Solidarität mit WikiLeaks-Gründer und Whistleblower Julian Assange und allen weiteren Enthüllern von Menschenrechtsverletzungen



David gegen Goliath

Sehen sich die USA von WikiLeaks-Gründer und Whistleblower Julian Assange herausgefordert?

WikiLeaks und Whistleblower Julian Assange sind weltweit in aller Munde. Zu Aufsehen erregend und spektakulär sind die Enthüllungen tausender Geheimdokumente. Die Enthüllungen haben offenbar selbst die Supermacht USA und die CIA gewaltig in die Bredouille gebracht. Insgesamt sollen 250.000 US-Geheimdepeschen über die Enthüllungsplattform WikiLeaks das Licht der Welt erblickt haben. Gleichzeitig erhielten einschließlich der norwegischen Tageszeitung "Aftonbladet" sechs Nachrichtenmagazine diese aufschlußreichen Dokumente. Dadurch erfährt man auch jenes, was hinter den Kulissen der US-Diplomatie passiert, jenes, das sicher sonst der Weltöffentlichkeit verborgen bliebe.

Offenbar ist man dabei, Vorwände zu suchen und sogar eine Anklage gegen den WikiLeaks-Gründer und Whistleblower Julian Assange zu konstruieren

Natürlich ist es genial und außerordentlich mutig zugleich, eine solch enorme Menge geheimer Dokumente zu veröffentlichen. Genial, da dieses gigantische Werk in seiner umfangreichen Komplexität erst einmal erfolgreich vollbracht werden musste. Außerordentlich mutig, weil die Akteure, allen voran Julian Assange, jetzt um ihre körperliche Unversehrheit, um ihre Freiheit, ja gar um ihr Leben fürchten müssen.

Schon ist man dabei, Vorwände zu suchen und Anklagen gegen Julian Assange zu konstruieren. So soll er angeblich vergewaltigt haben, ein Vorwurf der schwedischen Justiz, der sicher bzw. hoffentlich wie eine Seifenblase zerplatzen wird. Aber vermutlich selbst dann, wenn seine Unschuld bewiesen ist, könnte Julian Assange sich leider keinesfalls in Sicherheit wiegen, zu mächtig sind seine Gegner, die er und seine Mitstreiter sich durch die Veröffentlichung der US-Geheimdepeschen offenbar gemacht haben.

Laut Wikipedia, das mit WikiLeaks trotz des ähnlichen Namens organisatorisch nicht verbunden ist, sollen sich bereits in den vergangenen Wochen angeblich mindestens fünf Mitglieder aus dem Projekt zurückgezogen haben. Wie es dort heißt, aufgrund interner Streitigkeiten. Ob dabei Geheimdienste die Finger im Spiel hatten und zersetzend wirkten, kann sicher nicht ausgeschlossen werden.

Whistleblower wie Julian Assange, Daniel Ellsberg, Edward Snowden, James E. Cartwright und Bradlay Manning sind moderne Helden, deren Enthüllungen der Menschheit geholfen haben

Die eigentliche und entscheidende Frage ist jedoch, warum machen diese Menschen wie der WikiLeaks Gründer und Whistleblower Julian Assange das? Warum enthüllen sie brisante und geheime Informationen und machen sie der Weltöffentlichkeit zugänglich?

Wenn damit Menschenrechtsverletzungen aufgedeckt werden, wo immer sie auf der Welt passieren bzw. geschehen sind und die universell gelten, dann verdienen diese mutigen Menschen, deren von den Prinzipien des Humanismus bestimmtes Gewissen offenbar stärker ist als die Angst vor den Gefahren, in die sie sich begeben, unsere aller Solidarität!

Denn das Ziel muss es sein, Menschenrechtsverletzungen weltweit zu verhindern, Menschenverachtungen in allen seinen Erscheinungsformen überall auf der Welt zu bekämpfen und Schuldige zu bestrafen, statt jene zu verfolgen, die Straftaten aufdecken. Für alle demokratisch gesinnten Kräfte auf der Welt sind Whistleblower wie Julian Assange, Daniel Ellsberg, Edward Snowden, James E. Cartwright und Bradlay Manning moderne Helden.

Weltweit nahezu lückenlose Überwachung und Ausspähung der gesamten Kommunikation durch Überwachungsprogramme "PRISM" und "Tempora" westlicher Geheimdienste

So veröffentlichte zum Beispiel Daniel Ellsberg im Jahre 1971 geheime Papiere des Pentagon, aus denen vor allem die Täuschung der amerikanischen Öffentlichkeit im Zusammenhang mit dem schmutzigen Krieg der USA in Vietnam hervorging.

Der Whistleblower und ehemalige technische Geheimdienstmitarbeiter von der National Security Agency, kurz NSA, und der CIA Edward Snowden deckte die nahezu lückenlose weltweite Überwachung der gesamten Kommunikationssysteme und des gesamten Datentransfers über das Internet durch die NSA und weitere westliche Geheimdienste mittels PRISM und Tempora auf.

PRISM wiederum soll ein Teilprogramm des großangelegten Überwachungsprogramms "Stellar Wind" sein, während mit dem komplexen Überwachungsprogramm Tempora der britische Geheimdienst weltweit den Datentransfer via Internet sowie die gesamte Telefon- und Mobilfunk-Kommunikation ausspäht.

Selbst einige der engsten Freunde lehnten Hilfe bei der Flucht ab, Unterstützung bekam Whistleblower Edward Snowden vor allem von der britischen Journalistin Sarah Harrison

Edward Snowden fand nach einer spektakulären Flucht über Hongkong zeitweilig Asyl in Russland. Die engsten Freunde sollen es abgelehnt haben, ihm zu helfen, weil es ihnen, wie verlautete, zu gefährlich erschien. Bei der Flucht erhielt er jedoch Unterstützung von der britischen Journalistin und führenden WikiLeaks-Mitarbeiterin Sarah Harrison, die inzwischen in Deutschland lebt, da sie sich in Großbritannien nicht mehr sicher fühlte.

Der ehemals zweithöchste US-General James E. Cartwright, er war bis zu seiner Pensionierung im Jahre 2011 Stellvertreter des Vorsitzenden des Vereinigten Generalstabes der US-Streitkräfte (Vice Chairman of the Joint Chiefs of Staff), gab Informationen über den Angriff mit dem Computerwurm "Stuxnet" gegen iranische Atomanlagen an die New York Times weiter.

Nach Erscheinen in der New York Times konnten die Urheber der Cyberattacke mit dem Computervirus enttarnt und gleichzeitig das Herkunftsland, von dem der "Stuxnet"- Cyberangriff gestartet worden war, eindeutig verifiziert werden. Gegenwärtig ist US-General Cartwright mit Ermittlungen konfrontiert. Die strafrechtlichen Konsequenzen für ihn sind zurzeit noch ungewiss.

Bradley Manning bzw. jetzt Chelsea Manning übergab WikiLeaks zahlreiche Dokumente und Videomaterial, unter anderem von dem Beschuss und dem Tod irakischer Zivilisten

Whistleblower und Ex-Soldat Bradley Manning wurde Ende Juli 2013 durch das US-Militärgericht in Fort Meade zu 35 Jahren Haft verurteilt. Nach seiner anschließenden Verbringung in das Bundesgefängnis Leavenworth im US-Bundesstaat Kansas unmittelbar nach der Verkündung des Urteils ließ Bradley Manning über seinen Anwalt verlauten, dass er künftig als Frau mit dem Namen Chelsea weiterleben möchte. Bradley Manning bzw. jetzt Chelsea Manning übergab WikiLeaks zahlreiche Dokumente und Videomaterial. Unter anderem von dem Beschuss und in dessen unmittelbaren Folge von dem Tod irakischer Zivilisten und der beiden Journalisten der Nachrichtenagentur Reuters Saeed Chmagh und Namir Noor-Eldeen.

Bei den Angriffen mit Kampfhubschraubern der US-Armee in Al-Amin al-Thaniyah starben auch die Journalisten der Nachrichtenagentur Reuters Saeed Chmagh und Namir Noor-Eldeen

Die Angriffe erfolgten am 12. Juli 2007 mit 30 mm Bordkanonen M 230 Chain Gun von zwei Kampfhubschraubern der US-Armee des Typs Hughes AH-64 "Apache" in Al-Amin al-Thaniyah, einem der Vororte der irakischen Hauptstadt Bagdad.

Der beim ersten Angriff wenige Minuten zuvor zunächst "nur" verletzte Saeed Chmagh und zwei weitere unbewaffnete Männer, die den Verletzten helfen und in ein Auto ziehen wollten, wurden beim zweiten Angriff durch den erneuten Beschuss wiederum mit einer 30 mm Bordkanone M 230 Chain Gun von einem der beiden Kampfhubschrauber Hughes AH-64 "Apache" der US-Armee getötet.

Die Veröffentlichung dieser sowie weiterer Dokumente und Videos auf WikiLeaks im Jahre 2010 löste weltweit Empörung und Entrüstung aus. Die Whistleblower haben durch ihre Enthüllungen der Menschheit geholfen und nicht, wie man uns stattdessen immer wieder zu suggerieren versucht, geschadet. Sie alle verdienen keine Bestrafung, sondern unseren Respekt und unsere Achtung sowie ein Leben in Würde und Freiheit!

-     Beitragserstellung:   24.Dezember 2010     Ergänzungen:   falls notwendig    -

Eckart Kreitlow


[ In Wikipedia: Ein Whistleblower von englisch to blow the whistle, „in die Pfeife blasen“; im deutschen Sprachraum „Enthüller“, „Skandalaufdecker“ oder „Hinweisgeber“ ]


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