank-schoebel.de

    + + +


    Thema: Meine Song-Geschichte



    Hallo Frank!

    Es freut mich, dass Du Song-Geschichten suchst!

    Zunächt einen schönen Sonntag und darüber hinaus natürlich alles Gute!

    Deinen Hyperlink www.frank-schoebel.de habe ich auf meiner Webseite


    http://www.ostsee-rundschau.de - eine Webseite mit Vielfalt - präsentiert:

    Themen - immer mitten aus dem Leben!



    Dort findest Du auch meine Geschichte "Aus meiner Vita -
    Persönliches und Berufliches!", die mein Leben beschreibt!

    Vielleicht interessiert es Dich ja? Würde mich freuen,
    auch wenn Du mal auf meine Webseite schauen würdest!

    Beste Grüße und Wünsche!









    Das Leben in Recknitzberg





    Eine Kurzgeschichte von Eckart Kreitlow aus dem Alltag in der damaligen DDR









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    Das Leben in Recknitzberg



    Eine Kurzgeschichte von Eckart Kreitlow aus dem Alltag in der damaligen DDR







    Wer erinnert sich noch an das Leben in der damaligen DDR? Die Kinder der Wende sind inzwischen bereits erwachsen!

    Andererseits hört und liest man zudem heutzutage leider zumeist nur sehr wenig Gutes über das Leben in der damaligen DDR. Vieles wird entstellt oder nicht selten bewusst falsch dargestellt, so dass man sich vor allem deshalb um so mehr nach der Wahrheit sehnt.

    Für Sie alle, für alle Nostalgiker unter Ihnen, die gerne an das "Damals in der DDR" denken, schreiben wir diese Kurzgeschichte "Das Leben in Recknitzberg", die wir nach und nach mit hoffentlich für Sie immer weiteren interessanten Episoden ergänzen werden.

    Bis wann? Ja, bis dann eines Tages aus der Kurzgeschichte eine lesenswerte längere Geschichte geworden ist und Sie sich die, wenn Sie möchten, kaufen können. Wir werden dazu rechtzeitig einen Eigenverlag gründen und das Buch drucken lassen. Damit möchten wir an die zurückliegende Zeit und die Vita vieler Mitbürger in Deutschlands Neufünfland erinnern.

    Im Mittelpunkt stehen der LPG-Vorsitzende Jürgen Fleißig, die Kaderleiterin Ursula Penkowski, der Brigadier Werner Stieglitz, der ABV Walter Schulz und die Buchhalterin Isolde Weißwasser. Sie ist verliebt in den Küstenfischer Andreas Pellworm. Doch liebt er auch sie? Sie werden es bald erfahren!

    Weitere Mitwirkende sind der Pfarrer Horst-Dieter Holzbrink, Parteisekretär Gernhold Walter, der Generaldirektor vom VEB Fleischkombinat Theo Kaltbrenner, der Dorfschullehrer Konrad Bockolt, die Witwe Tina Balkowski und die Pionierleiterin Sabine Mächting. Auch die Pfarrerstochter Dr. Anita Holzbrink tritt gelegentlich in Erscheinung.

    Der Mann von Tina Balkowski starb bei einem Verkehrsunfall in der damaligen Sowjetunion auf der Fahrt zu einer Baustelle an der Erdöltrasse "Freundschaft".

    Sie alle, vom LPG-Vorsitzenden Jürgen Fleißig bis zur Witwe Tina Balkowski, wohnen in Recknitzberg, einem sehr idyllisch gelegenen Ort an der Recknitz. Mischwälder, Wiesen und Weiden mit saftigen Gräsern, Ackerflächen und der sich durch diese wunderbare Naturidylle hindurch schlängelnde Fluss Recknitz prägen die zum Bezirk Rostock gehörende mecklenburgisch-vorpommersche Landschaft.

    Das Leben im Dorf war sehr schön. Die Volkssolidarität organisierte regelmäßig Rentnernachmittage. Mindestens zweimal im Jahr wurde ein Busausflug unternommen, in den Harz, in die Sächsische Schweiz, nach Heringsdorf, nach Berlin zum Fernsehturm. Kaffee trank man im "Palast der Republik", bummelte anschliessend auf dem Alexanderplatz ... Sogar eine eigene Tanzkapelle, die "Recknitzberger Amigos", gab es damals in diesem sehr beschaulichen Ort im Norden der DDR.

    Die ABC-Schützen gingen bis zur 4.Klasse in die Grundschule des Ortes. Sie waren während dieser Zeit unter den Fittichen von Dorfschullehrer Konrad Bockolt, der die Erstklässler immer mit "Meine Häschen" begrüßte. Bockholt betrieb in seiner Freizeit eine Imkerei. Er hatte auch einen großen Obstgarten. Im Heimatkundeunterricht ging es bei schönem Wetter oft hinaus in die Natur.

    Die im gotischen Stil erbaute Dorfkirche war sonntäglicher Treffpunkt der Christen, die sich dort allwöchentlich zu ihrem Gottesdienst einfanden. Zumeist predigte Pastor Horst-Dieter Holzbrink, den alle liebe- und achtungsvoll "Unser Dorfpfarrer" nannten. Der Dorfpfarrer Holzbrink engagierte sich nämlich nicht nur in seiner Kirchgemeinde, sondern auch sehr in der Bürgerinitiative der Nationalen Front "Schöner unsere Städte und Gemeinden! Mach mit!" Er war verheiratet und hatte zwei Töchter.

    Im Dorfkonsum, ein kleiner "Tante Emma-Laden" gleich neben dem Kindergarten, hatte Tina Balkowski das Sagen. Mit ihr musste man sich immer gutstellen, wenn man die so genannte "Bückware", Apfelsinen, Bananen, Rosentaler Kardarka, bekommen wollte. Grundnahrungsmittel und Waren des täglichen Bedarfs waren zwar immer reichlich da, doch manche Devisenartikel konnten nur gelegentlich gekauft werden. Auch in der DDR galt das Motto "Beziehungen schaden nur dem, der keine hat!"

    Für reichlich Gesprächsstoff sorgte immer Frauenschwarm Friedemann Kluge, der mit Isolde Weißwasser zusammenlebte. Er arbeitete als Hauptinspektor bei der Staatlichen Versicherung der DDR, sah top aus und war stets sehr akurat gekleidet. Leider gingen 3 seiner Ehen in die Brüche. Für 9 Kinder an 4 verschiedene Frauen musste er Unterhalt zahlen. Bei Sabine Mächting versuchte er auch anzubändeln, doch die ließ ihn jedes Mal abblitzen.

    Die Tochter des Dorfpfarrers Anita Holzbrink kam auch häufig nach Recknitzberg, um ihre Eltern zu besuchen. Sie hatte in den siebziger Jahren in Leipzig an der Karl-Marx-Universität Physik studiert und danach promoviert. Sie soll sogar als Assistentin in der Forschung bei Nikolai Boguljubow in der Nähe von Moskau im sowjetischen Kernforschungszentrum Dubna und in Berlin bei der Akademie der Wissenschaften der DDR gearbeitet haben, war dort auch in der FDJ-Leitung.

    Kaum einmal vergaß Anita Holzbrink, wenn sie in Recknitzberg bei den Eltern zu Besuch war, bei den Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr des Ortes vorbeizuschauen. Die Pfarrerstochter war voll auf Linie, sprach die Kameraden der Feuerwehr sogar mit Genossen an. Andererseits war dies auch klar, denn zum Kernforschungszentrum Dubna und zur Akademie der Wissenschaften kamen natürlich nur zuverlässige Leute, die der Partei treu ergeben waren.

    Schon Wochen vorher freuten sich die Recknitzberger und die Bewohner aus den umliegenden Dörfern auf den "Tanz unterm Maibaum" am 1.Mai und den "Danz up de Deel" am Samstag vor Pfingsten. Auch das traditionelle Erntefest Ende Oktober war ein exzellentes Volksfest zum Wohlfühlen gleichermaßen für Jung und Alt. Dies waren jedes Mal kulturelle Höhepunkte, wo kaum jemand fehlte.

    Selbst Andreas Pellworm, der wenig wegging, schwofte kräftig mit. Besonders warf er Isolde Weißwasser Honigmondblicke zu. Zwischen den beiden scheint es tatsächlich gefunkt zu haben. Na wir warten es ab! Jedes Jahr wurde weit bis nach Mitternacht gefeiert und das Tanzbein geschwungen. Die "Recknitzberger Amigos" brachten die Stimmung immer wieder fast zum Siedepunkt.

    Während der Erntezeit wurden von den Landfrauen jedes Jahr wunderschöne Erntekronen gebunden und später, wenn das Getreide vom Halm war, eine Erntekronenschau veranstaltet. Für die drei schönsten Kronen gab es einen Preis. Mit einer Urkunde wurden alle Teilnehmer ausgezeichnet. Die Frau vom LPG-Vorsitzenden Fleißig machte fast immer mit und errang sogar zweimal den 1.Preis für das schönste Gebinde aus Getreide, Blumen und bunten Schleifen.

    Statt zuviel Arbeitskräfte fehlten in Recknitzberg meistens welche, vor allem in der Landwirtschaft. Besonders während der Heu-, Kartoffel-, Rüben- und Getreideernte reichte die Zahl der Erntehelfer selten, so dass noch Studenten in den Semester- und Schüler in den Sommer- und Herbstferien mithalfen und dies sehr gerne taten. Denn es war für sie eine willkommene Abwechslung vom Studien- bzw. Schulalltag. Und die schönste Nebensache der Welt kam auch nicht zu kurz: So manche Studentin oder so mancher Student fand bei den Partys nach getaner Arbeit ihren Prinzen bzw. seine Prinzessin.

    Neun landwirtschaftliche Betriebe hatten sich im März 1960 in der LPG Typ I "An der Recknitz" zusammengeschlossen und die Ackerflächen, insgesamt waren es 245 Hektar, gemeinsam bewirtschaftet. Um die Tierhaltung kümmerte sich jeder Landwirt selbst. LPG-Vorsitzender Jürgen Fleißig hatte erst 1980 für die Getreideernte einen Mähdrescher besorgt. Vorher wurde mit dem Mähbinder und einem Traktor "Famulus" gemäht. Die Getreidegarben wurden auf dem Feld in Hocken aufgestellt und dann nach und nach in die Scheunen der LPG-Mitglieder gefahren. Gedroschen wurde mit dem Dreschkasten. Für die Kartoffelernte standen ein Siebkettenroder und ein Schleuderroder zur Verfügung. Der Schleuderroder wurde von zwei Pferden gezogen.

    Im September 1990 zog noch Waldemar Donikat nach Recknitzberg. Donikat wohnte zuvor in Brandenburg. Von 1979 bis zu seiner Entlassung diente er zuletzt im Range eines Oberstleutnants als Geschwaderkommandeur bei den Luftstreitkräften / Luftverteidigung der NVA und war bis zu seiner wendebedingten Versetzung in den Ruhestand stationiert auf dem Militärflugplatz Brandenburg-Briest. Donikat gehörte zu den ersten Piloten, die eine MiG 29 fliegen durften. Dieses Flugzeug war derzeit das modernste überhaupt, hatte sehr viel Elektronik an Bord und besaß eine hohe Manövrierfähigkeit.

    Der Offiziersberuf und das Fliegen waren Donikats Ein und Alles. Kurz vor Weihnachten 1990 nahm sich Waldemar Donikat das Leben. Offenbar hat er sein plötzliches Karriereende nicht verkraftet ...




    Wer weiß,vielleicht hat Ihnen die Kurzgeschichte ja gefallen, uns würde es freuen, und Sie möchten gerne weitere Episoden lesen? Dann schreiben Sie uns doch einfach! Schicken Sie einfach eine E-Mail an eckartkreitlow@t-online.de !

    Vielleicht möchten Sie zum Beispiel noch mehr über den LPG-Vorsitzenden Jürgen Fleißig oder über Pastor Wolfgang Holzbrink wissen? Oder über Frauenschwarm Friedemann Kluge? Über Andreas Pellworm und seine Angebetete Isolde Weißwasser, die ein Kind von Friedemann Kluge erwartet? Sie ist bereits im 7. Monat schwanger! Alles kein Problem! Einfach ein paar Zeilen per elektronischer Brieftaube an eckartkreitlow@t-online.de und schon geht die Geschichte weiter. Versprochen!

    Am Ende entsteht vielleicht in gedruckter Form ein umfangreicher Roman bzw. eine Erzählung über das Alltagsleben in der ehemaligen DDR, wie es damals für die Zeit typisch war? Das Buch, wenn es entstünde, selbstverständlich schön eingebunden, könnten Sie dann sogar Ihren Kindern oder Freunden schenken oder eben selbst behalten. Gleichzeitig könnten Sie es aber auch als so genanntes Blook, so bezeichnet man neuerdings Bücher im Internet, die aus Weblogs entwickelt wurden, weiterhin online lesen.

    Übrigens damit Ihre Freude noch etwas gesteigert werden würde, könnten wir es mit ein paar farbenprächtigen Fotos noch etwas ansprechender gestalten, zum Beispiel mit Naturlandschaftsbildern aus Recknitzberg und Umgebung bzw. mit Fotos von Helene Bockolts schönem Blumen- und Kräutergarten, eine Augenweide! Helene Bockolt ist die Ehefrau des Dorfschullehrers Konrad Bockolt.





    >>>>>     Das Leben in Recknitzberg     >>>>>














    Medizinische Fakultät Heidelberg:   Auswahlrunde 2008





    Harter Kampf um die intelligentesten Deutschen








      Wahr, kaum vorstellbar - einfach genial - die erst 14-Jährige (!) Schülerin Minu Dietlinde Tizabi schaffte Abitur mit Traumnote von 1,0!

      Während unsereins immer von dem Prinzip Hoffnung lebt, gelegentlich schon bei dem kleinen Einmaleins enorme Schwierigkeiten hat und in aller Bescheidenheit vermutlich mit der größten Wahrscheinlichkeit vergeblich hofft, dass der Intelligenzquotient irgendwann vielleicht doch einmal auf wenigstens 30 oder 40 Prozent eines bundesdeutschen Durchschnittsbürgers ansteigt, soll hingegen eine vierzehnjährige Schülerin namens Minu Dietlinde Tizabi aus Pforzheim sogar laut jüngsten Meldungen im Internet bereits als 14-Jährige das Abitur erworben haben und das noch mit der Traumnote von 1,0!

      Herzlichen Glückwunsch kann man da nur sagen! Die erste und zweite Klasse übersprang sie, weitere Klassen schaffte sie in nur wenigen Wochen! Diese Gehirnleistung ist natürlich so etwas von genial, dass zumindest wir uns das kaum vorstellen können.

      Wenn unser Psychologiedoktor an der altehrwürdigen Karl-Marx-Universität Leipzig uns damals nicht während unseres Journalistik-Studiums mit auf den Weg gegeben hätte, was die Gehirnforscher herausfanden, würden wir wahrscheinlich bei unserem mehr als mickrigen IQ schier verzweifeln.

      Die Forschungsergebnisse besagen nämlich, zumindest laut den Aussagen des Leipziger Psychologiedoktors der im Jahre 1409 gegründeten Alma mater Lipsiensis, dass das Gehirn angeblich bei jedem Menschen nur maximal zu 8 bis 10 Prozent ausgelastet sei und aufgrund dessen bei Jedem und bei Jeder noch beträchtliche Reserven vorhanden sein sollen. Man muss das Gehirn bloss häufig fordern, zum Beispiel Kreuzworträtsel raten, Schach spielen ...


      -     Beitragserstellung:   08.09.2007    -

      Eckart Kreitlow





    >>>>>     Einfach genial - 14-Jährige schafft 1,0 - Abitur     >>>>>












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    Blick auf die Ostsee und den Strand in Ostseebad Dierhagen auf der Halbinsel Fischland in Mecklenburg-Vorpommern. Foto: Eckart KreitlowBlick auf die Ostsee und den Strand in Ostseebad Dierhagen auf der Halbinsel Fischland in Mecklenburg-Vorpommern. Foto: Eckart KreitlowBlick auf die Ostsee und den Strand in Ostseebad Dierhagen auf der Halbinsel Fischland in Mecklenburg-Vorpommern. Foto: Eckart Kreitlow



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    Eine Fähre der Scandlines Reederei verlässt Rostock mit Kurs Gedser / Dänemark. Foto: Eckart KreitlowEine Fähre der Scandlines Reederei verlässt Rostock mit Kurs Gedser / Dänemark. Foto: Eckart KreitlowEine Fähre der Scandlines Reederei verlässt Rostock mit Kurs Gedser / Dänemark. Foto: Eckart KreitlowEine Fähre der Scandlines Reederei verlässt Rostock mit Kurs Gedser / Dänemark. Foto: Eckart Kreitlow



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    Eine Bockwindmühle im Freilichtmuseum Klockenhagen. Foto: Eckart Kreitlow



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