→     Wie war es





→     damals   wirklich ?





→     Das Leben in der DDR








Rezension zu dem 2009 erschienenen Buch
"Gefängnis-Notizen"
von Egon Krenz, ehemaliger Generalsekretär des ZK der SED, ehemaliger Vorsitzender des
Staatsrates der DDR und ehemaliger Vorsitzender des Nationalen Verteidigungsrates der DDR




Eine Rezension zu dem 2009 erschienenen  Buch Gefängnis-Notizen von Egon Krenz, ehemaliger Vorsitzender des Staatsrates der DDR, ehemaliger Vorsitzender des Nationalen Verteidigungsrates der DDR und ehemaliger Generalsekretär des ZK der SED. Foto: Eckart KreitlowEgon Krenz, ehemaliger Generalsekretär des ZK der SED, ehemaliger Vorsitzender des Staatsrates der DDR und ehemaliger Vorsitzender des Nationalen Verteidigungsrates der DDR. Foto: Eckart Kreitlow





Buchlesung mit Egon Krenz zu Walter Ulbricht









    "So, wie sie ist,

    kann diese Welt nicht bleiben!"

    Eine Rezension zu dem 2009 erschienenen Buch "Gefängnis-Notizen" von Egon Krenz, ehemaliger Vorsitzender des Staatsrates der DDR, ehemaliger Vorsitzender des Nationalen Verteidigungsrates der DDR und ehemaliger Generalsekretär des ZK der SED

    Der Anlass für uns darüber zu schreiben ist, dass wir nach dem Lesen des aus unserer Sicht sehr interessanten Buches von Egon Krenz den Eindruck gewannen, viele neue wichtige Details erfahren zu haben, die in verschiedener Hinsicht glaubhaft bemerkenswerte Aufschlüsse gaben und dort bei uns zugleich Klarheit schufen, wo uns diese bisher fehlte.

    Völlig abweichend von den zumeist bundesweit in wenigen, dafür aber riesigen marktbeherrschenden Unternehmensgeflechten mit zum Teil milliardenschweren Anteilseignern in einzelnen so genannten überregionalen Mantelredaktionen, Kartellen und international agierenden Konzernen weitestgehend synchron geschalteten konservativen Print- und elektronischen Medien vermutlich sogar vorsätzlich verbreiteten bzw. dargestellten falschen Klischees und den überwiegend von ihnen manipulierten, entstellten und verzerrten Geschichtsbildern über die DDR.

    Einhergehend mit dem Versuch, alles zu entwerten, was mit der DDR im Zusammenhang stand. Die Biografien, die Lebensleistungen der Bürger, die Gemeinschaft, das Zusammengehörigkeitsgefühl, selbst die beispielhafte Bildungspolitik der DDR und die erworbenen Abschlüsse an Fachschulen, Hochschulen und Universitäten der DDR werden diskreditiert. Letztendlich versucht man in der konservativen medialen Darstellung unaufhörlich, an der DDR "kein gutes Haar" zu lassen.

    Gleichzeitig denken bzw. hoffen wir, dass der eine oder andere Leser unserer Rezension vielleicht gar dazu angeregt werden könnte, sich, wie wir es taten, das jüngste Buch "Gefängnis-Notizen" des ehemaligen Partei- und Staatschefs der DDR Egon Krenz ebenfalls zu kaufen und es zu lesen, um dann anhand der darin aufgezeigten Fakten und Schilderungen noch einmal über die DDR sowie in dem Kontext über die damaligen und gegenwärtigen gesellschaftlichen Fragen und Zusammenhänge neu nachzudenken?

    In dem im Verlag Das Neue Berlin 2009 erschienenen Buch von Egon Krenz erhält der vor allem an den Tatsachen interessierte Leser auf 234 Seiten eine Vielzahl von teilweise sehr komplexen und aussagekräftigen Informationen sowohl zu den eigentlichen Hintergründen des zugleich damals mit der nachhaltigen Delegitimierung der DDR in den neunziger Jahren einhergegangenen politischen Prozesses, der engen Verflechtung und den Abhängigkeiten der Behörden untereinander, zu ihrem Zusammenspiel mit den Medien und zu den ranghohen Hauptbeteiligten aus bundesdeutscher Justiz und Politik bei der aufwändigen Anklagekonstruktion gegen den ehemaligen Partei- und Staatschef der DDR , zu den dominierenden Geisteshaltungen der Akteure, ihrem Rechtsverständnis sowie ihren Auffassungen von Recht und Gerechtigkeit und zu einzelnen Charakteren hoher Beamter, zum unwürdigen Umgang mit den geladenen Zeugen als auch über den von Egon Krenz erlebten sehr rüden Gefängnisalltag in Moabit, Plötzensee und Hakenfelde bis hin zu seiner Sicht als Zeitzeuge und Staatsmann.

    Aber auch zu den Machenschaften der Treuhandanstalt und ihrer Politik des Plattmachens, des Verschleuderns von DDR-Volksvermögen in großem Stil und der beispiellosen Deindustriealisierung Ostdeutschlands erfährt der Leser Details. Genauso wie zu der angeblichen Verschuldung der DDR oder zur damaligen sowjetischen Führung, ihrer Politik und ihrem Einfluß auf die DDR und ihr Grenzregimes sowie zur tatsächlichen Rolle Michail Gorbatschows beim Zerfall der Sowjetunion und der sozialistischen Staatengemeinschaft und über den bis heute noch nicht endgültig aufgeklärten mysteriösen Tod des ersten Treuhandchefs Detlev Karsten Rohwedder am 1.April 1991.

    Wollte er vielleicht nicht mehr so wie seine Auftraggeber oder wusste er gar etwa zuviel? Die Antworten darauf werden wohl für immer im Dunkeln bleiben?

    Egon Krenz unter anderem zu dem DDR-Vermögen und seiner Verschleuderung durch die Treuhand wörtlich (mit Herr S. ist ein Bundestagsabgeordneter gemeint, der sich abfällig zur DDR und sehr besserwisserisch über Egon Krenz geäußert hatte):

    "Ich könnte mich mit der Idee anfreunden, dass Herr S. sich dafür stark macht, dass mir diejenigen in der Zelle Gesellschaft leisteten, die die Treuhandanstalt geleitet haben oder in der Bundesregierung dafür verantwortlich waren.

    Ich wäre gespannt, wie sie mir erklärten, dass aus einem DDR-Vermögen von

    1 600 Milliarden DDR-Mark (!)    ein angebliches Minus von etwa   400 Milliarden DM

    wurde.

    Ich würde zu gern erfahren, wie es möglich ist, mitten in Europa und mitten im Frieden innerhalb von wenigen Jahren eine ganze Volkswirtschaft verschwinden zu lassen.

    Was da verschleudert und vernichtet wurde, war immerhin die angehäufte Arbeit von drei Nachkriegsgenerationen im Osten Deutschlands.


    85 Prozent (!)   davon gingen dem Vernehmen nach    in westdeutsche Hände (!),

    zehn Prozent    in ausländischen Besitz und nur

    fünf Prozent   blieben ostdeutsches Eigentum."


    Egon Krenz schreibt in "Gefängnis-Notizen" schließlich auch über die ihm verbliebenen und neu gewonnenen Freunde und über seine tausendfach erfahrene Solidarität aus dem In- und Ausland vor, während und nach seinem von der bundesdeutschen Justiz für vier Jahre in Vollzug gesetzten Gefängnisaufenthalt, aber ebenso über seine erduldeten Schikanen und über dem ihm von einigen Aufgehetzten, Fehlgeleiteten oder eingefleischten Antikommunisten entgegengeschlagenem Hass.

    Im Schlussteil seines Buches verweist der im Jahre 1989 ehemals oberste Repräsentant der DDR Egon Krenz (nach der Ablösung bzw. dem Rücktritt Erich Honeckers am 18.Oktober 1989) darauf, dass er weit davon entfernt sei, seine Erfahrungen als Rezept zu offerieren, da er zu den Gescheiterten gehöre. Auch wenn er inzwischen viel dazugelernt habe und wohl nicht zweimal dieselben Fehler machen würde, stehe ihm nicht der Sinn danach, Prinzipien eines neuen Sozialismus zu verkünden.

    Gleichwohl wisse er, dass die Welt ohne Sozialismus keine Zukunft haben werde. So, wie sie sei, könne diese Welt nicht bleiben. Dabei scheinten die Lehren aus Siegen und Niederlagen, die wir in der DDR gesammelt hätten, von wachsendem Interesse. Das merke er an der Zahl der Einladungen zu Diskussionsveranstaltungen, Lesungen und anderen öffentlichen Zusammenkünften, die seit Jahren stetig zunehme.

    -    Beitragserstellung:   1.März 2009 / 2.März 2009    Änderungen / Ergänzungen:   9.März 2009    -


    Eckart Kreitlow

















Überblick über die NUOZ-Sonderseiten













Ostsee-Rundschau.de



Blick auf die Ostsee und den Strand in Ostseebad Dierhagen auf der Halbinsel Fischland in Mecklenburg-Vorpommern. Foto: Eckart KreitlowBlick auf die Ostsee und den Strand in Ostseebad Dierhagen auf der Halbinsel Fischland in Mecklenburg-Vorpommern. Foto: Eckart KreitlowBlick auf die Ostsee und den Strand in Ostseebad Dierhagen auf der Halbinsel Fischland in Mecklenburg-Vorpommern. Foto: Eckart Kreitlow



Ferienhof-Report.de






Ostseeküsten-Report



Eine Fähre der Scandlines Reederei verlässt Rostock mit Kurs Gedser / Dänemark. Foto: Eckart KreitlowEine Fähre der Scandlines Reederei verlässt Rostock mit Kurs Gedser / Dänemark. Foto: Eckart KreitlowEine Fähre der Scandlines Reederei verlässt Rostock mit Kurs Gedser / Dänemark. Foto: Eckart KreitlowEine Fähre der Scandlines Reederei verlässt Rostock mit Kurs Gedser / Dänemark. Foto: Eckart Kreitlow



Ostseetourismus
















Alljährliche Blütenpracht im Rhododendronpark des Ostseebades Graal-Müritz. Foto: Eckart Kreitlow


counter



Touristenportal








Impressum